Sa, 19:35 Uhr
20.11.2004
Warum grade wir?
Nordhausen (nnz). 8.150 Unfälle, 1.123 Verletzte, 33 Tote- die traurige Bilanz des Straßenverkehrs in Zahlen. Daß sich dahinter Menschen verbergen, wird einmal im Jahr besonders deutlich. Heute war es wieder so weit.
Warum grade wir? (Foto: nnz)
Auch wenn die Retter schnell sind, manchmal kommen sie zu spät und können im Straßenverkehr verunglückten Menschen nicht mehr helfen. Heute waren die Angehörigen der Verstorbenen und die Mitarbeiter der Rettungsdienste eingeladen an die Opfer zu denken. Trotz immer besseren Sicherheitssystemen, die sicher vielen das Leben retten, verunglückten bis Oktober 1123 Personen, 33 starben sogar.
Superintendent Michael Bornschein machte den in seinen Fähigkeiten begrenzten Menschen zum Inhalt seiner Predigt. "So gut die ganzen Sicherheitssysteme auch sind, verleihen sie nicht eine trügerische Sicherheit?" fragte er und gab selbst die Antwort. Viele Autofahrer würden durch ABS, ESP und anderes angehalten noch schneller zu fahren und weniger Sicherheitsabstand einzuhalten, sie haben ja bessere Bremsen. "Bei allem technischen Fortschritt, die Reaktionsfähigkeiten des Menschen sind begrenzt" mahnte der Pfarrer. Theoretisch wisse ja jeder, daß ihm selbst oder einem Angehörigen ständig etwas passieren könne, daß plötzlich zwei Polizisten vor der Haustür stehen und mitteilen, das eigene Kind sei tot.
Nicht alle Menschen können so eine schlimme Nachricht überbringen und sich den Trauernden zuwenden. In Nordthüringen gibt es deshalb die Notfallseelsorge und den Kriseninterventionsdienst. Pfarrer Peter Gerstenberger gehört zu dem Team, welches sich auch um die Einsatzkräfte kümmert. Schließlich müssen die Helfer von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst die Situation ebenfalls verarbeiten, damit sie weiter ihrer Aufgabe nachgehen können. Um allen Gottesdienstbesuchern eine Vorstellung von schrecklichen Unfällen zu vermitteln, zeigte die Polizei einige Fotos. Es waren mit Sicherheit nicht die schlimmsten aus dem Archiv.
Polizeihauptkommisar Jochen Seliger, der Vorsitzende des Kriseninterventionsdienstes, wies wieder einmal darauf hin, daß es besonders die jungen Autofahrer sind, die im Straßenverkehr ums Leben kommen. Trotz zahlreicher Aufklärungsangebote über die Risiken sind 32% der Getöteten junge Leute zwischen 18 und 25. Insgesamt verursachen sie 9 % aller Unfälle. Ein wenig mehr Rücksicht beim Fahren, keinen Alkohol oder Drogen am Steuer, und vielen Eltern bliebe die schlimme Nachricht vom Tod des Kindes erspart.
Für mehr Vernunft auf der Straße beteten Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr aus Niedersachswerfen. Sie hatten das Vater unser-Gebet abgewandelt. Während sie sprachen klingelte das Telefon und die Mannschaft vom Johanniter-Rettungswagen machte sich auf den Weg. Jemand brauchte die Helfer dringender als der Gottesdienst.
Zum achten Mal fand die Veranstaltung in der Musikschule statt. Sie hilft den Angehörigen mit ihrem Schmerz und der Trauer. Im Anschluß an den Gottesdienst konnten sie sich mit anderen Betroffenen bei Kaffee und Kuchen austauschen.
Autor: wf
Warum grade wir? (Foto: nnz)
Auch wenn die Retter schnell sind, manchmal kommen sie zu spät und können im Straßenverkehr verunglückten Menschen nicht mehr helfen. Heute waren die Angehörigen der Verstorbenen und die Mitarbeiter der Rettungsdienste eingeladen an die Opfer zu denken. Trotz immer besseren Sicherheitssystemen, die sicher vielen das Leben retten, verunglückten bis Oktober 1123 Personen, 33 starben sogar. Superintendent Michael Bornschein machte den in seinen Fähigkeiten begrenzten Menschen zum Inhalt seiner Predigt. "So gut die ganzen Sicherheitssysteme auch sind, verleihen sie nicht eine trügerische Sicherheit?" fragte er und gab selbst die Antwort. Viele Autofahrer würden durch ABS, ESP und anderes angehalten noch schneller zu fahren und weniger Sicherheitsabstand einzuhalten, sie haben ja bessere Bremsen. "Bei allem technischen Fortschritt, die Reaktionsfähigkeiten des Menschen sind begrenzt" mahnte der Pfarrer. Theoretisch wisse ja jeder, daß ihm selbst oder einem Angehörigen ständig etwas passieren könne, daß plötzlich zwei Polizisten vor der Haustür stehen und mitteilen, das eigene Kind sei tot.
Nicht alle Menschen können so eine schlimme Nachricht überbringen und sich den Trauernden zuwenden. In Nordthüringen gibt es deshalb die Notfallseelsorge und den Kriseninterventionsdienst. Pfarrer Peter Gerstenberger gehört zu dem Team, welches sich auch um die Einsatzkräfte kümmert. Schließlich müssen die Helfer von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst die Situation ebenfalls verarbeiten, damit sie weiter ihrer Aufgabe nachgehen können. Um allen Gottesdienstbesuchern eine Vorstellung von schrecklichen Unfällen zu vermitteln, zeigte die Polizei einige Fotos. Es waren mit Sicherheit nicht die schlimmsten aus dem Archiv.
Polizeihauptkommisar Jochen Seliger, der Vorsitzende des Kriseninterventionsdienstes, wies wieder einmal darauf hin, daß es besonders die jungen Autofahrer sind, die im Straßenverkehr ums Leben kommen. Trotz zahlreicher Aufklärungsangebote über die Risiken sind 32% der Getöteten junge Leute zwischen 18 und 25. Insgesamt verursachen sie 9 % aller Unfälle. Ein wenig mehr Rücksicht beim Fahren, keinen Alkohol oder Drogen am Steuer, und vielen Eltern bliebe die schlimme Nachricht vom Tod des Kindes erspart.
Für mehr Vernunft auf der Straße beteten Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr aus Niedersachswerfen. Sie hatten das Vater unser-Gebet abgewandelt. Während sie sprachen klingelte das Telefon und die Mannschaft vom Johanniter-Rettungswagen machte sich auf den Weg. Jemand brauchte die Helfer dringender als der Gottesdienst.
Zum achten Mal fand die Veranstaltung in der Musikschule statt. Sie hilft den Angehörigen mit ihrem Schmerz und der Trauer. Im Anschluß an den Gottesdienst konnten sie sich mit anderen Betroffenen bei Kaffee und Kuchen austauschen.

