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Di, 18:20 Uhr
07.02.2017
Der Trend geht zum Zweitbeutel

Ein "Bittel" für Nordhausen

Ein "Bittel" mehr kann nie schaden, schon gar nicht wenn man sich mit dem Stoffbeutel schmücken kann und dabei der Umwelt auch noch etwas gutes tut. Ein Bielener Unternehmer will jetzt Nachhaltigkeit und Individualismus mit ein wenig Nordhäuser Lokalkolorit vor Ort auf die Sprünge helfen...

"Unser Bittel" - ein Beutel für Nordhausen v.l.: Daniel Lemke, Roy Krause und Stefan Pappenburg (Foto: Angelo Glashagel) "Unser Bittel" - ein Beutel für Nordhausen v.l.: Daniel Lemke, Roy Krause und Stefan Pappenburg (Foto: Angelo Glashagel)
So ganz Plastikfrei wird man in naher Zukunft wohl noch nicht leben können, von der Raschelverpackung bis zum Kinderspielzeug findet sich das Erdölprodukt in fast allen Lebensbereichen. Das dass alles andere als Nachhaltig ist hat sich dank Panorama-Plastikbergen, Mikrorückständen in unserer Nahrung und ganzen Müllstrudeln in den Weltmeeren inzwischen auch in breiteren Teilen der Bevölkerung herumgesprochen.

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Die Tendenz sei wichtig und richtig, sagt Roy Krause, Werbetechniker aus Bielen. Auch wenn man sich wohl nicht gänzlich vom Plastik lossagen könne, sei die Entlastung der Umwelt doch wichtig.

In der Werkstatt herrscht da Konsens, mit seinen Kollegen Stefan Pappenberg und Daniel Lemke kam man von der Nachhaltigkeit im Alltag zu anderen Themen, genauer dem Lokalkolorit. Das übersetzt den handelsüblichen "Stoffbeutel" in die charmante Verkürzung "Bittel" oder "Bittelchen". Das eine Verband sich mit dem anderen und geboren war die Idee von "Unser Bittel" - ein Stoffbeutel mit Lokalbezug zum Selbstgestalten für den Umweltbewussten Zeitgenossen, sei er nun Einheimischer, Zugezogener oder Nordhäuser im Exil. Ein kleines Andenken und Fashion-Statement in einem. "Stoffbeutel sind "In", vor allem thematische Motive sieht man immer öfter", sagt Krause, "wir wollten eine Möglichkeit bieten sich seinen eigenen "Bittel" zu gestalten und gleichzeitig das Verantwortungsvolle handeln etwas fördern".

"Unser Bittel" - ein Beutel für Nordhausen  (Foto: Roy Krause) "Unser Bittel" - ein Beutel für Nordhausen (Foto: Roy Krause) Der Roh-"Bittel" selbst wird, wie die meisten Textilien heutzutage, in Asien gefertigt und vom Großhändler bezogen, aber mit geprüften Nachhaltigkeitssiegel "Textiles Vertrauen", erzählt Roy Krause. Das Bedrucken übernimmt man selbst in der Bielener Werkstatt.

Reines Geschäftsinteresse kann man Krause kaum unterstellen, unter anderem ist der Unternehmer in der Tierschutzinitiative Nordhausen aktiv und betreibt nebenher den kleinen Online T-shirt Shop "Samtpfote" dessen Erlöse zu einem Drittel an die "Albert-Schweizer Stiftung für unsere Mitwelt" fließen. Trägt sich das "Bittel"- Projekt könnten auch hier Spenden an lokale Projekte unterstützt werden, meint Kollege Daniel Lemke.

Den "Bittel" mit oder ohne Nordhausen-Motiv und dem eigenen Spruch oder Motto gibt es ebenfalls nur online. Auf der Website der drei Herren können verschiedenen Varianten gewählt und gestaltet werden, wer es ganz individuell will, etwa mit eigenem Fotomotiv, muss sich telefonisch melden.

So hehr der Ansatz des Bittels auch sein mag: die Idee wurde auch aus Spaß geboren, meint Krause, allzu Ernst nehmen sich der Bielener und seine Kollegen nicht - auf Kraues eigenem Beutel steht zu lesen: "Der Inhalt ist doch weitestgehend zweitrangig". Und Dialekt kann ein witziger Identifikationsfaktor sein, meint Krauses Berliner Kollege Stefan Pappenberg, "und jeder hat irgend etwas wegzutragen".
Angelo Glashagel

Zum Bittel hat auch unser Platt-Experte Horst-Dieter Stockhausen eine kurze Anmerkung:

Gott helfe dem Kinge
dass es 1000Taler finge.
Un aen Bittelchen dozu,
wo es Se kann rinjetu.
Autor: red

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