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Do, 13:11 Uhr
18.11.2004

Gerettet

Nordhausen (nnz). Nach nunmehr etwas über drei Jahren wird die Nordhäuser Blasii-Kirche nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mit einem festlichen Gottesdienst am 28. November wieder eröffnet. Die nnz mit einem Rück- und Ausblick.


Gerettet (Foto: nnz) Gerettet (Foto: nnz) Tief saß damals der Schock, als im Sommer 2001 die Blasii - Kirche für die allermeisten Nordhäuser und auch für die Kirchengemeinde völlig überraschend wegen statischer Probleme baupolizeilich gesperrt wurde. Bauliche Mängel waren zwar schon länger bekannt und so gab es in den Vorjahren ständige Bemühungen zur Erhaltung der Evangelischen Hauptkirche Nordhausens, aber mit dem Ausmaß und vor allen der Gefährlichkeit der Schäden hatte niemand gerechnet.

Schnell war man sich in Nordhausen einig, dass alles dafür getan werden musste dieses Wahrzeichen der Stadt Nordhausen zu erhalten. Dem eilig gegründeten Fördervereinen gelang es, insgesamt über 100.000 Euro für die Sanierung zusammen zu bringen. Die Kirchengemeinde selbst sammelte 45.000 Euro. Damit waren die Gesamtkosten der Sanierung zwar bei weitem nicht bezahlt, aber für alle anderen Geldgeber gab es ein eindrucksvolles Signal, dass die Nordhäuser bereit sind, sich für ihre Kirche stark zu machen. Die etwas über drei Millionen liegende Bausumme wurde dann vor allem aus Mitteln der Städtebauförderung, des Denkmalschutzes, der Kirchenbaustiftung sowie kirchlichen Töpfen zusammen gebracht.

Der beim Bau der Blasii-Kirche verwendete Gipsmörtel stellte für die Sanierung eine große Herausforderung dar. Die in früheren Jahrhunderten selbstverständliche Verwendung dieses Materials musste für die heutige Zeit sozusagen neu erfunden werden. Schwerste Schäden mussten an der hölzernen Dachkonstruktion beseitigt werden. Die Sparren des Langhauses wurden nahezu vollständig ausgewechselt. Das ganze Dach erhielt eine neue Holzverschalung, neue Aufbauten und wurde wieder mit Schiefer eingedeckt.

Am Mauerwerk der Kirche waren umfangreiche Steinaustausche erforderlich. An einigen Stellen mussten Wandbereiche abgebrochen und wieder neu errichtet werden. An der Südseite wurden die Fundamente verstärkt. Der problematische Gewölbeschub wird zukünftig von einer Gewölbeklammer zuverlässig aufgenommen. An den Türmen, den mit etwa 700 Jahren ältesten Bauteilen, haben die Steinmetze viele Formteile repariert oder ersetzt. Außerdem haben die Türme eine Umschnürung mit Karbonbändern erhalten. Entsprechend der historischen Befunde wurden die Wandflächen der Turmobergeschosse mit einem Gipsputz versehen.

Als im Sommer dieses Jahres das Ausmaß der Schäden an den Türmen vollends sichtbar wurde, waren die Bauarbeiten kurz davor eingestellt zu werden. Nur mit einer gemeinsamen finanziellen Kraftanstrengung aller Beteiligten konnte ein Baustopp verhindert werden. Viele der ursprünglich geplanten Sanierungsarbeiten - vor allem in Inneren der Kirche - konnten aus diesem Grunde aber nicht mehr umgesetzt werden. So gibt es derzeit weder Geld für eine neue Innenausmalung der Kirche noch für die Instandsetzung der Orgel oder die Aufhängung der dritten Glocke.

Auch die eigentlich eingeplante Restauration der Kunstgüter wie das Meyenburg-Epitaph oder das große mittelalterliche Kreuz musste verschoben werden. Um diese Arbeiten in den kommenden Jahren noch nachholen zu können, bittet die Kirchengemeinde weiterhin um Spenden auf das Konto bei der Kreissparkassen Nordhausen (Nr. 33030077 BLZ 82054052). Nachdem die Gemeinde über drei Jahre auf ihre Blasii - Kirche verzichten musste, soll die Kirche möglichst eine Offene Kirche sein. So ist sie während der Festwoche täglich von 10.00 - 12.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Die restliche Adventszeit wird die Kirche dann immer Nachmittags von 15.00 Uhr - 17.00 Uhr geöffnet sein. Das Ausführliche Programm der Festwoche zur Eröffnung finden Interessierte im Internet.
Autor: nnz

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