Di, 21:30 Uhr
26.09.2017
Zwei Gesichter von Feuer Powertrain
Arbeitszeit wird reduziert - Großauftrag ab 2020
Erst waberte durch Nordhausen das Gerücht, bei Feuer Powertrain werde ab dem 1. Oktober kurzgearbeitet. Das ist nicht der Fall, aber...
Weniger Wochenstunden - weniger Geld in der Tasche (Foto: nnz)
... das Unternehmen, das Kurbelwellen herstellt und das erst in diesem Jahr mit der chinesischen Haowu-Gruppe ein Joint-Venture einging, befindet sich derzeit in einem Auftragsloch, bestätigt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralph Hilgert der nnz.
"Mit uns hat die Firmenleitung vereinbart, die wöchentliche Stundenzahl von 38 auf 33 Stunden zu reduzieren. Natürlich ohne Lohnausgleich", sagt Hilgert. Das sind für den "Durchschnittsmitarbeiter zwischen 200 und 300 Euro Netto weniger im Monat. Bereits in diesem Jahr hatte sich das Unternehmen, bei dem derzeit 680 Frauen und Männer in Lohn und Brot stehen, von 75 Leiharbeitern getrennt, hatte jedoch 35 von ihnen befristete Arbeitsverträge angeboten.
Die Absenkung der Wochenstunden ist bis zum 31. Dezember befristet. Ralph Hilgert sieht momentan für die Zeit danach kein Licht am Ende des Tunnels, "es wird wohl dann Kurzarbeit angemeldet werden müssen." Die jetzige Übergangsphase ist für den Arbeitgeber sehr komfortabel, denn er muss nur für die 33 Stunden Arbeitszeit auch Sozialabgaben zahlen. Wenn dann die Kurzarbeiterregelung greift, springt zwar die Arbeitsagentur ein, allerdings muss der Arbeitgeber die Sozialabgabe auf die tariflich verbindlichen 38 Stunden zahlen.
Die nnz hatte auch bei der Firmenleitung nachgefragt. Auch Geschäftsführer Oliver Wönnmann bestätigte die nnz-Information und begründet den Schritt, der auch im neuen Tarifvertrag mit der IG Metall verankert sei, mit saisonalen Rückgängen. "Wir haben schon eine gewisse Zeit auf Lager produziert, doch das kann nicht ewig so sein."
Wenn das Unternehmen einen großen Teil der Leiharbeiter nicht zu "Powertrainern" gemacht hätte, dann wären die jetzt entlassen worden. Im Gegensatz zum Betriebsrat sieht Oliver Wönnmann bereits im Februar oder März die Auftragsdelle wieder geglättet.
"Damit ist klar, dass wir nun keinen Dreijahresvertrag mehr annehmen können, denn dieser Großauftrag wird unser Werk in Nordhausen vollständig auslasten", beschreibt Wönnmann die Zukunft. Ein neues Werk dafür zu bauen, das wiederum sei in diesen Zeiten nicht vertretbar. Im Gespräch mit der nnz kündigte der Geschäftsführer an, dass sich das Nordhäuser Unternehmen für einen weiteren Großauftrag beworben habe. Hierzu falle die Entscheidung jedoch erst im November.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Weniger Wochenstunden - weniger Geld in der Tasche (Foto: nnz)
... das Unternehmen, das Kurbelwellen herstellt und das erst in diesem Jahr mit der chinesischen Haowu-Gruppe ein Joint-Venture einging, befindet sich derzeit in einem Auftragsloch, bestätigt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralph Hilgert der nnz.
"Mit uns hat die Firmenleitung vereinbart, die wöchentliche Stundenzahl von 38 auf 33 Stunden zu reduzieren. Natürlich ohne Lohnausgleich", sagt Hilgert. Das sind für den "Durchschnittsmitarbeiter zwischen 200 und 300 Euro Netto weniger im Monat. Bereits in diesem Jahr hatte sich das Unternehmen, bei dem derzeit 680 Frauen und Männer in Lohn und Brot stehen, von 75 Leiharbeitern getrennt, hatte jedoch 35 von ihnen befristete Arbeitsverträge angeboten.
Die Absenkung der Wochenstunden ist bis zum 31. Dezember befristet. Ralph Hilgert sieht momentan für die Zeit danach kein Licht am Ende des Tunnels, "es wird wohl dann Kurzarbeit angemeldet werden müssen." Die jetzige Übergangsphase ist für den Arbeitgeber sehr komfortabel, denn er muss nur für die 33 Stunden Arbeitszeit auch Sozialabgaben zahlen. Wenn dann die Kurzarbeiterregelung greift, springt zwar die Arbeitsagentur ein, allerdings muss der Arbeitgeber die Sozialabgabe auf die tariflich verbindlichen 38 Stunden zahlen.
Die nnz hatte auch bei der Firmenleitung nachgefragt. Auch Geschäftsführer Oliver Wönnmann bestätigte die nnz-Information und begründet den Schritt, der auch im neuen Tarifvertrag mit der IG Metall verankert sei, mit saisonalen Rückgängen. "Wir haben schon eine gewisse Zeit auf Lager produziert, doch das kann nicht ewig so sein."
Wenn das Unternehmen einen großen Teil der Leiharbeiter nicht zu "Powertrainern" gemacht hätte, dann wären die jetzt entlassen worden. Im Gegensatz zum Betriebsrat sieht Oliver Wönnmann bereits im Februar oder März die Auftragsdelle wieder geglättet.
Großauftrag für Mercedes
Obwohl noch etwas mehr als zwei Jahre ins Land gehen, plant die Powertrain-Geschäftsleitung schon jetzt für den Zeitraum 2020 bis 2028. Genau für diesen Zeitraum wurde ein Großauftrag mit Mercedes geschlossen. Der Konzern mit dem Stern baut in Polen ein neues Werk und die komplette Kurbelwellen-Produktion wird dann aus Nordhausen kommen."Damit ist klar, dass wir nun keinen Dreijahresvertrag mehr annehmen können, denn dieser Großauftrag wird unser Werk in Nordhausen vollständig auslasten", beschreibt Wönnmann die Zukunft. Ein neues Werk dafür zu bauen, das wiederum sei in diesen Zeiten nicht vertretbar. Im Gespräch mit der nnz kündigte der Geschäftsführer an, dass sich das Nordhäuser Unternehmen für einen weiteren Großauftrag beworben habe. Hierzu falle die Entscheidung jedoch erst im November.
Peter-Stefan Greiner

