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Do, 08:37 Uhr
26.10.2017
mit weniger Papier in der Verwaltung

Die eAkte kommt

Das Jobcenter des Landkreises Nordhausen löst die klassische Aktenverwaltung ab und nutzt ab November die elektronische Akte. Ziel dieser papierlosen Akte ist es, die Arbeitsabläufe im Jobcenter zu verbessern und zu vereinfachen, sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter...

Das Jobcenter wird so zu einem papierarmen Dienstleister. „Die Vorteile für unsere Kunden liegen auf der Hand: Die Wartezeiten werden sich noch weiter verkürzen und es wird möglich sein, Auskünfte noch schneller als bislang zu erteilen“, sagt Heiko Röder, Geschäftsführer des Jobcenters.

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Elektronische Aktenführung heißt, dass die eingehende Kundenpost gescannt und computerlesbar gespeichert wird. Dabei hat der Datenschutz höchste Priorität: Die Dokumente können immer nur die Jobcenter-Beschäftigten einsehen, die den jeweiligen Kunden betreuen und das individuelle Anliegen bearbeiten. Durch die eAkte können Mitarbeiter Fragen der Kunden in der Regel schneller beantworten, denn die Akte ist sofort auf den Bildschirmen verfügbar. „Bei den papiergebundenen Akten kam es immer wieder vor, das sie gerade im Haus unterwegs waren und erst aus einer anderen Ablage geholt werden mussten. Jetzt sind die Informationen immer sofort im Computer verfügbar“, so Heiko Röder. „Ziel der neuen eAkten ist es daher auch, die Bearbeitungszeiten zu senken, denn es müssen beispielsweise nicht länger Akten transportiert oder aus unserem umfangreichen Aktenarchiv herausgesucht werden.“

Auf dieses meterlange Archiv wird sich die neue eAkte natürlich perspektivisch auch auswirken: Eine durchschnittliche Akte von Kunden eines Jobcenters umfasst etwa 300 Seiten, oft auch mehr. Bundesweit lagern damit zurzeit insgesamt fast 5 Milliarden Blatt Papier in den Jobcentern. Ohne die eAkte würden jeden Tag rund 1,8 Millionen Blatt hinzukommen. Die elektronische Akte hilft also dabei, diese Papierflut einzudämmen und dadurch mittelfristig auch Lagerkapazitäten im Jobcenter einzusparen. Zugleich ist die elektronische Aktenverwaltung ein wesentlicher Grundbaustein für kundenfreundliche Online-Angebote der Zukunft.

Für die Kunden ändert sich nichts. Sie können weiterhin wie gewohnt ihre Anliegen auch per Brief an ihr Jobcenter senden. Eingereichte Unterlagen werden nach der Digitalisierung acht Wochen aufbewahrt und danach gemäß der Datenschutzrichtlinien vernichtet. Deshalb sollten in der Regel nur Kopien eingereicht werden und Originale nur dann, wenn diese ausdrücklich angefordert werden.

Die ersten Vorbereitungen, um die eAkte einzuführen, haben in Nordhausen schon im Frühjahr begonnen. So hat das Jobcenter beispielsweise seine Mitarbeiter geschult und auch die erforderlichen IT-Maßnahmen umgesetzt. Die Bundesagentur für Arbeit verwaltet seine Akten schon seit 2012 in den Agenturen für Arbeit sowie den Familienkassen elektronisch. Erste Modellerprobungen der eAkte in Jobcentern gab es 2015. Bis Mitte des kommenden Jahres wird nun die elektronische Akte nach und nach in allen 303 Jobcentern in Deutschland eingeführt, die die Bundesagentur gemeinsam mit den Kommunen betreiben.
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
26.10.2017, 09:50 Uhr
Super Sache
Die durch die eAkte frei werdenden Kapazitäten und damit die Mitarbeiter des Jobcenters, könnte man doch gleich für die freie Wirtschaft freisetzen.
So könnte doch dem drohenden Fachkräftemangel gleich durch hochmotivierte Mitarbeiter des oder auch der Jobcenter entgegenwirkt werden.
Die dann Ex Mitarbeiter der/des Jobcenter/s könnten dann ihre Jahrelangen Erfahrungen in der Theorie gleich in die Praxis und somit gleich in die Tat umsetzen, um als Vorbild voranzuschreiten.
Etwaige Lohneinbußen, die in der freien Wirtschaft an der Tagesordnung sind, werden durch den unerschütterlichen Willen, sofort eine neue Tätigkeit aufzunehmen um somit die Staatskasse zu entlasten, nahezu gar nicht wahrgenommen, da ja das Zauberwort " Arbeit" über alles gestellt ist und von diesen Mitarbeitern jahrelang Gebetsmühlenartig propagiert wurde.
Andreas Dittmar
26.10.2017, 11:16 Uhr
Manche denken da schon weiter
Langfristig werden nicht nur die Jobcenter diesen Weg einschlagen und ihre Datenbestände digitalisieren sondern auch andere Behörden. Natürlich werden dadurch personelle Kapazitäten frei. Ob es dabei so gewollt ist, die Wirtschaft mit Fachkräften aufzustocken glaube ich nicht. Das würde auch keinen Sinn machen. Viele Beamte und Angestellte treffen Entscheidungen und legen Maßnahmen fest. Damit sie das können, haben sie eine gewisse Ausbildung. Das sollte auch weiterhin beibehalten werden. Eine Software über Anträge entscheiden zu lassen, wäre aus meiner Sicht ein Schritt in die falsche Richtung. Es ist auch riskant, nicht nur die Datensätze der Jobcenter sondern auch die anderer Verwaltungen zentral in einer Cloud zu sammeln. Der Bürger bekommt dadurch zwar die Möglichkeit, viele Dinge einfach unkompliziert online zu erledigen und spart den Weg auf die Ämter. Andere Länder praktizieren sowas schon länger. Wenn er Hilfe braucht, ruft er eine Hotline an. Da geht es aber dann schon los. Das könnte ein Dienstleister in Osteuropa oder Übersee sein. Auch auf die Standorte der Server selbst und die Sicherheitsanforderungen hat der Bürger wenig Einfluß.
Andreas Dittmar
26.10.2017, 11:36 Uhr
kleiner Nachtrag
Wenn man plötzlich genau auf das persönliche Profil zugeschnittene Stellenangebote im Spamordner seines E-Mail-Postfachs findet oder seinen Führerschein abgeben mußte und gleich darauf Angebote für die MPU bekommt, könnte das System ein kleines Leck haben.
free Gigi
26.10.2017, 12:12 Uhr
Guten Morgen
was hier als techn. oder organisatorischer Meilenstein verkauft wird, ist state of the art oder um beim Deutsch zu bleiben, Stand der Technik (zumin in der freien Wirtschaft). Einige andere Behörden wie bereits schon erwähnt oder andere Landkreise waren da in der Vergangenheit schon deutlsch schneller als NDH. Nungut.

Ja Wolfi, wie immer mit tollen Vorschlägen und Anregungen ;-)

Die andere Seite der Medaille ist, der Weg zum gläsernen Menschen. Machen wir uns nichts vor, bereits heute werden Personenprofile erstellt, gespeist von allen unzähligen digitalen Fingerabdrücken die wir hinterlassen. Ob Smartphone- oder Internetnutzung, Kreditkarte, Steuererklärung, Bewerbungen, Auslandsreisen, etc... Mögliche Idee der AA könnte demnach auch sein, deren "Zahlungsempfänger" zu überwachen und bei Verstöß gleich digital zu sanktionieren. Nur blöd (oder gut) wenn man überhaupt, über gar keine Identität verfügt bzw diese an der Grenze verlorengegangen ist...
Waldemar Ceckorr
26.10.2017, 12:53 Uhr
fachkräftefreisetzung ?
ich weiß nicht wie man auf die idee kommt das mit der umstellung auf eAkte auch nur 1 ( in worten EIN ) mitarbeiter frei wird.
das muss mir mal einer plausibel erklären.

der waldi
Andreas Dittmar
26.10.2017, 15:28 Uhr
@Waldemar Ceckorr das ist das Fernziel
Die eAkte ist nur die Vorarbeit. Hier wird man bestimmt sogar noch zusätzlich Personal brauchen, welche die ganzen Aktenberge einscannen bzw. die Datenbanken füttern. Danach hat man aber theoretisch die Möglichkeit, das entweder der Kunde selbst oder externe Dienstleister bestmmte Arbeiten übernehmen. Es wird auch nicht die höher besoldeten Beamtenposten treffen weil man diese nicht einfach so irgendwoanders einsetzen kann, eher Angestellte und Sachbearbeiter. Die Bundespost war früher auch mal eine Behörde mit wesentlich mehr Mitarbeitern....
Wolfi65
26.10.2017, 17:09 Uhr
Hier wird nichts eingescannt
Die guten Taten der Versicherten in der Vergangenheit werden nicht einfach eingescannt und eins zu eins übernommen.
Die Versicherungsjahre Ost sind ja sowieso der deutschen Zweisamkeit zum Opfer gefallen.
Wie z.B. die Freiwillige Renten Zusatzversicherung.
Wieso sollte man da mit den Arbeitslosenversicherungszeiten anders umgehen, zumal es ja in der DDR, gar keine Arbeitslosen- und deren zu berechnenden Zeiten gab.
Aber mal was anderes.
Es werden bei der etwaigen Digitalisierung von Akten aber wohl Arbeitskräfte freigesetzt.
Zum Beispiel die Damen und Herren, die den ganzen Tag in der Agentur-und im Jobcenter mit dem Aktenwagen unterwegs sind.
Welche Akten sollen denn dann noch herumgefahren werden?
Etwa die Digitalen Datenträger und Wechselmedien der betreffenden Computer?
Die sind doch untereinander vernetzt.
Wer will denn da noch von A nach B etwas transportieren, außer eine Armada von ausgetrunkenen Kaffeetassen, welche sich im Laufe des schweren Arbeitstages in den Büros so ansammeln?
Waldemar Ceckorr
26.10.2017, 22:39 Uhr
hallo wolfi,
machen sie sich mal die mühe und setzen sie sich den ganzen tag ins jobcenter und filmen oder notieren sie mal die leute die ihrer meinung nach mit aktenwagen unterwegs sind.
hoffentlich schlafen sie dabei nicht ein.
und nein, ich bin kein mitarbeiter, ich bin rentner.

der waldi
geloescht.20250302
27.10.2017, 00:04 Uhr
Werden denn alle Akten eingescannt?
Ich gibt nämlich auch welche, für deren Einsicht man die Hilfe eines Anwalts braucht.

Z. B. um die Identität eines Denunzianten zu schützen, der zufälligerweise beim Besuch einer Hartz-IV-Bezieher-Toilette eine nicht zuordenbare Zahnbürste findet.

Das alles stinkt nach gläsernem Bürger und betrifft nur wieder die schon immer hier Lebenden und nicht den Schutzsuchenden mit Identität Nr. 5.
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