Mi, 06:35 Uhr
17.11.2004
Schritt in die richtige Richtung
Schritt in die richtige Richtung (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Thema der Berichterstattung der nnz war gestern u.a. der 1. Nordhäuser Baustofftag, der am Montag in der Fachhochschule Nordhausen (FHN) stattfand. Das Thema soll hier noch einmal aufgegriffen und untersetzt werden, um die Bedeutung dieser Veranstaltung zu verdeutlichen.Horst Huck, Sprecher des im März 2004 gegründeten Kooperationsverbund Baustoffe verwies in der Begrüßung der Teilnehmer zwar beiläufig, aber immerhin deutlich genug, auf das Ergebnis einer Unternehmensbefragung der IHK Erfurt zur Standortzufriedenheit im Landkreis Nordhausen. Nach den zwischenzeitlich geführten Gesprächen der nnz zu dieser Thematik scheint es gewisse Auslegungsdifferenzen zu einzelnen Fragen zu geben. Keine Differenzen allerdings kann es zur Aussage der befragten Unternehmer zum wirtschaftspolitischen Klima am Standort Nordhausen geben, denn dazu heißt es in der Erläuterung: Sehr großer Handlungsbedarf besteht in punkto wirtschaftspolitisches Klima. Zwar wird dieser Faktor von den Unternehmern als der zweitwichtigste angesehen, allerdings zeigen sie sich überaus enttäuscht und völlig unzufrieden. So ergibt sich auf der Zufriedenheitsskala ein bedenklicher vorletzter Platz...
Diese Aussage ist eindeutig. Bei der Frage nach Faktoren und Möglichkeiten einer Verbesserung dieses Klimas können die Unternehmer selbst und ihre Fachverbände nicht ausgespart bleiben. Insofern war dieser Baustofftag als Veranstaltung des Nordhäuser Unternehmerverbandes nicht nur eine bemerkenswerte Fachveranstaltung des Kooperationsverbunds Baustoffe, sondern ein bedeutender Beitrag zur Verbesserung dieses wirtschaftspolitischen Klimas. Wozu natürlich die Berichterstattung darüber gehört.
Zum chronologischen Ablauf dieser Veranstaltung bleibt demzufolge zu berichten, dass nach der Eröffnung und Begrüßung der Teilnehmer durch Horst Huck und dem Grußwort von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz zum Thema selbst Dipl.Ing Gert-Dietrich Reuter als Vertreter der Baustoffindustrie die Rahmenbedingungen der Baustoff- und Baurohstoffwirtschaft darstellte und bewertete. Dass dabei das Interesse der Industrie am Abbau standortgebundener Rohstoffe im Vordergrund stand, ist verständlich. Der Südharz und damit der Landkreis Nordhausen gehören nun einmal zu den Gebieten, die am reichsten an solchen Rohstoffen sind.
Dazu machte aus der Sicht der Landesregierung Ministerialrat (MR) Burkhard List (nnz-Foto) vom neu geschaffenen Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr Ausführungen, die die Raumordnung, die Landes- und Regionalplanung zur Grundlage hatten. Danach soll der Abbau oberflächennaher und mineralischer Rohstoffvorräte bedarfsgerecht und gleichzeitig unter Berücksichtigung der Versorgung zukünftiger Generationen langfristig gesichert werden. Die Ausführungen des MR zur Raumplanung werden noch Gegenstand eines eigenen Beitrags sein.
Zu Projekten der Verkehrsinfrastruktur in der Region Nordthüringen referierte Franz Rohmund vom Straßenbauamt Nordthüringen. Dabei ging es um die im Bau befindliche A 38, deren Zubringer, Ortsumgehungen und Planungen zur B 4. Man kennt diese Vorhaben aus vielen vorangegangenen Vorträgen (siehe nnz-Archiv), bei denen es in jüngerer Zeit eigentlich vornehmlich um Fragen von Terminen ging. Dazu wies Rohmund sehr deutlich darauf hin, dass sein Amt zuständig ist für Maßnahmepläne, nicht für deren Finanzierung und terminliche Abläufe, für die die politischen Entscheidungsträger zuständig seien. Die Teilnehmer hörten schließlich einen sehr spezifischen, sehr akademischen Vortrag von Prof. Anette Müller von der Bauhaus-Universität Weimar, der sich mit Schüttgütern und deren Kriterien befasste.
Das Programm dieses Baustofftages beinhaltete weiter Referate zum geplanten Kompetenzzentrum der Fachhochschule – mit dessen Bau gerade begonnen wurde – und einen Vortrag von Dipl. Ing Martin Kreßner von der Technischen Universität Bergakademie Freiberg zur computergestützten Bergbauplanung, erläutert an einem konkreten Beispiel, das nnz in Verbindung mit dem Kompetenzzentrum noch in einem besonderen Beitrag behandeln wird. Zur Begründung und abschließend wird noch einmal auf die Studie zur Standortzufriedenheit im Landkreis Nordhausen hingewiesen, in dem im Abschnitt Kontakte zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen u.a. ausgeführt wird ...Nur ein Drittel der Manager hält diese Kontakte für wichtig. Für die verbleibenden 63 Prozent sind sie eher unwichtig. Diese Feststellung scheint ebenso erklärungs- wie verbesserungsbedürftig, wozu nnz beitragen will.


