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Fr, 10:56 Uhr
27.07.2001

IHK: "Zukunfts-Euphorie" gebremst

Nordhausen (nnz/ihk). Die Euphorie der Thüringer Industrieunternehmen vom vergangenen Jahr ist verflogen. Das belegt die aktuelle Konjunkturanalyse der Industrie- und Handelskammer Erfurt. Heute widmet sich die nnz der Situation der Industrie im Freistaat.


Im Frühjahr des Jahres 2001 setzte sich die erfreuliche Entwicklung des Industrie-Konjunkturklimas der letzten Umfragen weiter fort. Gegenüber dem "Schluss-Spurt" zum Jahresende gibt der Index zwar nach, bleibt jedoch mit 134 Punkten auf einem noch hohen Niveau. Alle Anzeichen sprechen trotz differenzierter Situationsbeschreibungen der Wirtschaftszweige dafür, dass sich die Industrie weiter auf Wachstumskurs befindet. Die Ergebnisse haben sich im Vergleich zum Jahreswechsel etwas eingetrübt, zum Vorjahr dagegen verbessert. 34 Prozent der Industrieunternehmen konstatieren gute Geschäfte, die Hälfte der Befragten ist mit ihrer Situation zufrieden und 15 Prozent geben ein schlechtes Urteil ab. Auch die Umsätze und Auftragseingänge der Industrieunternehmen gingen im Vergleich zum Jahreswechsel etwas zurück, entsprechen jedoch den Werten des gleichen Vorjahreszeitraumes.

Besonders in der fleischverarbeitenden Industrie bedingt durch BSE, MKS und bei den Herstellern elektrotechnischer Geräte führte die derzeitige Auftrags- und Umsatzsituation zu einer zurückhaltenderen Lagebewertung. Die Branchen Metallbearbeitung, Maschinenbau und Kunststoffverarbeitung bleiben demgegenüber bei ihrer günstigen Beurteilung. Positiv auch in dieser Umfrage: Die Kapazitäten werden von 63 Prozent der Befragten über 80 Prozent ausgenutzt, nahezu jeder zweite Industriebetrieb erwirtschaftet Gewinn.

Die Unternehmen konnten aufgrund ihrer gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit zunehmend auf den internationalen Märkten Fuß fassen und so am Exportboom teilhaben. Immerhin erwarten fast 60 Prozent der Manager in den nächsten Monaten ein weiterhin lebhaftes Auslandsgeschäft. Trotz der Wirtschaftsturbulenzen in den USA konnte Thüringen seine Exporte in dieses Land im letzten Jahr um beachtliche 91,5 Prozent steigern. Die Auslandsumsätze der Industriebetriebe im Kammerbezirk erhöhten sich im ersten Quartal 2001 laut statistischer Angaben um 23,2 Prozent zum Vorjahr.

Die Zukunftsaussichten der Industrieunternehmen haben sich im Vergleich zum Jahreswechsel leicht eingetrübt. Besonders zurückhaltend beurteilen die baunahen Bereiche und die fleischverarbeitende Industrie ihre Perspektiven. Auch die Investitionsgüterproduzenten rechnen mit einer im Verhältnis zum Vorjahr ungünstigeren Geschäftsentwicklung. Fallende Inlandsverkaufspreise sollen mit einem zunehmenden Exportgeschäft kompensiert werden. Verhältnismäßig günstig dagegen fällt das Urteil der Gebrauchs- und Verbrauchsgüterindustrie für die Entwicklung der Folgemonate aus. Die Beschäftigtenpläne werden im Vergleich zur letzten Auswertung reservierter beurteilt. 22 Prozent der Industrieunternehmen wollen zusätzliches Personal einstellen und bei 56 Prozent bleibt die Mitarbeiterzahl stabil. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes hat sich die Zahl der Industriearbeitsplätze im Kammerbezirk im ersten Quartal 2001 zum Vorjahr um fast 4.000 erhöht.

Das Investitionsklima der Unternehmen des Kammerbezirkes wird weiter freundlich eingeschätzt. 67 Prozent der Industrieunternehmen planen im Jahr 2001 investive Maßnahmen. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt hauptsächlich bei Rationalisierung, gefolgt von Kapazitätsausweitung, Produktinnovation und Ersatzbedarf.
Autor: nnz

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