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Di, 11:22 Uhr
08.05.2018
KGE zu Besuch im Seniorenzentrum

Geredet, zugehört und getanzt

Sie hatte sich viel Zeit genommen für ihren Besuch im Seniorenzentrum Salza, die Vorsitzende der bündnisgrünen Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt. Sie sprach mit den Mitarbeitern, den Bewohnern, sie hörte zu und erhielt Einblicke in den wahren Pflegealltag...

Katrin Göring-Eckardt im Gespräch mit Heimbewohnern (Foto: nnz) Katrin Göring-Eckardt im Gespräch mit Heimbewohnern (Foto: nnz)
Niemand kann am Ende des Besuches in Salza tatsächlich analysieren, wie die Informationen wirkten, wieviel in die alltägliche politische Arbeit von "KGE" nach diesem Besuch einfließen wird. Aber, diese Besuche sind vielleicht notwendig und wichtig, denn sowohl die Bewohner des Seniorenzentrums als auch die Beschäftigten berichteten von den Problemen, die sich an der Pflege-Basis tagtäglich auftun - ungefiltert, nicht vorbereitet. Und sie hatten Wünsche.

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Die Leiterin des Zentrums, Sabine Paul, wünschte sich da zum Beispiel pro Pflegebereich zwei bis drei Mitarbeiter mehr. Der Grund: dann könnte für die Beschäftigten die Freizeit endlich mal geplant werden, würden kurzfristige Vertretungen eher die Ausnahme, denn die Regel sein. Dann würde auch der Beruf des Altenpflegers ein wenig an Attraktivität gewinnen, denn geworben kann mit der aktuellen Personalsituation nicht einmal mehr im Bekanntenkreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Politik im Großen wie im Kleineren ist seit Monaten auf den Zug des Fachkräftemangels in der Pflege aufgesprungen und kommt nahezu täglich mit Vorschlägen und Ankündigungen, doch alles zu verbessern. Das Jugendsozialwerk, zu dem das Seniorenzentrum gehört, macht es praktischer. Seit drei Jahren hat der Verein ein Stipendienprogramm aufgelegt. In dem können sich Pflegehilfskräfte zu Fachkräften qualifizieren, der Arbeitgeber stockt dabei als Anreiz das Ausbildungsentgelt auf. Am Ende der dreijährigen Qualifizierung winken den Fachkräften dann 600 bis 700 Euro mehr Brutto als vor der Ausbildung. Nicht eingerechnet die Zulagen, die gezahlt werden, berichtet JuSoWe-Vorstand Holger Richter.

Es wurde auch getanzt an diesem Vormittag
Der wünscht sich von der Bundespolitik endlich eine Gesetzesintiative, damit von Bundesland zu Bundesland die unterschiedlichen Personalschlüssel mal der Vergangenheit angehören, und dass die Träger der Pflege bei Budgetverhandlungen nicht hilflos den Krankenkassen ausgeliefert sind.

Margot Wenkel übergibt eine Wunschliste (Foto: nnz) Margot Wenkel übergibt eine Wunschliste (Foto: nnz)
Um abschließend bei den Wünschen dieses Vormittags zu bleiben. Die 90jährige Margot Wenkel wünschte sich von Katrin Göring-Eckardt eine Angleichung der Renten in Ost und West und wollte wissen, warum der Träger der Altenpflege seine Investitionskosten auf die Heimbewohner umlegen kann?

Vielleicht fließen die vielen Gespräche, die kurzen Begegnungen mit Menschen, hinter denen ein langes Leben liegt und die Jahrzehnte lang der Gesellschaft etwas gegeben haben, in die politische Arbeit in Berlin ein. Damit am Ende dieses politischen Prozesses das Ergebnis sein wird, die Jahre, die noch vor den zu Pflegenden liegen so menschenwürdig wie möglich gestaltet werden können.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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