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Di, 11:32 Uhr
03.01.2017
BÜRGERMEISTERIN JUTTA KRAUTH IM GESPRÄCH MIT DER NNZ

„Lesen ist meine Leidenschaft“

Freimütige Interviews sind stets etwas Besonderes. Nach unseren lockeren Gesprächen mit Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und Landrat Matthias Jendricke heute ein weiteres mit der Bürgermeisterin der Stadt Nordhausen, Jutta Krauth...

Jutta Krauth bei Absprachen im Vorfeld einer Blindgänger-Entschärfung mit Gerd Jung und Andreas West (Foto: Stadt Nordhausen) Jutta Krauth bei Absprachen im Vorfeld einer Blindgänger-Entschärfung mit Gerd Jung und Andreas West (Foto: Stadt Nordhausen)
nnz: Frau Krauth, wie entspannen Sie sich?

Jutta Krauth: Ich lese gern. Täglich. Seit ich das Lesen gelernt habe, fasziniert mich die Welt, die durch Bücher in den eigenen Kopf entsteht.

nnz: Was lesen Sie?

Jutta Krauth: Ich lese vor allem Belletristik von europäischen, aber auch von amerikanischen Autoren. Die Manns, insbesondere Klaus Mann, Ende, Zafon, Stevenson und John Irving. Aber auch ein guter Krimi befindet sich in meinem Bücherregal, das eine ganze Wand misst. Lesen entspannt, räumt Alltagsprobleme aus meinem Kopf. Besonders vor dem Schlafengehen.

nnz: Wo machen Sie besonders gern Urlaub?

Jutta Krauth: Überwiegend in Frankreich. Ein wunderschönes, abwechslungsreiches Land. Wir beziehen im Hinterland ein kleines Steinhäuschen und lassen es uns gut gehen.

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nnz: Wie verbringen Sie ihn?

Jutta Krauth: Nicht mit Faulenzen. Ich will Land und Leute und die Geschichte kennen lernen. Unterwegs sein, wandern, die Städte und Märkte entdecken. Strandurlaube sind nichts für mich.

nnz: Treiben Sie Sport?

Jutta Krauth: Zu wenig. Ich bediene einen Heimtrainer mehr oder weniger regelmäßig. Gern bin ich auf Schusters Rappen in der Stadt unterwegs. In diesem Jahr sportlich aktiver zu werden, habe ich mir vorgenommen.

nnz: Sie sind schon etliche Jahre in Nordhausen. Entdecken sie immer wieder etwas Neues?

Jutta Krauth: Ja. Am Wochenende erkunde ich gern die Stadt, ihr Umland und den Harz. Obwohl ich schon seit 2005 hier zuhause bin, gibt es immer noch Neues zu entdecken. Kürzlich entdeckte ich einen stillgelegten Bahndamm, der ganz eigene Sicht auf die Stadt ermöglicht.

nnz: Achten Sie auf Ihre Gesundheit und auf eine ausgewogene Ernährung?

Jutta Krauth: Ich versuche es. Ich stamme, daraus mache ich kein Geheimnis, aus Süddeutschland. Leben und Genießen gehören dort zum Lebensgefühl der Menschen, was aus meiner Sicht die Gesundheit sehr fördert.

nnz: Welches Lebensgefühl lernten Sie in Thüringen kennen?

Jutta Krauth: Das in Thüringen ähnelt sehr dem in Süddeutschland. Diesem Lebensgefühl schwöre ich nicht ab. Im Gegenteil. Seit ich in den neunziger Jahren nach Thüringen kam, habe ich dazu gelernt. Besonders der Harz bietet vieles, was das Leben genussreicher macht. Sei es an sportlichen Aktivitäten, Spezialitäten und an schönen bemerkenswerten Orten. Hier liegt auch der besondere Reiz. Vieles ist hier im positiven Sinne noch ursprünglich.

nnz: Sind Sie eine gute Köchin?

Jutta Krauth: Ja, das glaube ich. Das Interesse begann in der Küche meiner Großmutter. Sie lehrte mich, dass Kochen eine Kunst ist und dass Geduld zum Kochen gehört. Unter dieser Voraussetzung entspannt Kochen ebenfalls. Das „Miteinander“ bei einem gemeinsamen Essen halte ich für eine wichtige Kommunikationsform.

nnz: Gibt es ein Lieblingsgericht?

Jutta Krauth: Lammkeule mit Senfkruste. Die bereite ich besonders gerne zu. Vegetarischer Kost bin ich nicht abgeneigt, ohne jedoch jeden Tag eine Möhre zu knabbern. Von Kindesbeinen an ist Spinat mein Lieblingsgemüse – mit allen möglichen Zutaten.

nnz: Haben Sie ein Hobby?

Jutta Krauth: Ein ausgesprochenes Hobby habe ich nicht. Wie gesagt: Ich lese gern. Schöne Bilder mag ich. Überhaupt, was mit kunstvollem Schaffen zu tun hat. Schaue mir gern Ausstellungen an. Außerdem erfahre und erforsche ich gerne, was zu meinem Lebensumfeld gehört. Deshalb auch erlaufe ich mir möglichst Vieles in Nordhausen. Wer läuft, sieht mehr.

nnz: Wer führt daheim im Haushalt Regie?

Jutta Krauth: Das ist eine Frage, die in meinem Leben keine Rolle spielt. Ich habe einen Beruf, der mich fordert und anspornt. Was an Freizeit und Privatem bleibt, muss vor allem Spaß machen.

nnz: Was, glauben Sie, sind Ihre Stärken?

Jutta Krauth: Konsequenz, Beharrlichkeit, klare Ansagen. Habe ich mich für eine Sache entschieden, verfolge ich sie beharrlich, lasse nicht locker.

nnz: Ihre Schwächen?

Jutta Krauth: Mich zu überzeugen, dass ich nicht recht habe, ist mitunter schwer. Da ich mich nicht gern geschlagen gebe. Aber es ist möglich.

nnz: Worüber können Sie sich besonders freuen?

Jutta Krauth: Über offenherzige Menschen, Toleranz, Blumen, schöne Bilder, gute Projekte, die diese schöne, alte Stadt Nordhausen noch lebenswerter machen.

nnz: Was kann Sie auf die Palme bringen?

Jutta Krauth: Ungerechtigkeit, Arroganz, Überheblichkeit, Anfeindungen und eingefahrene Gleise, von denen man nicht lassen will.

nnz: Sind Sie im Rathaus heimisch geworden?

Jutta Krauth: Sehr. Ich erlebte eine großartige Unterstützung. Wir sind ein gutes Team. Da macht es total Freude, Bürgermeisterin dieser Stadt zu sein.

nnz: Mit dem Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh Hand in Hand?

Jutta Krauth: Jawohl, Hand in Hand. Gemeinsam sachbezogen in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen wirken wir einvernehmlich für unsere Stadt. Da macht die Arbeit richtig Freude, geht man jeden Tag motiviert in das Rathaus.

nnz: Wie bewerten Sie die Arbeit mit der Kreisverwaltung und ihrem Chef Matthias Jendricke?

Jutta Krauth: Jeder wirkt auf seinem Gebiet, Matthias Jendricke für den Landkreis, ich für die Stadt. Im Landratsamt arbeitete ich mit ihm auf sachlicher Ebene gut zusammen. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass es für mich auf dieser Ebene nur sachbezogenen Dialog gibt. Für Schlammschlachten stehe ich nicht zur Verfügung.

nnz: Welche Gebietsreform wünschen Sie sich?

Jutta Krauth: Eine Gebietsreform ist notwendig und unausweichlich, damit wir in Thüringen auch weiter am Ball bleiben. Die Frage ist, wie den Bürgerinnen und Bürgern erklärt werden kann, dass sie etwas gewinnen und nicht verlieren. Inhaltlich wäre mir eine mit dem Eichfeldkreis vorstellbar.

nnz: Kommt die Gebietsreform, sollte dann Nordhausen Kreisstadt bleiben?

Jutta Krauth: Unbedingt! Nur diese Stadt bietet die besten Voraussetzungen. Nordhausen ist ohne Zweifel die wichtigste Stadt in ganz Nordthüringen. Mit Ausstrahlungskraft weit in die gesamte Region hinein.

nnz: Gibt es Wünsche, die Sie sich 2017 gern erfüllen möchten?

Jutta Krauth: Beruflich wäre mein Wunsch, bis Ende März einen genehmigten Haushalt zu haben, damit wir in diesem Jahr alle Projekte, die wir uns vorgenommen haben, umsetzen können. Zum Beispiel die Feuerwache. Genannt seien der Hartplatz im Albert-Kuntz-Sportpark und die Planung für das Theater. Privat wünsche ich mir etwas mehr Zeit für alte und neue Freunde und die Familie.

nnz: Sehen Sie mit der Übertragung des Vereinshauses „Thomas Mann“ an den Förderverein den Fall als gelöst?

Jutta Krauth: So einfach, wie man sich das vorstellt, wird es leider nicht gehen. Die Eigentumsübertragung muss zu einem angemessenen Preis oder per Erbpachtvertrag erfolgen, nicht aber zum Nulltarif. Das dürfen wir nicht. Es handelt sich um Gemeineigentum.

nnz: Müsste vor einer Übernahme des Hauses durch den Förderverein dieser nicht ein Konzept der Stadt vorlegen, wie das Haus erhalten und betrieben werden soll?

Jutta Krauth: Das besagt der entsprechende Stadtratsbeschluss. Um das Thomas-Mann-Haus als Vereinshaus langfristig zu erhalten, bedarf es grundsätzlicher Klärungen. Vor allem eines Planes, der enthält, was der Förderverein zu tun gedenkt bzw. belastbar tun kann, um das Gebäude vor einem weiteren Verfall zu bewahren.

nnz: Das Vereinshaus hat Geschichte, ist für die Stadt von großer Bedeutung. Der Sanierungsbedarf ist hoch. Muss es in sichere Hände kommen?

Jutta Krauth: Es muss in sichere Hände, die das Potenzial haben, es auch und gerade unter Denkmalschutzaspekten zu bewahren und zu sanieren. Der Sanierungsbedarf ist umfangreich. Da reichen keine Arbeitseinsätze am Wochenende. Das Haus ist wegen seiner Historie, seiner Gründungsgeschichte und seines architektonischen Wertes ganz wichtig für Nordhausen.

nnz: Die Stadt hat Termine gesetzt. Was erfolgt, sollten sie nicht eingehalten werden oder das Konzept durchfällt?

Jutta Krauth: Der Stadtrat hat beschlossen, dass dann das Haus veräußert wird, damit sein Zustand nicht noch beklagenswerter wird. In diesem Fall werden den Nutzern zu vergleichbaren Konditionen angemessene Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. In der Stadtratssitzung im Februar wird hierüber zu beraten sein.

nnz: Möchten Sie 2018 Oberbürgermeisterin von Nordhausen werden?

Jutta Krauth: In erster Linie möchte ich 2017 eine gute Bürgermeisterin für Nordhausen und die Menschen hier sein. Das ist mein Ziel und daran muss ich mich messen lassen, egal, was die Zukunft bringt. Alles andere wird zu gegebener Zeit zu entscheiden sein.

nnz: Frau Krauth, vielen Dank für das Gespräch.

Mit der Bürgermeisterin unterhielt sich Kurt Frank

Kommentare nur mit Klarnamen
Autor: red

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Kommentare
Liane Enzinger
03.01.2017, 13:12 Uhr
Diese Frau Krauth war mir relativ unbekannt
Es hört sich aber alles erfreulich unaufgeregt und sehr sachbetont an was sie dort sagt.

Liane Enzinger, M. A.
NDHler
03.01.2017, 13:42 Uhr
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