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Mo, 13:17 Uhr
20.12.2004

Aus dem Bett hol ich keinen!

Nordhausen (nnz). Säbel“ nennen Wackers A-Junioren ihren Trainer Dirk Fuhrmann liebevoll, der sowohl bei seinen Schützlingen als auch bei den Eltern hohes Ansehen genießt. Im Gespräch mit Olaf Schulze erzählt der Fußballlehrer vom Leben zwischen Traum und Realität in der Wacker-Kaderschmiede und berichtet von Ehrgeiz, Ehrlichkeit und Siegeswillen.


Aus dem Bett hol ich keinen! (Foto: nnz) Aus dem Bett hol ich keinen! (Foto: nnz)


nnz: Wer ist Dirk Fuhrmann?

D. Fuhrmann: Ich stamme aus dem Sangerhäuser Raum, bin verheiratet, seit 5 Jahren bei Wacker Nordhausen, habe drei Kinder und bin selbständig im Baugewerbe tätig.

nnz: Wie kamen Sie zum Fußball?

D. Furhmann: Ich habe mit 4 ½ Jahren begonnen zu spielen und war über dreißig Jahre aktiv. Als die Verletzungen sich häuften, habe ich in Bad Blankenburg eine Trainerausbildung absolviert und eine B-Lizenz erworben.

nnz: Sie trainieren seit vier Jahren die Wacker-A-Junioren. Was haben Sie den Jungs gesagt, als sie kürzlich zur Pause 0:2 gegen Meuselwitz hinten lagen?

D. Fuhrmann: Ich habe ihnen klar gemacht, was sie können und dass sie das nicht gezeigt haben. Niedermachen bringt nichts, ich versuche die Stärken herauszuarbeiten.

nnz: Das Spiel wurde 3:2 gewonnen. Funktionieren Ihre Motivationskünste immer so gut?

D. Fuhrmann: Ich sage immer direkt, was ich denke. Die Jungs schöpfen momentan nur 70 – 75% ihrer Leistungsfähigkeit aus. Ich arbeite daran, die Schwächen abzubauen. Spielen können sie schon, jetzt müssen sie in Disziplin und Taktik geschult werden. Sie müssen lernen, das umzusetzen, was wir Trainer ihnen sagen. Dann können die in ihrer Liga alle schlagen.

nnz: Wackers A-Junioren kamen als Aufsteiger in die Landesliga und stehen aktuell auf dem zweiten Platz. Wie real ist der Aufstieg in die Regionalliga und vor allem wie wichtig?

D. Fuhrmann: Der Aufstieg ist nicht überlebenswichtig, schließlich sind wir als Neuling in diese Liga gekommen und ein vorderer Platz ist schon ein großer Erfolg. Für die Spieler, die im Sommer in die Männermannschaften wechseln wäre es eine sehr schöner Abschluss und für die anderen natürlich ein Traum, in der nächsten Saison als Regionalligisten gegen die großen mitteldeutschen Mannschaften zu spielen. Für den Verein wäre es toll, weil die Perspektive Regionalliga sicherlich noch mehr Talente aus dem Umland anziehen würde. Und wir brauchen noch mehr Spieler, um einen hohen Leistungsstand zu halten.

nnz: Dazu gehört auch eine 2. A-Juniorenmannschaft. Seit dieser Spielzeit hat Wacker eine solche Mannschaft. Aber Sie sind nicht zufrieden damit?

D. Fuhrmann: Ich freue mich, dass es die 2. Mannschaft gibt, die von Ralf Kallweit betreut wird. Aber die Spielerdecke ist viel zu dünn. Es spielen die Ergänzungsspieler der 1. Mannschaft mit den besten B-Junioren zusammen, was den Vorteil hat, dass die jüngeren Spieler an die Bedingungen der A-Junioren herangeführt werden. Aber es gibt keinen richtigen Konkurrenzkampf mit den Spielern der 1. Mannschaft

nnz: Sind die Bedingungen in den Juniorenbereichen so unterschiedlich?

D. Fuhrmann: Ja, in den letzten Jahren haben sich Niveau und vor allem Tempo bei den A-Junioren enorm gesteigert.

nnz: Wie sind Ihre Arbeitsbedingungen bei Wacker?

D. Fuhrmann: Im Prinzip ganz gut, nur im Winter ist der eine Hartplatz, den wir zur Verfügung haben, zu wenig.

nnz: Und personell?

D. Fuhrmann: Mitunter wünschte ich mir, einige Jungen hätten mehr Zeit sich zu entwickeln und zu reifen und müssten nicht so schnell im Männerbereich ran.

nnz: Sie haben in ihrer Mannschaft mit den Brüdern Hellmund und Steinberg gleich zwei eineiige Zwillingspaare. Können Sie die immer auseinanderhalten?

D. Fuhrmann: Viele können das nicht, aber ich unterscheide sie schon an ihren Bewegungen und mit welchem Bein sie schießen.

nnz: Wie professionell sind Ihre Schützlinge eingestellt und wie gehen Sie als Trainer auf die Entwicklung der jungen Männer ein?

D. Fuhrmann: Fast alle wollen im Männerbereich höherklassigen Fußball spielen. Deshalb trainieren sie dreimal pro Woche. Ich versuche sie immer wieder anzustacheln, an ihrem Ehrgeiz zu packen und erkundige mich, wie es in der Schule oder beruflich läuft. Wir versuchen als Verein bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen zu helfen und suchen den Kontakt zu den Eltern. Es ist ganz wichtig, dass ein homogenes Elternhaus hinter jedem Spieler steht.

nnz: Keine Höhenflüge bei dem einen oder anderen?

D. Fuhrmann: Ich hole sie schon wieder auf den Boden der Realität zurück. Die Jungs formen sich gegenseitig, helfen sich und erlernen Teamfähigkeit bzw. mit kreativer Kritik umzugehen. Es ist wichtig, dabei alle mitzunehmen.

nnz: Und wer dabei nicht richtig mitzieht?

D. Fuhrmann: Die Spieler sind alt genug, um zu wissen, was ich von ihnen erwarte. Aus dem Bett hole ich Sonntagmorgens jedenfalls keinen. Und ich erkenne auch, wenn es am Abend vorher spät geworden ist. Dann müssen sie sich im Spiel schon sehr strecken. Aber das wissen alle.

Folgende Spieler brauchte Dirk Fuhrmann in dieser Saison noch nicht aus dem Bett klingeln:

Boris Anbinder, Matthias Bernd, Daniel Braun, Danny Busch, Sebastian Eschert, Robert Geidel, Matthias Hellmund, Sven Hellmund, Tobias Henning, Sebastian Hoth, Christian Kachel, Tim Kleemann, Martin Kohlhase, Alex Kroneberg, Franz Liewald, Karsten Püschner, Sebastian Quandt, Nico Steinberg, Tino Steinberg und Karsten Weinhold.
Autor: osch

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