Di, 12:23 Uhr
23.11.2004
Kadmium, Quecksilber und Benzol
Nordhausen (nnz). Zwischen 1984 und 1994 verrieselten auf dem Berbisleber Feld 22 Millionen Kubikmeter Abwässer der Nordhäuser Haushalte und Betriebe. Das ist Geschichte, die Gegenwart des Feldes sieht hingegen völlig anders aus.
Kadmium, Quecksilber und Benzol (Foto: nnz)
Das 210.000 Quadratmeter große Erdbecken zwischen Uthleben und Nordhausen wird jetzt im Auftrag des Altlastenzweckverbandes Nord-Ost Thüringen saniert. Pächter des Areals ist der Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen. Bevor die Abwässer hier im Boden versickert sind, hat man mit einem großen Rechen zuvor lediglich die festen Stoffe abgeschöpft, erklärte Steffen Meyer vom städtischen Umweltamt. Erst mit der Inbetriebnahme der neuen Nordhäuser Kläranlage im Jahr 1994 sei das Becken außer Betrieb gegangen. Zu Höchstzeiten sind hier pro Tag 8000 Kubikmeter Abwasser verrieselt geworden. Schwierig wurde es aber im Winter, dann stand nicht die volle Kapazität zur Verfügung und Teile der Abwässer sind direkt in die Flüsse gegangen, erklärte Meyer. Damit sei der umliegende Untergrund natürlich stark belastet worden, diese zu DDR-Zeiten übliche Art der Abwasserentsorgung hat die Umwelt erheblich belastet und die benachbarte Landwirtschaft auch spürbar beeinträchtigt.
Das sei auch kein Wunder gewesen, so Meyer - angesichts der Analyse-Ergebnisse für das Erdbecken, die im Vorfeld der Sanierung ermittelt wurden: Wir haben hier Kadmium, Kupfer, Quecksilber und Phenole, sogar Mineralöle und Benzol. Die Schadstoff-Schichten seien an einigen Stellen bis zu 40 Zentimeter hoch, das hört sich erstmal nicht so viel an. Sieht man allerdings die Gesamtausdehnung des Beckens, auf der sich die Schichten verteilen, ist es eine gewaltige Menge.
So schlage die Sanierung mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, 80 Prozent dieser Summe trage der Freistaat Thüringen, der Rest werde vom Altlastenzweckverband aufgebracht. Ziel der Sanierung sei die Wiederherstellung der Fläche im Ursprungszustand, um sie so an den Pächter zurückgeben zu können. Die Anlaufberatung für das Projekt war am 10. November im Rathaus - die Vorbereitungen für die Sanierung beginnen jetzt dem Anlegen der Baustellenstraße und der Beräumung des Geländes vom Grünbewuchs. Danach wird der Boden Schicht für Schicht abgetragen, danach wird analysiert, um zu entscheiden, wo der Erdaushub hingeht – auf die Sondermüll- bzw. normale Deponie, oder in die Wiederverwendung zum Beispiel im Straßenbau, erklärte Meyer. Nachdem die belastet Erde abgetragen sei, werde man neuen Mutterboden aufbringen, diesen dann kalken und zum Schluss Rasen ansäen. Ende August 2005 soll dann alles fertig sein. Als Stadt sei man froh, dass die Beseitigung einer großen Altlast jetzt anlaufe. Wir haben das Projekt seit langem ins Auge gefasst – dank der Unterstützung des Freistaates und des Altlastenzweckverbandes kann es jetzt endlich umgesetzt werden, so Meyer.
Autor: nnz
Kadmium, Quecksilber und Benzol (Foto: nnz)
Das 210.000 Quadratmeter große Erdbecken zwischen Uthleben und Nordhausen wird jetzt im Auftrag des Altlastenzweckverbandes Nord-Ost Thüringen saniert. Pächter des Areals ist der Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen. Bevor die Abwässer hier im Boden versickert sind, hat man mit einem großen Rechen zuvor lediglich die festen Stoffe abgeschöpft, erklärte Steffen Meyer vom städtischen Umweltamt. Erst mit der Inbetriebnahme der neuen Nordhäuser Kläranlage im Jahr 1994 sei das Becken außer Betrieb gegangen. Zu Höchstzeiten sind hier pro Tag 8000 Kubikmeter Abwasser verrieselt geworden. Schwierig wurde es aber im Winter, dann stand nicht die volle Kapazität zur Verfügung und Teile der Abwässer sind direkt in die Flüsse gegangen, erklärte Meyer. Damit sei der umliegende Untergrund natürlich stark belastet worden, diese zu DDR-Zeiten übliche Art der Abwasserentsorgung hat die Umwelt erheblich belastet und die benachbarte Landwirtschaft auch spürbar beeinträchtigt.
Das sei auch kein Wunder gewesen, so Meyer - angesichts der Analyse-Ergebnisse für das Erdbecken, die im Vorfeld der Sanierung ermittelt wurden: Wir haben hier Kadmium, Kupfer, Quecksilber und Phenole, sogar Mineralöle und Benzol. Die Schadstoff-Schichten seien an einigen Stellen bis zu 40 Zentimeter hoch, das hört sich erstmal nicht so viel an. Sieht man allerdings die Gesamtausdehnung des Beckens, auf der sich die Schichten verteilen, ist es eine gewaltige Menge.
So schlage die Sanierung mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, 80 Prozent dieser Summe trage der Freistaat Thüringen, der Rest werde vom Altlastenzweckverband aufgebracht. Ziel der Sanierung sei die Wiederherstellung der Fläche im Ursprungszustand, um sie so an den Pächter zurückgeben zu können. Die Anlaufberatung für das Projekt war am 10. November im Rathaus - die Vorbereitungen für die Sanierung beginnen jetzt dem Anlegen der Baustellenstraße und der Beräumung des Geländes vom Grünbewuchs. Danach wird der Boden Schicht für Schicht abgetragen, danach wird analysiert, um zu entscheiden, wo der Erdaushub hingeht – auf die Sondermüll- bzw. normale Deponie, oder in die Wiederverwendung zum Beispiel im Straßenbau, erklärte Meyer. Nachdem die belastet Erde abgetragen sei, werde man neuen Mutterboden aufbringen, diesen dann kalken und zum Schluss Rasen ansäen. Ende August 2005 soll dann alles fertig sein. Als Stadt sei man froh, dass die Beseitigung einer großen Altlast jetzt anlaufe. Wir haben das Projekt seit langem ins Auge gefasst – dank der Unterstützung des Freistaates und des Altlastenzweckverbandes kann es jetzt endlich umgesetzt werden, so Meyer.

