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Do, 13:02 Uhr
16.03.2017
OB-Wahlen 2017

Wann dürfen wir denn nun wählen?

In der Kommunalaufsicht des Landkreises Nordhausen ist gestern Nachmittag per Fax ein Schreiben von der Stadt Nordhausen mit dem Vorschlag eines Wahltermins am 11. Juni 2017, Stichwahltermin 25. Juni 2017 eingegangen. Die Stadt Nordhausen hat das Schreiben selbst zugleich an das Thüringer Landesverwaltungsamt gesendet...



In Absprache mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt werden die Aufsichtsbehörden den Vorschlag der Stadt erörtern. Problematisch zeichnet sich aus Sicht der Kommunalaufsicht ab, dass der von der Stadt anvisierte Stichwahltermin auf das erste Ferienwochenende der Sommerferien fällt. Auch die Festlegung des ersten Wahlgangs zeitgleich zum Rolandsfest und dem Festumzug anlässlich des Stadtjubiläums hat zumindest Verwunderung ausgelöst.

"Da die Stadt Nordhausen erst in der Stadtratssitzung am 29. März 2017 den Stadtwahlleiter berufen wird, sieht offenbar auch die Stadt Nordhausen selbst die Möglichkeiten zur offiziellen Wahlbekanntmachung erst zum Ende dieses Monats gegeben, um die nach Wahlgesetz vorgeschriebenen Fristen für die gesetzlich erforderlichen Wahlveröffentlichungen zu wahren.

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Insofern besteht Einvernehmen darüber, dass ein Wahltermin zeitlich vor dem Vorschlag der Stadt Nordhausen aufgrund der geltenden Fristen nicht möglich ist. Vor dem Hintergrund der erst anstehenden Berufung des Wahlleiters am 29. März durch den Nordhäuser Stadtrat besteht kein unmittelbarer Zeitdruck für die Festlegung des Wahltermins. Die Rechtsaufsichtsbehörden werden sich nun dazu beraten", lässt das Landratsamt mitteilen.

In so einer an sich simplen Reaktion der Aufsichtsbehörde sieht man das ganze Dilemma verpackt, das diese Region lähmt und nahezu in Agonie versinken lässt und das nicht erst jetzt. Es ist scheinbar das Begründen mit Fakten und Verordnungen, doch die dienen lediglich als Alibi für die Verschaffung parteilicher und persönlicher Vorteile.

Einerseits ist es nahezu unverständlich, warum sich die Stadtverwaltung auf den Sonntag des Rolandsfestes "einschießt". Wer sich fünf Jahre zurückerinnert, wird feststellen, dass in Vorbereitung und Durchführung des damaligen Festumzuges nahezu alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung einbezogen waren. Und wer sich an die zurückliegenden Wahlen erinnert, der wird das Gleiche für die Besetzung der Wahlvorstände konstatieren. Wie soll das als alles funktionieren? So einfach wie Bürgermeisterin Jutta Krauth das alles gestern im Hauptausschuss kundtat ("wir haben das Rolandsfest ja nach außen vergeben") wird das nicht funktionieren.

Warum also die Eile? Natürlich, weil sich diejenigen, die in den Reihen der Anti-Jendricke-Allianz verhaftet sind, einen Vorteil erhoffen. Denn schon bald müsste der jetzige Landrat - sofern er denn die Absicht hegt - sich erklären und damit zu bekunden, dass er plötzlich nicht mehr Landrat, sondern OB sein möchte. Die Sozialdemokratie hatte das doch alles so wunderbar geplant - und zwar bereits im Frühsommer 2015. Schon da wurde in Erfurt festgelegt, dass in einem neuen Landkreis nach der Gebietsreform nicht Matthias Jendricke, sondern Antje Hochwind ins Rennen geschickt wird.

Und dann, wenn Matthias Jendricke kein Landrat mehr ist und sein würde, dann könne er sich auf das Rathaus fokussieren. Das Argument wäre der Verlust des jetzigen Landkreises gewesen. Als Dankeschön oder als Bonus sei den Nordhäuser Sozis der Kreisstadtstatus zugesichert worden.

Nun aber kommt der Rücktritt von Dr. Klaus Zeh "zur Unzeit", wie Landrat Jendricke der nnz in der vergangenen Woche sagte. Deshalb brauchen die Genossen Zeit, am besten sollte mit der Bundestagswahl gewählt werden. Ist einerseits verständlich, der Aufwand wäre wesentlich geringer. Allerdings hat effizientes Denken in der Politik nie wirklich Priorität gehabt. Vielleicht erhoffen sich die Nordhäuser Sozialdemokraten noch ein wenig Wahlkampf durch das Mitsurfen auf der Martin-Schulz-Welle? Vielleicht?

Allerdings ist das Schielen nach dem 24. September genauso problematisch, denn eine mögliche Stichwahl zwei Wochen später würde wieder in eine Ferienzeit fallen. Mitten in die Herbstferien und auch in dieser Zeit könnten einigen Wählerinnen und Wähler es sich erlauben, in den Urlaub zu fahren oder zu fliegen.

Die Lage ist verzwickt. Egal, welcher Termin nun gefunden wird, jede Entscheidung einer Aufsichtsbehörde wird einen parteilichen Anstrich bekommen und wird den Wahlkampf bereits eröffnen, bevor offiziell die Kandidaten die Arena betreten haben. Die beste Variante wäre, man lost den Termin aus, dann kann man wenigstens dem Verfahren eine gewisse Zufälligkeit attestieren.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Realist 1.0
16.03.2017, 20:19 Uhr
Die Schildbürger lassen grüßen
und sollte es der Fähigste Landrat Herr Jendricke es doch noch auf den Oberbürgermeister Sessel schaffen, dan geht die Stadt Nordhausen entgültig vor die Hunde. Da wird das Geld was unter Herrn Zeh eingespart wurde, wieder mit vollen Händen raus geworfen, weil unter Herrn Jendricke als Oberbürger plötzlich (welch Wunder) wieder Geld da ist. Ein Schelm der schlimmes dabei denkt.
Liane Enzinger
16.03.2017, 20:39 Uhr
Unser Nordhausen wird kaputt gehen.
Nordhausen wird brennen, wenn dieses Zündeln und Polarisieren so weiter geht. Setzt dieser Katastrophe schnell mit einer Neuwahl. Neuwahl ist zugleich Abwahl aller, die Nordhausen in zwanzig Jahren kaputt gespielt haben. Ich wähle alles, nur nie mehr Jendricke und Anhang.

Wir müssen den Neuanfang schaffen!
Nordhäuser Freiheit
16.03.2017, 22:33 Uhr
ES REICHT!!!! Das “Nordhäuser System“ mit eigenen Gesetzen?
Was ist hier los? Es es eskaliert! Was sollen die Diskussionen? Ich hab nachgeschlagen im Wahlgesetz für Thüringen. Da steht folgendes

Artikel 25, Absatz : ''Steht ... schon vorher fest, wann das Beamtenverhältnis des Bürgermeisters endet, so bestimmt die Rechtsaufsichtsbehörde einen möglichst noch innerhalb der letzten drei Monate des Beamtenverhältnisses des Bürgermeisters liegenden Wahltermin. Die Amtszeit des Neugewählten beginnt nicht vor Ende des Beamtenverhältnisses seines Vorgängers.''

Innerhalb der letzten drei Monate steht da!!! Zeh tritt im Juni zurück. Was soll also die erneute sinnlose Streit Diskussion des Jendricke? Bis Juni muss gewählt werden. Ende! Aus!

WAS IST IN DIESER STADT LOS? SIND ALLE VERRÜCKT GEWORDEN? ES REICHT.
Mark1975
16.03.2017, 22:37 Uhr
OB ? Warum?
Sollten wir uns nicht fragen, ob Nordhausen überhaupt noch neben einer Bürgermeisterin einen Oberbürgermeister benötigt? In Zeiten klammer nordhäuser Kassen wäre der Verzicht bestimmt vernünftig.
RaWu
17.03.2017, 07:43 Uhr
Der Terminvorschlag passt wohl nicht?
@Mark1975
Bleibt es beim BM, muss zwingend ein 1. Beigeordneter als hauptamtlicher Stellvertreter her. ... und nein, ein ehrenamtlicher Stellvertreter reicht aus rechtlichen Gründen nicht. Demzufolge ändert Ihre Forderung nicht allzuviel.

Ergänzung zum Wahlgesetz:
Im Juristendeutsch bedeutet "sollte" oder "möglichst" nicht wie umgangssprachlich "kann", sondern "muss, wenn es geht". Siehe hierzu die einschlägigen juristischen Definitionen. Die Bedeutung des "wenn es geht" bezieht sich nicht auf Wünsche des Herrn Jendricke, sondern auf Fristen. Feiertage oder Stadtfeste sind formal kein Hinderungsgrund, auch nicht Ferien von Jendrickes Kindern. Die geforderten Fristen sind mit der vorgeschlagenen Terminkette gewahrt.

Der LR hat wahrscheinlich schon mehrfach direkt und persönlich auf die Arbeit der Kommunalaufsicht Einfluß genommen und damit Recht zumindest gebeugt. Die Neutralitätspflicht der Kommunalaufsicht wurde dadurch mehrfach verletzt. Bei dem Thema Termin geht er allerdings eindeutig zu weit. Das ist offener und vorsätzlicher Rechtsbruch, da ihm als potentieller OB-Kandidat schon von mehreren Seiten Befangenheit vorgeworfen wurde. Frau Krauth handelt völlig richtig, wenn sie parallel zur Kommunalaufsicht gleich das Landesverwaltungsamt informiert. Die unzulässige Einflussnahme ist offensichtlich.
Nörgler
17.03.2017, 07:44 Uhr
Sachliche Argumentation
Sachliche Argumentationen Fehlanzeige. @Liane Enzinger, Ihre Kommentare , wenn man diese hier verfolgt, richten sich immer gegen die Person Jendricke. Objektivität fehlt. Alles nur einseitig.

Frau Klaan und auch Frau Krauth heben immer wieder die Landesgartenschau hervor. Dafür mussten auch Schulden gemacht werden. Zu den Schulden will man nicht stehen, aber zu den Erfolgen. Es wird immer das rausgepickt, was für eine bestimmte Argumentation von Vorteil ist. Nur von Vorteil ist.

Eines steht fest, in der Ära Rinke ist mehr bewegt worden, als in der Zeit danach. Für Kredite in der Rinke Zeit mussten noch Zinsen von 5% oder 6% gezahlt werden und heute bekommen die Kommunen die Kredite fast geschenkt. Für den Schuldenabbau muss nicht viel getan werden. Der läuft fast automatisch. Der Stadtrat wollte zu Rinkes Zeiten eben nicht sparen. Der Stadtrat trägt die Verantwortung für die Finanzlage der Stadt und nicht einzelne Personen, wie Jendricke und Rinke. Hat Dr. Zeh nicht auch im Stadtrat gesessen, wo alle Finanzentscheidungen z. B. zur Bibliothek getroffen wurden? Oder schon vergessen?
I.H.
17.03.2017, 08:14 Uhr
Sachliche Argumentation gilt für alle.
Es gab und gibt oft Gegenstimmen oder Enthaltungen zu den diversesten Themen im Stadtrat. Das pauschale über einen Kamm scheren der Stadträte durch Kommentatoren und auch diese Zeitung, ist eigentlich eine Frechheit.

Und das Gezerre um den Wahltermin ist auch eine Frechheit. Wenn im Gesetz ein Durchführungszeitraum steht, dann hat so zu erfolgen, egal ob da Volksfest, Ferien oder "Hamster krank" ist.
Treuhänder
17.03.2017, 09:08 Uhr
Volksfest
Hoffentlich finden sich ausreichend Wahlhelfer, wenn ein Volksfest ist? Ich hoffe, dass sich diejenigen , die hier für den Wahltermin zum Rolandsfest plädieren, sich auch als Wahlhelfer melden!!!
NDHler
17.03.2017, 09:09 Uhr
Liane Enzinger "Nordhausen wird brennen"
Was für ein kranker Kommentar von ihnen! Es geht hier um den Wahltermin für eine OB Wahl um nicht mehr und nicht weniger! Und nichts wird hier brennen nicht mal symbolisch!
Warten wir doch erst mal ab wie sich das Landesverwaltungsamt dazu äußert.
Hätte Jendricke diesen Wahltermin vorgeschlagen, die Kommentare wären hier genau in die andere Richtung hochgeschlagen, wetten?! Irgendwo hat er Recht, wenn er anmerkt, dass viele Mitarbeiter der Verwaltung samt Ordnungsamt mit dem Festumzug beschäftigt sein werden. Wer soll denn da die Wahlbüros besetzen? Da ist schon etwas Wahres dran!
Und Zack bin ich wieder Jendricke Fan und Mitglied des „Nordhäuser Systems“! So einfach ist das hier! Geschenkt @ Nordhäuser Freiheit!
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