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So, 12:00 Uhr
26.02.2017
Tierschutzinitative bleibt aktiv

Tiere sind nicht einfach Dinge

Im vergangenen Jahr hatten sie für einiges Aufsehen gesorgt, als sie gegen einen Zirkus auf dem August-Bebel- Platz demonstrierten. Ein Strohfeuer soll es nicht gewesen sein, einmal im Monat trifft sich die Nordhäuser Tierschutzinitiative auch in der Zirkusfreien Jahreszeit. Die nnz hat die Tierschützer getroffen...

Proteste gegen Wildtierzirkus in Nordhausen (Foto: nnz) Proteste gegen Wildtierzirkus in Nordhausen (Foto: nnz)

Die Pelzindustrie, Küken schreddern, Jagd, Tierversuche, Streunergesetze oder eben auch die Wildtierhaltung im Zirkus - "Themen gibt es für uns unendlich viele", sagt Angela Fricke. Zusammen mit gut 10 aktiven Mitstreitern haben sie, Stephan Reichle und Roy Krause die Nordhäuser Tierrechtsinitiative ins Leben gerufen.

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Angela Fricke ist seit 23 Jahren Vegetarierin, mehr als ein wenig Lektüre zur Fleischproduktion hat es damals nicht gebraucht, berichtet sie. Den Lebenswandel hat sie danach nicht nur im Speiseplan verwirklicht, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Zu Hause dürfen ein paar Hühner aus der Massenhaltung ihre letzten Tage Artgerecht verbringen, in Erfurt und Jena haben sie und Stephan Reichle sich schon gegen Wildtierzirkusse engagiert.

Das ist auch in Nordhausen der Fokus der Gruppe gewesen. Dabei hat jeder seine ganz eigenen Gründe mitzumachen, nicht alle sind "grün", nicht alle Vegetarier oder Veganer. Mit im Boot sind auch die drei Tierschutzvereine der Region, "wir ziehen an einem Strang", sagt Fricke.

Gut ein Jahr nach Gründung kann man durchaus auf Erfolge verweisen. Im Zuge der Zirkusproteste im vergangenen Jahr befasste sich auch der Nordhäuser Stadtrat mit dem Thema Wildtiere in Zirkussen und setzte die Gebühren für die Platznutzung für diesen speziellen Fall nach oben.

"Wir ziehen an einem Strang" - Tierrechtsinitiative ist weiter aktiv (Foto: Angelo Glashagel) "Wir ziehen an einem Strang" - Tierrechtsinitiative ist weiter aktiv (Foto: Angelo Glashagel) Andere Mittel hatte man damals nicht und wie sich jüngst gezeigt hat, war auch dieser Weg nicht der richtige - den Beschluss musste der Stadtrat wegen Rechtswidrigkeit erst einmal wieder kassieren. Aufgeben will man aber noch lange nicht, man werde jetzt über eine kleine Anfrage an die Landesregierung versuchen herauszufinden welche Möglichkeiten Städte und Kommunen hier überhaupt haben, erklärte Michael Mohr von der Partei Die Linke, deren Fraktion den Antrag zur Gebührenerhöhung in den Stadtrat eingebracht hatte. Das Thema sei rechtlich sehr diffizil, meinte Mohr beim gemeinsamen Treffen, man hoffe über die Anfrage an das Land hier mehr Klarheit zu bekommen.

Das man handeln muss steht für die Tierrechtsinitiative fest. Man sei nicht generell gegen die Institution Zirkus, eine Artgerechte Haltung von Wildtieren sei hier aber schlicht nicht möglich. Neben viel zu engen Käfigen und langen Transportwegen würden die Tiere zu Verhaltensweisen gezwungen, die sie von Natur aus niemals an den Tag legen würden. Viele zeigten die Folgen deutlich und entwickelten stereotypische Verhaltensweisen. Tierschutzrechtliche Auflagen seien zudem häufig gar nicht richtig zu kontrollieren, hieß es am Mittwoch in der Brandenburg.

Die Reaktionen auf ihre Aktionen seien schon immer sehr unterschiedlich ausgefallen, von Beschimpfungen bis zu ausdrücklichem Lob. Dabei stehen die Nordhäuser mit ihrem Anliegen nicht allein. Mehr als 70 Städte haben Deutschlandweit den Wildtierzirkussen auf die eine oder andere Art einen Riegel vorgeschoben, weltweit gibt es 17 Länder in denen Komplettverbote herrschen, darunter selbst China und Indien, berichten die Tierschützer.

Das ist letztlich auch das Ziel der Nordhäuser Tierrechtsinitiative, auch wenn man nur lokal kämpft. Je mehr Städte sich den Verboten anschließen würden, desto eher könne man auch die Bundesebene in die Verantwortung nehmen, meinte Angela Fricke. Einmal im Monat kommt man zusammen. Organisiert werden die Treffen über das Netz, man hat eine eigene Facebookgruppe eingerichtet, wer Interesse am Anliegen der Tierrechtsinitiative Nordhausen hat, kann hier auch Kontakt aufnehmen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Feuerwehrgeologe
26.02.2017, 12:45 Uhr
An sich eine gute Sache,
aber irgendwie missfallen mir einige Themenpunkte, da hier anscheinend Scheuklappen aufgesetzt wurden.

Zum Thema Jagd bedenken viele nicht, dass es ohne Jagd eine Überpopulation an Tierarten (z. B. Rehe, Wildschweine) gibt, welche wiederum die Flora unserer heimischen Wälder durch Fraß zerstören und somit das ökologische Gleichgewicht nachhaltig aus dem Gleichgewicht bringen.

Beim Thema Tierversuch bin ich zwiegespalten. Zum einen verabscheue ich Tierversuche zum Testen von Kosmetika. Bedenkt man jedoch, dass bestimmte Pharmazeutika (in diesem Fall Medikamente, die Leben retten) mit Hilfe von Tierversuchen getestet werden. Tja, die bleibt leider keine andere Alternativen solange es keine "in-vitro"-Möglichkeiten zur Erprobung gibt.

Selbstverständlich bin ich für die Verschärfung / ein Verbot für das Halten von Zirkustieren, aber vielleicht sollte sich die Nordhäuser Tierrechtsinitiative auch mal mit der anderen Seite auseinandersetzen bevor hier jetzt wieder etwas gefordert wird.
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