Di, 10:17 Uhr
05.10.2004
Rotation in der SPD
Nordhausen (nnz). Im kommenden Jahr wird sich Bürgermeister Klaus Wahlbuhl aus der aktiven kommunalen Politik verabschieden. Dann wird es sechs Jahre her sein, daß der Sozialdemokrat gewählt wurde. Doch wer wird sein Nachfolger?
Ganz klar, in der SPD werden derzeit strategische Denkspiele angestellt. Nur in welcher SPD? In der des Kreises oder in der Stadt-SPD? Diesmal müssen sich die Genossen wohl oder übel zusammenraufen. Es gibt da einen Kandidat, der sowohl die kreislichen als auch die städtischen Interessen tangiert. Nach nnz vorliegenden Informationen gilt Matthias Jendricke als aussichtsreichster Kandidat für die Wahlbuhl-Nachfolge. Das wird mittlerweile so offen gehandelt, daß nicht nur die Genossen, sondern auch die Christdemokraten bestens im Bilde sind.
Natürlich gilt es bis zum kommenden Frühjahr noch eine Vielzahl von Gesprächen zuführen. Denn so ohne Weiteres kann eben auch ein Matthais Jendricke nicht gewählt werden. Da bedarf es im Nordhäuser Stadtrat einer Mehrheit, von der die SPD meilenweit seit der zurückliegenden Kommunalwahl entfernt ist. Da muß vor allem mit der PDS gesprochen werden.
Die aber wird auch im Kreis ein gefragter Gesprächpartner sein. Denn viel schwieriger erscheint momentan die Regelung der Jendricke-Nachfolge im Landratsamt. Da einen geeigneten Nachfolger zu suchen und zu finden, das wird vor allem die Aufgabe der Kreisvorsitzenden und Fraktionchefin Dagmar Becker werden. Die weiß, wie hauchdünn die Personaldecke bei den Genossen ist, wenn sie überhaupt da ist. Also wird man auch mit einem Import spekulieren müssen. Der oder die Person muß letztlich auch der PDS-Fraktion im Kreistag schmackhaft gemacht werden. Die Verhandlungsposition ist denkbar schlecht, schließlich stellen die Sozialdemokraten hinter CDU und PDS nur noch die drittstärkste Fraktion im Kreistag. Und so wird Dagmar Becker auf ihrer Tippel-Tappel-Tour auch bei den Grünen und der FDP Station machen müssen.
Gespräche soll es mit der PDS bereits gegeben haben, hat die nnz erfahren. Nur wer ist der Ansprechpartner? Rainer Bachmann, der neue starke Mann? Oder vielleicht doch Klaus Hummitzsch, der Stratege im Hintergrund? Keine leichte Aufgabe für Dagmar Becker, sie bezeichnet das gegenwärtige Stadium als Denkprozeß und hält sich ansonsten bedeckt.
Für Matthias Jendricke jedoch ist der Sprung vom Landratsamt ins Rathaus nur der erste Schritt. Mittelfristig wird er als politischer Erbe von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke angesehen. Und für die Nordhäuser SPD wäre ein solcher Schachzug nicht übel. Mit Jendricke erhält man einen kommunualen Politiker zurück, der sich sowohl in der Stadt, als auch im Landkreis auskennt. Jendricke wird dann vor allem der Stadt nützen, wenn es um eventuelle politische Scharmützel mit dem Landkreis geht. Auf der anderen Seite wird Jendricke gegenüber Wahlbuhl eine härtere Gangart innerhalb der Verwaltung anschlagen. Vielleicht härter, als das manchem Genossen lieb sein wird. In dieser Beziehung hatte Jendricke schon nach seinem Amtsantritt als stellvertretender Landrat einige sozialdemokratische Hoffnungen enttäuscht.
Autor: nnzGanz klar, in der SPD werden derzeit strategische Denkspiele angestellt. Nur in welcher SPD? In der des Kreises oder in der Stadt-SPD? Diesmal müssen sich die Genossen wohl oder übel zusammenraufen. Es gibt da einen Kandidat, der sowohl die kreislichen als auch die städtischen Interessen tangiert. Nach nnz vorliegenden Informationen gilt Matthias Jendricke als aussichtsreichster Kandidat für die Wahlbuhl-Nachfolge. Das wird mittlerweile so offen gehandelt, daß nicht nur die Genossen, sondern auch die Christdemokraten bestens im Bilde sind.
Natürlich gilt es bis zum kommenden Frühjahr noch eine Vielzahl von Gesprächen zuführen. Denn so ohne Weiteres kann eben auch ein Matthais Jendricke nicht gewählt werden. Da bedarf es im Nordhäuser Stadtrat einer Mehrheit, von der die SPD meilenweit seit der zurückliegenden Kommunalwahl entfernt ist. Da muß vor allem mit der PDS gesprochen werden.
Die aber wird auch im Kreis ein gefragter Gesprächpartner sein. Denn viel schwieriger erscheint momentan die Regelung der Jendricke-Nachfolge im Landratsamt. Da einen geeigneten Nachfolger zu suchen und zu finden, das wird vor allem die Aufgabe der Kreisvorsitzenden und Fraktionchefin Dagmar Becker werden. Die weiß, wie hauchdünn die Personaldecke bei den Genossen ist, wenn sie überhaupt da ist. Also wird man auch mit einem Import spekulieren müssen. Der oder die Person muß letztlich auch der PDS-Fraktion im Kreistag schmackhaft gemacht werden. Die Verhandlungsposition ist denkbar schlecht, schließlich stellen die Sozialdemokraten hinter CDU und PDS nur noch die drittstärkste Fraktion im Kreistag. Und so wird Dagmar Becker auf ihrer Tippel-Tappel-Tour auch bei den Grünen und der FDP Station machen müssen.
Gespräche soll es mit der PDS bereits gegeben haben, hat die nnz erfahren. Nur wer ist der Ansprechpartner? Rainer Bachmann, der neue starke Mann? Oder vielleicht doch Klaus Hummitzsch, der Stratege im Hintergrund? Keine leichte Aufgabe für Dagmar Becker, sie bezeichnet das gegenwärtige Stadium als Denkprozeß und hält sich ansonsten bedeckt.
Für Matthias Jendricke jedoch ist der Sprung vom Landratsamt ins Rathaus nur der erste Schritt. Mittelfristig wird er als politischer Erbe von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke angesehen. Und für die Nordhäuser SPD wäre ein solcher Schachzug nicht übel. Mit Jendricke erhält man einen kommunualen Politiker zurück, der sich sowohl in der Stadt, als auch im Landkreis auskennt. Jendricke wird dann vor allem der Stadt nützen, wenn es um eventuelle politische Scharmützel mit dem Landkreis geht. Auf der anderen Seite wird Jendricke gegenüber Wahlbuhl eine härtere Gangart innerhalb der Verwaltung anschlagen. Vielleicht härter, als das manchem Genossen lieb sein wird. In dieser Beziehung hatte Jendricke schon nach seinem Amtsantritt als stellvertretender Landrat einige sozialdemokratische Hoffnungen enttäuscht.


