Do, 11:55 Uhr
08.02.2018
Hochschule startet wissenschaftliche Konferenz
Von der Theorie zur materiellen Gewalt
Rund 60 Wissenschaftler und Praktiker aus ganz Deutschland kamen heute nach Nordhausen, um der ersten "RetCon", der Konferenz zur Regenerativen Energietechnik beizuwohnen. Zwei Tage lang wird man das Thema in der Breite diskutieren. Ziel ist es auch, den wissenschaftlichen Diskurs weiter in die Gesellschaft zu tragen...
"Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift" - gesagt hat das einmal Karl Marx. Prof. Viktor Wesselak, an der Nordhäuser Hochschule für Regenerative Energiesysteme zuständig, nutzte das Zitat heute nicht im Kontext Hegel'scher Rechtsphilosophie, sondern für die Eröffnung der ersten "RetCon" als Sinnbild für die Wirkkraft wissenschaftlicher Erkenntnis.
Deutschland habe sich schon immer sehr ehrgeizige Ziele gesteckt, aktuell beobachte man aber das die Zielstellungen der Energiewende nicht erreicht würden. Die Weiterentwicklung von Maßnahmen wie dem EEG sei vernachlässigt worden. Ob Vorhaben wie die Energiewende hin zu einer decarbonisierten Energieversorgung gelängen, sei dabei nicht länger von der Technik abhängig. "Vor 25 Jahren sah das noch anders aus. Heute haben wir die Technologie und Deutschland ist in diesem Bereich gut aufgestellt", sagt Prof. Wesselak. Die weitere Entwicklung sei im wesentlichen von guter politischer Steuerung abhängig, die wiederum bedürfe des fachlichen und wissenschaftlich fundierten Inputs. Die erste Konferenz soll denn nicht allein den Austausch der Wissenschaftler untereinander fördern, sondern diesen Austausch auch nach außen, in die Gesellschaft tragen.
Prof. Viktor Wesselak - technische Alternativen müssen stärker in die Dikussion gebracht werden (Foto: Angelo Glashagel)
Entsprechend breit ist das Programm aufgestellt, statt sich wie andere Konferenzen auf ein Thema oder eine singuläre Technik zu konzentrieren, wird man an der Nordhäuser Hochschule in den kommenden zwei Tagen über regenerative Energie in der Breite sprechen, erklärt Wesselak. Das reicht von der Nutzung solarer Prozesswärme in Gas-Druckregelanlagen über die Energieversorgung im Einfamilienhaus mittels Wärmepumpe bis zu Batteriemanagement-Systemen. Eine Palette von 26 Vorträge steht auf dem Programm.
"Wissenschaft kann keine Entscheidungen vorwegnehmen", sagt Viktor Wesselak, aber sie könne die nötige Datenbasis liefern, damit informierte Entscheidungen getroffen werden könnten. In Thüringen sei der wissenschaftliche Betrieb intensiv beratend tätig, unabhängig der politischen Ausrichtung der jeweiligen Regierung. Man werde seit jeher in alle relevanten Diskussionsprozesse eingebunden. Dennoch müsse man in Zukunft technische Alternativen stärker in die Diskussion bringen.
Die neue Konferenz verbucht Wesselak schon jetzt als Erfolg, für den ersten Anlauf habe man einen guten "Aufschlag" gemacht. Eine zweite Konferenz im kommenden Jahr ist bereits in Planung.
Angelo Glashagel
Autor: red"Die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift" - gesagt hat das einmal Karl Marx. Prof. Viktor Wesselak, an der Nordhäuser Hochschule für Regenerative Energiesysteme zuständig, nutzte das Zitat heute nicht im Kontext Hegel'scher Rechtsphilosophie, sondern für die Eröffnung der ersten "RetCon" als Sinnbild für die Wirkkraft wissenschaftlicher Erkenntnis.
Deutschland habe sich schon immer sehr ehrgeizige Ziele gesteckt, aktuell beobachte man aber das die Zielstellungen der Energiewende nicht erreicht würden. Die Weiterentwicklung von Maßnahmen wie dem EEG sei vernachlässigt worden. Ob Vorhaben wie die Energiewende hin zu einer decarbonisierten Energieversorgung gelängen, sei dabei nicht länger von der Technik abhängig. "Vor 25 Jahren sah das noch anders aus. Heute haben wir die Technologie und Deutschland ist in diesem Bereich gut aufgestellt", sagt Prof. Wesselak. Die weitere Entwicklung sei im wesentlichen von guter politischer Steuerung abhängig, die wiederum bedürfe des fachlichen und wissenschaftlich fundierten Inputs. Die erste Konferenz soll denn nicht allein den Austausch der Wissenschaftler untereinander fördern, sondern diesen Austausch auch nach außen, in die Gesellschaft tragen.
Prof. Viktor Wesselak - technische Alternativen müssen stärker in die Dikussion gebracht werden (Foto: Angelo Glashagel)
Entsprechend breit ist das Programm aufgestellt, statt sich wie andere Konferenzen auf ein Thema oder eine singuläre Technik zu konzentrieren, wird man an der Nordhäuser Hochschule in den kommenden zwei Tagen über regenerative Energie in der Breite sprechen, erklärt Wesselak. Das reicht von der Nutzung solarer Prozesswärme in Gas-Druckregelanlagen über die Energieversorgung im Einfamilienhaus mittels Wärmepumpe bis zu Batteriemanagement-Systemen. Eine Palette von 26 Vorträge steht auf dem Programm.
"Wissenschaft kann keine Entscheidungen vorwegnehmen", sagt Viktor Wesselak, aber sie könne die nötige Datenbasis liefern, damit informierte Entscheidungen getroffen werden könnten. In Thüringen sei der wissenschaftliche Betrieb intensiv beratend tätig, unabhängig der politischen Ausrichtung der jeweiligen Regierung. Man werde seit jeher in alle relevanten Diskussionsprozesse eingebunden. Dennoch müsse man in Zukunft technische Alternativen stärker in die Diskussion bringen.
Die neue Konferenz verbucht Wesselak schon jetzt als Erfolg, für den ersten Anlauf habe man einen guten "Aufschlag" gemacht. Eine zweite Konferenz im kommenden Jahr ist bereits in Planung.
Angelo Glashagel



