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Sa, 10:28 Uhr
14.10.2017
ORTSCHRONIST OTTO PABST AUS HAINRODE:

Rastlos forschend auch mit 91

Otto Pabst, staatlich geprüfter Landwirt, war Ökonom in der LPG Wolkramshausen. Gewissenhaft erfüllte er seine Arbeit. Nebenbei widmete er sich akribisch der Erforschung der Geschichte seines Heimatortes Hainrode. Pabst ist ein leidenschaftlicher Chronist...

Rastlos forschend auch mit 91: Otto Pabst (Foto: privat) Rastlos forschend auch mit 91: Otto Pabst (Foto: privat) Auch mit 91 Jahren ist Otto Pabst Ortschronist mit Leib und Seele. Oft sitzt er vor dem Laptop und schreibt auf, was er an Schriften zusammentrug, um Geschichte der Nachwelt zu erhalten. Der Senior gehört dem Heimat -und Museumsverein an, der unter Gudrun Zeitler das Dorf im Internet präsentiert. Auch an Veranstaltungen der Landsenioren nimmt er gelegentlich noch teil.

Hainrode. Es bedurfte keiner Anregung der Volkskammer der DDR, Dorfgeschichte zu erforschen und aufzuschreiben. Als Pabst 1984 offiziell vom Rat der Gemeinde mit dieser Aufgabe betraut wurde, hatte ihn der Forschergeist schon erfasst. Es begann mit der Familienchronik. Sie reicht, sagt Sohn Otfried, väterlicherseits bis in das Jahr 1620. Die Männer waren überwiegend in der Landwirtschaft tätig. „Mein Urgroßvater, der Karl Pabst, war ab dem 2. Februar 1873 viele Jahre lang Bürgermeister in Wülfingerode“, erzählt Otfried. „Vom Bauernjungen zum Ortschulzen und Amtsvorsteher“ titelte damals eine Zeitung.

Otto Pabsts Anliegen war es, detailliert die Ortsgeschichte zu erkunden. In unzähligen Stunden seiner Freizeit widmete er sich dieser anspruchsvollen Arbeit. Er sichtete Aufzeichnungen in Kirchenbüchern, stöberte in Archiven, sprach mit betagten Einwohnern seines Dorfes. Einige verfügten noch über alte handschriftliche Unterlagen. Der Hobby-Chronist fügte das Puzzle nach und nach zu einer anspruchsvollen Chronik zusammen.

Otto Pabst hielt auch Diavorträge über die engere und weitere Heimat. In Wort und Bild – der Mann fotografiert auch gern – hielt er das Geschehen im Ort fest. In einer Publikation schrieb Heimatkundler Horst Rasemann aus Kleinfurra über ihn: „Dank seiner Nachforschungen und unermüdlichen Beharrlichkeit und später mit Unterstützung des Nordhäuser Historikers Dr. Peter Kuhlbrodt konnte auch die Geburtsstätte des großen Altphilologen F.A. Wolf in Hainrode wiederentdeckt und durch einen Gedenkstein der Nachwelt erhalten bleiben“.

„Vater war mit meinem Bruder Heiko und mir oft unterwegs, um Orientierungstafeln und Schilder, die auf zahlreiche Wanderwege und Naturlehrpfade hinwiesen, anzubringen, zu überprüfen oder zu erneuern“, erinnert sich Sohn Otfried. „Er weckte in uns Heimatgefühle. Wir lernten von ihm, was Heimat bedeutet, sie schätzen und lieben“, ist der Sohn überzeugt.

Ottos Pabsts Forscherdrang blieb nicht unentdeckt. Vater, zählt der Sohn auf, war Mitglied im Kulturbund, im Beirat für Denkmalpflege, Kreisvorstandsmitglied für Heimatgeschichte und Mitglied der Arbeitsgruppe zur Erforschung und Propagierung der Regional -und Heimatgeschichte. Urkunden und Ehrungen künden von seinen Verdiensten.

Otto Pabst ist jetzt 91 Jahre alt. Schwierige Operationen und Komplikationen zwangen ihn in den Rollstuhl. Sohn Otfried, Ehefrau Elke und eine Pflegekraft kümmern sich liebevoll um ihn. „Meinen Vater, der uns gleich gegenüber wohnt, besuche ich oft. Sein Geist ist hellwach geblieben. Zumeist sitzt er vor seinem Laptop, schreibt nieder, was er an Schriften zusammentrug“, erklärt Sohn Otfried.
Kurt Frank
Autor: red

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