Fr, 15:42 Uhr
24.03.2017
Ab 4. April im Bürgerhaus
Einhundert Jahre Revolution
2017 jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal, die mit dem Sturz des Zaren im Februar 1917 ihren Ausgang nahm. Im Nordhäuser Bürgerhaus wird sich demnächst eine Ausstellung mit dem Thema Kommunismus befassen...
Doch die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, die Bolschewiki unter der Führung Lenins nach der Macht. Ihr Putsch, der später zur Oktoberrevolution mystifiziert werden sollte, war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der Kommunistischen Internationale von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten. Sobald eine kommunistische Partei die Macht errungen hatte, mussten sich alle Bürgerinnen und Bürger ihrem Regime aktiv unterordnen.
Dieser gewaltsam durchgesetzte totalitäre Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche hat zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet. Und er hat immense geistige sowie soziale Verwüstungen hinterlassen. Zugleich aber konnten die Kommunisten in ihren Hochzeiten einen erstaunlichen jugendlichen Enthusiasmus sowie bedeutende intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bis die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten.
Trotz dieser Entwicklung kam der jähe Kollaps des Sozialistischen Lagers und der UdSSR nach 1989 unerwartet – ebenso unerwartet wie der Aufschwung Chinas unter der ungebrochenen Diktatur der Kommunistischen Partei. Beides lässt die historische Karriere des Weltkommunismus seit 1917 umso erklärungsbedürftiger erscheinen.
Die Ausstellung präsentiert über 200 zeithistorische Fotos, Dokumente, Schaubilder sowie QR-Codes. Mit letzteren können Besitzer von internetfähigen Mobiltelefonen zeitgenössische Filmdokumente zu den Ausstellungsthemen abrufen.
Die Sonderausstellung wurde von Gerd Koenen verfasst und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie vom Deutschen Historischen Museum herausgeben. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung wird die Ausstellung vom 4. April bis zum 8. Mai 2017 im Foyer des Bürgerhauses präsentiert.
Am Dienstag, dem 4. April 21017, um 15 Uhr, werden Vertreter der Stadtverwaltung und der Leiter der politischen Landeszentrale Thüringens, Franz-Josef Schlichting, im Foyer des Bürgerhauses die Ausstellung eröffnen. Die Bürgerinnen und Bürger sind zur Eröffnung und zur Besichtigung dieser Sonderausstellung herzlich eingeladen.
Autor: redDoch die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, die Bolschewiki unter der Führung Lenins nach der Macht. Ihr Putsch, der später zur Oktoberrevolution mystifiziert werden sollte, war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der Kommunistischen Internationale von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten. Sobald eine kommunistische Partei die Macht errungen hatte, mussten sich alle Bürgerinnen und Bürger ihrem Regime aktiv unterordnen.
Dieser gewaltsam durchgesetzte totalitäre Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche hat zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet. Und er hat immense geistige sowie soziale Verwüstungen hinterlassen. Zugleich aber konnten die Kommunisten in ihren Hochzeiten einen erstaunlichen jugendlichen Enthusiasmus sowie bedeutende intellektuelle und künstlerische Energien mobilisieren – bis die permanenten Überspannungen in Erschöpfung, Passivität, Zynismus oder Dissidenz mündeten.
Trotz dieser Entwicklung kam der jähe Kollaps des Sozialistischen Lagers und der UdSSR nach 1989 unerwartet – ebenso unerwartet wie der Aufschwung Chinas unter der ungebrochenen Diktatur der Kommunistischen Partei. Beides lässt die historische Karriere des Weltkommunismus seit 1917 umso erklärungsbedürftiger erscheinen.
Die Ausstellung präsentiert über 200 zeithistorische Fotos, Dokumente, Schaubilder sowie QR-Codes. Mit letzteren können Besitzer von internetfähigen Mobiltelefonen zeitgenössische Filmdokumente zu den Ausstellungsthemen abrufen.
Die Sonderausstellung wurde von Gerd Koenen verfasst und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie vom Deutschen Historischen Museum herausgeben. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung wird die Ausstellung vom 4. April bis zum 8. Mai 2017 im Foyer des Bürgerhauses präsentiert.
Am Dienstag, dem 4. April 21017, um 15 Uhr, werden Vertreter der Stadtverwaltung und der Leiter der politischen Landeszentrale Thüringens, Franz-Josef Schlichting, im Foyer des Bürgerhauses die Ausstellung eröffnen. Die Bürgerinnen und Bürger sind zur Eröffnung und zur Besichtigung dieser Sonderausstellung herzlich eingeladen.


