eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 14:40 Uhr
25.10.2017
Familienzentrum startet Spendenaktion

Ein Freitag ohne Fahrzeug

Das Auto stehen lassen, ein wenig Geld sparen und etwas Gutes tun, nicht nur für die Umwelt, sondern auch für eine Familie, die Hilfe gebrauchen kann - diese Idee will das Familienzentrum in der Vorweihnachtszeit mit dem "autofreien Freitag" umsetzen...

Einfach mal das Auto stehen lassen - und etwas Gutes tun (Foto: Angelo Glashagel) Einfach mal das Auto stehen lassen - und etwas Gutes tun (Foto: Angelo Glashagel)

Einmal im Jahr unterstützt das Jugendsozialwerk ein Projekt, das mit dem eigenen Verein nicht eben viel zu tun hat, aber von den Mitarbeitern erdacht wurde. Einmal sammelte man ganz klassisch Spenden für Erdbebenopfer in Nepal, im Jahr darauf Schulmaterial für Kinder, die es auf der Flucht nach Nordhausen verschlagen hatte. Ungewöhnlichere Wege ging man im vergangenen Herbst. Das Familienzentrum hatte damals zur Aktion "Äpfel für Alleppo" aufgerufen - frei zugängliche Obstbäume wurden von Freiwilligen abgeerntet, die Erlöse aus der Aktion kamen den Menschen im vom Krieg heimgesuchten Alleppo zu Gute.

Anzeige symplr (1)
Auch dieses Jahr stammt die Idee wieder aus dem Familienzentrum, richtet ihr Augenmerk aber diesmal nicht auf die abstrakte Ferne, sondern will vor Ort helfen. Wieder will man Spenden sammeln, in diesem Jahr für Familie S. Die besteht aus Mutter und Vater sowie je drei Töchtern und drei Söhnen. Nach mehreren Schlaganfällen ist der Vater als eine tragende Säule der Familie ausgefallen und liegt im Pflegeheim. Frau S. ist selber bereits Rentnerin und hat mit eigenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ihr ältestes Kind ist 20 Jahre alt, das jüngste gerade acht.

Große, ausgefallene Wünsche haben sie nicht, die Familie ist bescheiden. Ein Umzug wäre vonnöten und ein wenig neue Ausstattung für die Kinderzimmer. Helfen will dabei das Familienzentrum, aber eben nicht mit einer herkömmlichen Spendenaktion.

Statt klassisch Geld zu sammeln will man die Hilfsaktion mit einer anderen, etwas ausgefalleneren Idee verbinden - dem "autofreien Freitag". "Wir möchten die Nordhäuserinnen und Nordhäuser dazu aufrufen, an den Freitagen zwischen dem 3. November und dem 22. Dezember, das Auto einfach einmal stehen zu lassen und sich anderweitig auf den Weg zur Arbeit oder zur Schule zu machen", erläuterte Vivien Grabe, Leiterin des Familienzentrums. Zusammen mit Kollegin Nancy Ziesemann hat sie das Projekt erdacht. Das so gesparte Geld, und wenn es nur ein paar Euro sind, könnte man dann spenden, so die Überlegung der beiden Damen. Auch mit Kleinstbeträgen, mit "Mikro-Spenden in solidarischer Masse", ließe sich etwas bewegen, meinte Holger Richter.

"Wir sind stolz auf unsere Belegschaft, die alleine Impulse gibt und mit ihren Ideen auf den Vorstand zukommt", sagte Richter heute. Die Aktionen sind auch außerhalb Nordhausens bemerkt worden, das Familienzentrum wurde für seine Apfelaktion mit dem Thüringer Ehrenamtspreis ausgezeichnet und für den deutschen Engagementpreis nominiert. Die Anerkennung sei schön, es gehe aber nicht darum irgend etwas zu gewinnen, sondern mit einfachen Mitteln Dinge zu bewirken, sagte Richter, "wir wollen Hilfe leisten für Menschen die Hilfe brauchen".

Mit einfachen Mitteln viel bewegen - das Jugendsozialwerk, die Stadtverwaltung und die Verkehrsbetriebe starten Spendenaktion (Foto: Angelo Glashagel) Mit einfachen Mitteln viel bewegen - das Jugendsozialwerk, die Stadtverwaltung und die Verkehrsbetriebe starten Spendenaktion (Foto: Angelo Glashagel)

Frau Grabe hat für sich schon ausprobiert, wie ein Freitag ohne Fahrzeug funktionieren kann, eine gute halbe Stunde braucht sie zu Fuß von zu Hause bis zur Arbeit, erzählt sie. Kollegin Sylvia Spehr hat weitere Strecken vor sich, um nach Hannover zu kommen will sie statt dem eigenen Pkw den Bus nehmen. Die Ersparnis brächte pro Fahrt rund 30 Euro für das Spendensäckel.

Mit im Boot ist auch die Stadtverwaltung und mit ihr die Verkehrsbetriebe. Sie begrüße es das man mit dem Projekt auch zum Nachdenken über die Mobilität in der Stadt anregen würde, sagte Bürgermeisterin Jutta Krauth. Über die Verkehrsbetriebe hatte man gehofft einen Sondertarif anbieten zu können, allein die bürokratischen Hürden seien in der Kürze der Zeit zu groß gewesen, auch Amtsstuben außerhalb von Stadt und Kreis hätten bei derlei Entscheidungen mitzureden.

Dennoch will man sich bei den Verkehrsbetrieben an der Aktion beteiligen. An zwei Tagen im Dezember wird man wieder am Glücksrad drehen können, der Erlös fließt dem Projekt zu. Auch die traditionelle Martini-Kollekte soll in diesem Jahr der Aktion zu Gute kommen.

Wer selber spenden will kann das über das Spendenkonto des JugendSozialwerks tun:

Jugendsozialwerk Nordhausen e.V.
Sparkasse Nordhausen
IBAN: DE56 8205 4052 0030 0113 40
BIC: HELADEF1NOR


Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, online unter www.jugendsozialwerk.de/spenden seinen Beitrag zu leisten. Ob man das Auto dann auch tatsächlich stehen lässt, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Angelo Glashagel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
kein
26.10.2017, 05:17 Uhr
Unser OB
Unkompliziert könnte unser neuer Ob helfen mit seinen 300€ die er Monatlich spenden wollte von seinen Bezügen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)