Do, 22:04 Uhr
09.12.2004
Die Rückkehr des Neuen Forums
Nordhausen (nnz). 15 Jahre ist es jetzt her, daß sich auch in Nordhausen die Bürgerbewegung formierte und ein "Neues Forum" gegründet wurde. Die Heimat engagierter Menschen war schon damals eine Kirche. Heute kamen viele ehemals Bürgerbewegte zusammen und feierten mit einer Bundesverdienstkreuz-Trägerin.
Die Rückkehr des Neuen Forums (Foto: nnz)
Die Frauenbergkirche ist ein wirklich historisches Pflaster. Vierzig Jahre nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie von Jugendlichen der "Aktion Sühnezeichen" freigelegt und wieder aufgebaut. 1989 diente sie kritischen Bürgern als Treffpunkt. Auch wer mit dem Glauben sonst nichts zu tun hatte war willkommen. Heute kamen wieder viele der ehemaligen Aktivisten zusammen, unter ihnen war auch Gisela Hartmann. Die Politikerin und Umweltaktivistin wurde erst im Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie setzt sich schon lange für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein.
Die Vorsitzende vonr Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göhring-Eckardt, kramte Erinnerungen über Gisela Hartmann hervor, obwohl die eigentlich gar nicht gern im Rampenlicht steht. Die Nordhäuser Umweltarbeit wurde jedoch maßgeblich von Frau Hartmann geprägt, war sie doch 1983 die Begründerin des kirchlichen Umweltseminars. Der Kampf um den Schutz der Gipskarstlandschaft begann. In diesem Jahr gingen einige Forderungen der Umweltaktiven in Erfüllung. Kein Grund sich auszuruhen. Gisela Hartmann hat sich an ein neues Projekt gewagt, was ihr wichtig ist, nämlich das geplante Kinderhospiz "Mogli". Klaus-Dieter Heber durfte das Hospiz einem weiteren Personenkreis bekannt machen. Im Kollektekörbchen wurde für die Umbauarbeiten der ehemaligen Schule in Krimderode gesammelt.
Zum Empfang der Grünen waren einige Gäste geladen. Die Landessprecherin der Grünen, Astrid Rothe, die seit 1987 in der Thüringer Umweltbewegung aktiv ist, hielt ein Grußwort. Darin betonte sie daß es wichtig sei, die Ideen der Grünen in die Welt zu tragen. Ein Projekt kann wie ein Schneeball sein und andere mitreißen, sagte sie. Besonders Gisela Hartmann sei so eine Person, die andere mitreißen kann.
"Vertretungslandrat" Matthias Jendricke kam nicht nur auf Grund der langjährigen Zusammenarbeit mit Frau Hartmann im Landratsamt, sondern auch, weil ihn viel mit der Frauenbergkirche verbindet. Hier verbrachte er seine Jugend in einer spannenden Wendezeit 1989. Eine nette Anekdote hatte auch er parat: Im Landratsamt habe lange Zeit das Gerücht kursiert, daß Gisela Hartmann seine Patentante sei. "Das stimmt zwar nicht, aber ich hätte mir so eine Patentante gewünscht." so Jendricke. Er bedankte sich öffentlich für Ratschläge und Kritik während der Zusammenarbeit. Er habe gelernt, daß er nicht nur in Zahlen denken solle. Einmal waren Zahlen aber ganz wichtig, bei der letzten Wahl nämlich, als die Grünen die 5 % Hürde überschritten hatten, ihnen aber doch 15 Stimmen fehlten. Jendricke als Wahlleiter ließ nachzählen. Seine "Patentante" durfte nun doch in den Kreistag einziehen.
Für die Kultur kam Theaterintendant Lars Tietje. Er wolle mit der Politk in einen Dialog treten und dankte für die Wertschätzung der kulturellen Arbeit. Außerdem gab es eine musikalische Darbietung von Henriette-Luise Neubert und Matthias Haun. Danach lockte ein Buffet mit ausschließlich selbstgemachten Spezialitäten.
Autor: wf
Die Rückkehr des Neuen Forums (Foto: nnz)
Die Frauenbergkirche ist ein wirklich historisches Pflaster. Vierzig Jahre nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie von Jugendlichen der "Aktion Sühnezeichen" freigelegt und wieder aufgebaut. 1989 diente sie kritischen Bürgern als Treffpunkt. Auch wer mit dem Glauben sonst nichts zu tun hatte war willkommen. Heute kamen wieder viele der ehemaligen Aktivisten zusammen, unter ihnen war auch Gisela Hartmann. Die Politikerin und Umweltaktivistin wurde erst im Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie setzt sich schon lange für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Die Vorsitzende vonr Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göhring-Eckardt, kramte Erinnerungen über Gisela Hartmann hervor, obwohl die eigentlich gar nicht gern im Rampenlicht steht. Die Nordhäuser Umweltarbeit wurde jedoch maßgeblich von Frau Hartmann geprägt, war sie doch 1983 die Begründerin des kirchlichen Umweltseminars. Der Kampf um den Schutz der Gipskarstlandschaft begann. In diesem Jahr gingen einige Forderungen der Umweltaktiven in Erfüllung. Kein Grund sich auszuruhen. Gisela Hartmann hat sich an ein neues Projekt gewagt, was ihr wichtig ist, nämlich das geplante Kinderhospiz "Mogli". Klaus-Dieter Heber durfte das Hospiz einem weiteren Personenkreis bekannt machen. Im Kollektekörbchen wurde für die Umbauarbeiten der ehemaligen Schule in Krimderode gesammelt.
Zum Empfang der Grünen waren einige Gäste geladen. Die Landessprecherin der Grünen, Astrid Rothe, die seit 1987 in der Thüringer Umweltbewegung aktiv ist, hielt ein Grußwort. Darin betonte sie daß es wichtig sei, die Ideen der Grünen in die Welt zu tragen. Ein Projekt kann wie ein Schneeball sein und andere mitreißen, sagte sie. Besonders Gisela Hartmann sei so eine Person, die andere mitreißen kann.
"Vertretungslandrat" Matthias Jendricke kam nicht nur auf Grund der langjährigen Zusammenarbeit mit Frau Hartmann im Landratsamt, sondern auch, weil ihn viel mit der Frauenbergkirche verbindet. Hier verbrachte er seine Jugend in einer spannenden Wendezeit 1989. Eine nette Anekdote hatte auch er parat: Im Landratsamt habe lange Zeit das Gerücht kursiert, daß Gisela Hartmann seine Patentante sei. "Das stimmt zwar nicht, aber ich hätte mir so eine Patentante gewünscht." so Jendricke. Er bedankte sich öffentlich für Ratschläge und Kritik während der Zusammenarbeit. Er habe gelernt, daß er nicht nur in Zahlen denken solle. Einmal waren Zahlen aber ganz wichtig, bei der letzten Wahl nämlich, als die Grünen die 5 % Hürde überschritten hatten, ihnen aber doch 15 Stimmen fehlten. Jendricke als Wahlleiter ließ nachzählen. Seine "Patentante" durfte nun doch in den Kreistag einziehen.
Für die Kultur kam Theaterintendant Lars Tietje. Er wolle mit der Politk in einen Dialog treten und dankte für die Wertschätzung der kulturellen Arbeit. Außerdem gab es eine musikalische Darbietung von Henriette-Luise Neubert und Matthias Haun. Danach lockte ein Buffet mit ausschließlich selbstgemachten Spezialitäten.

