Mi, 12:20 Uhr
23.05.2018
Sprachunterricht mal anders
Übung macht den Meister
C’est en forgeant que l’on devient forgeron - man wird ein Schmied indem man schmiedet oder: Übung macht den Meister. Dem Sprichwort folgte man heute an Regelschule Am Förstemannweg mit tatkräftiger Hilfe aus Frankreich. Den Schülern soll die Sprache der Nachbarn schon früh nahe gebracht werden, denn mit zunehmenden Alter wird der Spracherwerb immer schwieriger...
Wer eine neue Sprache zügig lernen will der muss sprechen, sprechen, sprechen. "Früh übt sich" gilt hier besonders, wer schon in jungen Jahren beginnt Fremdsprachen zu lernen, hat es leichter. Diverse Studien haben gezeigt das Kinder, die bis zum zehnten Lebensjahr mit dem Spracherwerb beginnen, das Niveau von Muttersprachlern erreichen können.
Danach sind Lernerfolge bis zum Ende der Schulzeit immer noch vergleichsweise leicht zu erzielen, mit zunehmenden Alter aber fällt es den meisten Menschen schwerer, sich in einem neuen sprachlichen Korsett zurechtzufinden.
An der Regelschule "Am Förstemannweg" fängt man deswegen schon in den 5. und 6. Klassen an, den Schülerinnen und Schülern Fremdsprachen nahe zu bringen, insbesondere Französisch. Bis zur siebenten Klasse geschieht das ohne wirklichen Notendruck, erzählt Marion Friedrich, Lehrerin für Französisch und Englisch an der Regelschule. Die Lernerfolge der Kinder würden zwar bewertet, die Noten haben aber keinen Einfluss darauf, ob man versetzt wird oder nicht.
Die Fremdsprache soll Spaß machen und so werden nicht nur Vokabeln gepaukt und Grammatikregeln durchgenommen, man befasst sich auch mit Kultur und Küche Frankreichs. Besonders beliebt seien Crêpes backen und das "petit dejeuner", das "kleine Frühstück" à la Frankreich. "Die Kinder sollen lernen wie Sprache funktioniert wenn man sie lebt", erzählt die Lehrerin, Französisch zu lernen sei aus deutscher Sicht dabei gar nicht so schwer, die Deklination der Verben inklusive irregulärer Formen sowie die grammatikalischen Regeln funktionierten in beiden Sprachen ähnlich.
Um letztere zu erklären greift Frau Friedrich in ihrem Unterricht noch auf das Deutsche zurück, Arbeitsanweisungen gibt es hingegen auf Französisch, "aufgeklärte Einsprachigkeit" nennt sich das. "Nicht jeder lernt durch reines nachahmen", so die Pädagogin weiter, im modernen Unterricht versuche man deswegen unterschiedliche Lerntypen anzusprechen und die Kinder mit den verschiedenen Methoden zu konfrontieren.
So lassen sich auch in der 5. und 6. Klasse schon ganze Unterrichtsstunden gestalten ohne viele deutsche Wörter zu benutzen. Das geht besonders gut, wenn man einen Muttersprachler zu Gast hat und eben einen solchen durfte man heute an der Regelschule "Am Förstemannweg" begrüßen. Als einer von 12 Lektoren tourt Guillaume Ohleyer für das Deutsch-Französische Jugendwerk und das Institut français Deutschland mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung durch deutsche Lande um dem hiesigen Nachwuchs seine Muttersprache spielerisch nahezubringen. Die Aussprache von Buchstaben, Zahlen und die wichtigsten Sätze zu einem selbst vermittelt Ohleyer am Vormittag kreativ und spielerisch allein auf Französisch, nur hier und da wird eine deutsche Eselsbrücke gebraucht.
Abwechslung im Schulalltag ist jedem Schüler gern willkommen und fördert am Ende den Lernerfolg. Doch wie sieht es wenn man die "kritische Periode" hinter sich gelassen hat und als Erwachsener neue linguistische Ufer erreichen will? Marion Friedrich lernt nach bals 30 Jahren als Englisch- und Französisch Lehrerin noch einmal Spanisch und sucht sich ihren eigenen Weg zur neuen Sprache. "Grundsätzlich gilt: viel sprechen, viel hören und Vokabeln lernen, am besten mit einem Partner", dank diverser Handy-Apps, manche kostenpflichtig andere kostenlos, sei es heutzutage auch nicht mehr schwer, Muttersprachler zu finden, die bereit sind von und mit einem zu lernen und Vokabeln zu büffeln. Wann die "kritische Phase" des einfachen Spracherwerbs vorbei ist, darüber ist sich die Wissenschaft noch uneins, mancher Forscher sieht ihre Ende bereits im Kinderalter andere erst am Ende der Pubertät. Ob jung oder alt, in jedem Falle heißt es dran bleiben wenn man eine Sprache flüssig meistern will. Denn: "C’est en forgeant que l’on devient forgeron"
Angelo Glashagel
Autor: redWer eine neue Sprache zügig lernen will der muss sprechen, sprechen, sprechen. "Früh übt sich" gilt hier besonders, wer schon in jungen Jahren beginnt Fremdsprachen zu lernen, hat es leichter. Diverse Studien haben gezeigt das Kinder, die bis zum zehnten Lebensjahr mit dem Spracherwerb beginnen, das Niveau von Muttersprachlern erreichen können.
Danach sind Lernerfolge bis zum Ende der Schulzeit immer noch vergleichsweise leicht zu erzielen, mit zunehmenden Alter aber fällt es den meisten Menschen schwerer, sich in einem neuen sprachlichen Korsett zurechtzufinden.
An der Regelschule "Am Förstemannweg" fängt man deswegen schon in den 5. und 6. Klassen an, den Schülerinnen und Schülern Fremdsprachen nahe zu bringen, insbesondere Französisch. Bis zur siebenten Klasse geschieht das ohne wirklichen Notendruck, erzählt Marion Friedrich, Lehrerin für Französisch und Englisch an der Regelschule. Die Lernerfolge der Kinder würden zwar bewertet, die Noten haben aber keinen Einfluss darauf, ob man versetzt wird oder nicht.
Die Fremdsprache soll Spaß machen und so werden nicht nur Vokabeln gepaukt und Grammatikregeln durchgenommen, man befasst sich auch mit Kultur und Küche Frankreichs. Besonders beliebt seien Crêpes backen und das "petit dejeuner", das "kleine Frühstück" à la Frankreich. "Die Kinder sollen lernen wie Sprache funktioniert wenn man sie lebt", erzählt die Lehrerin, Französisch zu lernen sei aus deutscher Sicht dabei gar nicht so schwer, die Deklination der Verben inklusive irregulärer Formen sowie die grammatikalischen Regeln funktionierten in beiden Sprachen ähnlich.
Um letztere zu erklären greift Frau Friedrich in ihrem Unterricht noch auf das Deutsche zurück, Arbeitsanweisungen gibt es hingegen auf Französisch, "aufgeklärte Einsprachigkeit" nennt sich das. "Nicht jeder lernt durch reines nachahmen", so die Pädagogin weiter, im modernen Unterricht versuche man deswegen unterschiedliche Lerntypen anzusprechen und die Kinder mit den verschiedenen Methoden zu konfrontieren.
So lassen sich auch in der 5. und 6. Klasse schon ganze Unterrichtsstunden gestalten ohne viele deutsche Wörter zu benutzen. Das geht besonders gut, wenn man einen Muttersprachler zu Gast hat und eben einen solchen durfte man heute an der Regelschule "Am Förstemannweg" begrüßen. Als einer von 12 Lektoren tourt Guillaume Ohleyer für das Deutsch-Französische Jugendwerk und das Institut français Deutschland mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung durch deutsche Lande um dem hiesigen Nachwuchs seine Muttersprache spielerisch nahezubringen. Die Aussprache von Buchstaben, Zahlen und die wichtigsten Sätze zu einem selbst vermittelt Ohleyer am Vormittag kreativ und spielerisch allein auf Französisch, nur hier und da wird eine deutsche Eselsbrücke gebraucht.
Abwechslung im Schulalltag ist jedem Schüler gern willkommen und fördert am Ende den Lernerfolg. Doch wie sieht es wenn man die "kritische Periode" hinter sich gelassen hat und als Erwachsener neue linguistische Ufer erreichen will? Marion Friedrich lernt nach bals 30 Jahren als Englisch- und Französisch Lehrerin noch einmal Spanisch und sucht sich ihren eigenen Weg zur neuen Sprache. "Grundsätzlich gilt: viel sprechen, viel hören und Vokabeln lernen, am besten mit einem Partner", dank diverser Handy-Apps, manche kostenpflichtig andere kostenlos, sei es heutzutage auch nicht mehr schwer, Muttersprachler zu finden, die bereit sind von und mit einem zu lernen und Vokabeln zu büffeln. Wann die "kritische Phase" des einfachen Spracherwerbs vorbei ist, darüber ist sich die Wissenschaft noch uneins, mancher Forscher sieht ihre Ende bereits im Kinderalter andere erst am Ende der Pubertät. Ob jung oder alt, in jedem Falle heißt es dran bleiben wenn man eine Sprache flüssig meistern will. Denn: "C’est en forgeant que l’on devient forgeron"
Angelo Glashagel


