Mo, 08:00 Uhr
11.10.2004
Ziel: Unter Top 20
Ziel: Unter Top 20 (Foto: nnz)
Nordhausen/Hawaii (nnz). Wenn am kommenden Samstag im hawaiianischen Örtchen Kailua Kona morgens um 7.00 Uhr die Sonne über die Berge klettert, stehen bereits mehr als 1800 Triathleten im 28 Grad warmen Pazifik und warten auf den Startschuß zum wohl bedeutendsten Triathlon-Wettkampf des Jahres: dem IRONMAN Hawaii. Unter ihnen auch eine Nordhäuserin.Was im Jahre 1978 mit 15 Sportlern quasi als einmaliges Experiment gedacht war, hat sich in den darauffolgenden Jahren als Selbstläufer in Sachen Popularität und Vermarktung entwickelt. Bereits 1985 war das Ausdauer-Event über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen mit 1500 Teilnehmern an seine Grenzen geraten, 1987 wurde erstmals der weltweite Qualifikationsmodus eingeführt. 22 Qualifikations-Rennen gibt es derzeit rund um den Globus, und mehr als 50 000 Triathleten wollen sich jährlich für das Saison-Highlight im Pazifik qualifizieren. Für viele wird es ein Traum bleiben, denn bei einer derartigen Leistungsdichte ist allein die Qualifikation für die IRONMAN-Weltmeisterschaft schon eine außerordentliche Leistung.
Für Katja Wollschläger vom Schwimmverein Nordhausen 90 geht der Traum nun schon zum zweiten Mal in Erfüllung. Doch während sie im letzten Jahr relativ gelassen nach Big Island reiste, um dort ordentlich ins Ziel zu kommen, hat die 26jährige diesmal schon konkretere Ziele. Nach mehreren Jahren mit Verletzungen und Krankheiten lieferte sie im Oktober 2003 ein Super-Rennen ab und belegte in dem Weltklassefeld Platz 24, in der Altersklasse 25-29 sogar Platz 2 – Vizeweltmeisterin ! Ein Jahr später möchte sie natürlich daran anknüpfen und sich sogar noch verbessern. Der Altersklassen-Sieg ist schon ein Ziel für mich. Aber eigentlich schaue ich noch mehr auf die Gesamtwertung, dort möchte ich unter die Top 20.
Ihr erstes Saisonziel für 2004 war ein Platz unter den ersten 5 beim IRONMAN France Ende Juni – mit Platz 4 erreichte sie dies und qualifizierte sich gleichzeitig für Hawaii 2004. Seitdem gilt die ganze Konzentration der IRONMAN-WM am 16. Oktober. Im Juli gewann sie den Halle-Saale-Triathlon, Ende August wurde sie Zweite beim Scheunenhof-Triathlon in Nordhausen. Dort unterlag sie einer der Topfavoritinnen für das Rennen am kommenden Samstag, der Braunschweigerin Nina Kraft. Diese möchte sich nach dem 3. Rang 2003 und zweiten Plätzen 2001 und 2002 endlich ihren Traum erfüllen und als erste Deutsche auf Hawaii gewinnen. Während Nina Kraft die letzten Vorbereitungswochen in wärmeren südlichen Gefilden (Lanzarote, Mallorca) verbrachte, trainierte Wollschläger im mitteleuropäischen Herbst.
Die ersten Septemberwochen waren ja sonnig und warm, die letzten 2 Wochen waren allerdings schrecklich. Trotzdem bin ich auch bei Regen radgefahren, ich war ziemlich motiviert. Seit Freitag ist sie nun wieder in der Sonne angelangt, davon gibt es auf Hawaii mehr als genug. Mehr als manch einem lieb ist, dazu heftigster Wind und lange gerade Straßen mit einsamen Lavafeldern rechts und links. Auf den letzten 60 km der 180 km langen Radstrecke kommt der Wind meist von vorne, beim Marathonlauf gibt es keinen Schatten. Die Bedingungen auf Hawaii sind unvergleichlich. Bekommt man hier eine Schwächephase, wirkt sich das verheerend aus. Im letzten Jahr bin ich bestens mit den extremen Verhältnissen zurechtgekommen. Ich hoffe, daß das auch diesmal so ist.
Die letzten Tage verbringt Wollschläger mit lockerem Training und Ausruhen, nachdem sie im September bis zu 35 Stunden in der Woche trainierte. Alles für das eine Ziel – Platz 20 beim bestbesetzten Triathlon-Rennen der Welt !
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