Mi, 18:44 Uhr
25.07.2001
nnz-Forum: Über Politiker und Skandale
Nordhausen (nnz). Die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue hat sich im nnz-Forum schon sehr oft zu Wort gemeldet. In der Vielzahl der Beiträge ging es den Mitgliedern der BI um das geplante Industriegebiet. Heute haben sie Gedanken zur gegenwärtigen Situation der Gesellschaft sowie zum Umgang mit- und untereinander notiert.
Tja, was wir jetzt so von unseren gewählten Politikern, von Dezernenten und ehemaligen Bürgermeistern, von Vorsitzenden von Vereinen zur Förderung von Hochtechnologie erfahren, treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Es darf bald niemanden mehr wundern, wenn sich normale Bürger von den Parteien und deren Galionsfiguren abwenden und sich bei Wahlen verweigern. Es ist unglaublich, daß es heutzutage möglich ist, Millionen beiseite zu schaffen, ohne das es angeblich bemerkt wird. Daß gewählte Volksvertreter versuchen, auf Kosten der Allgemeinheit ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und mit Mobbing und Verleumdungen versuchen sich Posten zu verschaffen, muss öffentlich angeprangert werden.
Es darf doch von unserer Gesellschaft nicht zugelassen werden, das sich jemand in ein Amt wählen lässt um sich oder anderen persönliche Vorteile zu verschaffen. Wir fragen uns schon seit längerem, wie es um die Oppositionsarbeit bestellt ist, die schonungslos die Missstände aufdeckt und sich ihrer Rolle als Kontrollorgan bewusst ist. Manchmal bekommt man den Eindruck, das innerhalb der Parteien Kräfte wirken, die aufgrund von persönlichen Verpflichtungen, Verflechtungen und Ambitionen auf Ämter nur ihre eigenen Ziele verfolgen und damit ihrer eigenen Partei, deren Ruf und letztlich der jungen Pflanze Demokratie derart schaden. Innerhalb unserer Bürgerinitiative sollen die Politik aussen vor bleiben und parteipolitische Ambitionen nicht die Arbeit beeinflussen. Wir denken, das es uns gelungen ist und es auch weiterhin nur um unsere Sache geht.
In der Diskussion jedoch zeigt sich, daß über alle Parteigrenzen hinweg, nur wenige kommunale Politiker das Prädikat wählbar von uns erhalten würden. Auch dies ist die Erkenntnis unserer fast einjährigen Arbeit. Wir haben deutliche Unterschiede innerhalb der Parteien kennen gelernt. Das, was uns persönlich gesagt wurde, stimmte nicht immer mit dem überein, was wir in der Presse dann als Meinung lesen konnten. Daß uns Erkenntnisse bekannt werden, die uns teilweise zugespielt wurden, oder die wir durch eigene Recherche heraus fanden, verschlimmert eigentlich das Bild, das uns die Politik bietet, zunehmend. Nicht, das wir eine andere Meinung über unsere Sache, wenn Sie inhaltlich begründet ist, nicht akzeptieren, nein, die Art und Weise wie wir das politische Geschäft erleben lässt uns manchmal erschaudern.
Was ist aus unserer Errungenschaft, der sozialen Marktwirtschaft, geworden? Marktwirtschaft ohne soziale Verantwortung. Die Rahmenbedingungen, innerhalb wir heute agieren, sind bestimmt durch dieses Marktsystem, das auf dem Wettbewerb beruht und der Motor des Wettbewerbs - ich muss besser sein als der andere - ist der Egoismus. Ein Egoismus, der vor nichts Halt macht. In seinem Gefolge wächst die Brutalität, die unseren Alltag kennzeichnet, wie auch die Korruption, die in vielen Länder bis ins Kabinett reicht. Wir haben Angst, daß unsere Kinder diese Region verlassen und schieben alles ausschließlich auf die wirtschaftliche Situation. Denken wir da nicht etwas verkürzt? Wir haben ein gesellschaftliches Stadium erreicht, in dem es scheinbar keine Grenzen mehr gibt, in dem jeder machen kann, was er will. Die große Politik macht es uns tagtäglich vor. Veruntreuung, Verschwendung, Korruption sind scheinbar an der Tagesordnung und wer entdeckt wird, tritt halt zurück, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden und was schlimmer ist, ohne die Einsicht zu erlangen, Recht gebrochen oder gebeugt zu haben.
Das Engagement für das Ganze, also für Staat und Gesellschaft hat einem erschreckenden Egoismus Platz gemacht. Karriere und Geld nehmen jetzt die erste Stelle ein. Die Maximierung des Einkommens ist zum höchsten Lebensziel geworden. So zwingend ist dies, weil nicht nur Lebensstandard und Wohlbefinden, sondern auch Ansehen und Einfluss am Geld gemessen werden. Ein Gefühl für gesellschaftliche Verantwortung wird scheinbar immer seltener. Daher sind wir dankbar und froh über unsere vielen Mitstreiter, die bereit sind, sich gesellschaftlich zu engagieren, gemeinsam für die Sache einzustehen und auch gegen viele Angriffe zu verteidigen und nicht münde werden im Bestreben einer Bürgerinitiative das Credo einzuhauchen, das ihnen bei den meisten Parteien abhanden gekommen zu sein scheint. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Volksvertreter dieses gezeichnete Bild durch ihre Taten korrigieren würden und sich nicht nur auf öffentlichen Veranstaltungen, in populistischen Reden ergehen. Die Realität sieht leider anders aus...
Klaus-Dieter Korb, Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue"
Autor: nnzTja, was wir jetzt so von unseren gewählten Politikern, von Dezernenten und ehemaligen Bürgermeistern, von Vorsitzenden von Vereinen zur Förderung von Hochtechnologie erfahren, treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Es darf bald niemanden mehr wundern, wenn sich normale Bürger von den Parteien und deren Galionsfiguren abwenden und sich bei Wahlen verweigern. Es ist unglaublich, daß es heutzutage möglich ist, Millionen beiseite zu schaffen, ohne das es angeblich bemerkt wird. Daß gewählte Volksvertreter versuchen, auf Kosten der Allgemeinheit ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen und mit Mobbing und Verleumdungen versuchen sich Posten zu verschaffen, muss öffentlich angeprangert werden.
Es darf doch von unserer Gesellschaft nicht zugelassen werden, das sich jemand in ein Amt wählen lässt um sich oder anderen persönliche Vorteile zu verschaffen. Wir fragen uns schon seit längerem, wie es um die Oppositionsarbeit bestellt ist, die schonungslos die Missstände aufdeckt und sich ihrer Rolle als Kontrollorgan bewusst ist. Manchmal bekommt man den Eindruck, das innerhalb der Parteien Kräfte wirken, die aufgrund von persönlichen Verpflichtungen, Verflechtungen und Ambitionen auf Ämter nur ihre eigenen Ziele verfolgen und damit ihrer eigenen Partei, deren Ruf und letztlich der jungen Pflanze Demokratie derart schaden. Innerhalb unserer Bürgerinitiative sollen die Politik aussen vor bleiben und parteipolitische Ambitionen nicht die Arbeit beeinflussen. Wir denken, das es uns gelungen ist und es auch weiterhin nur um unsere Sache geht.
In der Diskussion jedoch zeigt sich, daß über alle Parteigrenzen hinweg, nur wenige kommunale Politiker das Prädikat wählbar von uns erhalten würden. Auch dies ist die Erkenntnis unserer fast einjährigen Arbeit. Wir haben deutliche Unterschiede innerhalb der Parteien kennen gelernt. Das, was uns persönlich gesagt wurde, stimmte nicht immer mit dem überein, was wir in der Presse dann als Meinung lesen konnten. Daß uns Erkenntnisse bekannt werden, die uns teilweise zugespielt wurden, oder die wir durch eigene Recherche heraus fanden, verschlimmert eigentlich das Bild, das uns die Politik bietet, zunehmend. Nicht, das wir eine andere Meinung über unsere Sache, wenn Sie inhaltlich begründet ist, nicht akzeptieren, nein, die Art und Weise wie wir das politische Geschäft erleben lässt uns manchmal erschaudern.
Was ist aus unserer Errungenschaft, der sozialen Marktwirtschaft, geworden? Marktwirtschaft ohne soziale Verantwortung. Die Rahmenbedingungen, innerhalb wir heute agieren, sind bestimmt durch dieses Marktsystem, das auf dem Wettbewerb beruht und der Motor des Wettbewerbs - ich muss besser sein als der andere - ist der Egoismus. Ein Egoismus, der vor nichts Halt macht. In seinem Gefolge wächst die Brutalität, die unseren Alltag kennzeichnet, wie auch die Korruption, die in vielen Länder bis ins Kabinett reicht. Wir haben Angst, daß unsere Kinder diese Region verlassen und schieben alles ausschließlich auf die wirtschaftliche Situation. Denken wir da nicht etwas verkürzt? Wir haben ein gesellschaftliches Stadium erreicht, in dem es scheinbar keine Grenzen mehr gibt, in dem jeder machen kann, was er will. Die große Politik macht es uns tagtäglich vor. Veruntreuung, Verschwendung, Korruption sind scheinbar an der Tagesordnung und wer entdeckt wird, tritt halt zurück, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden und was schlimmer ist, ohne die Einsicht zu erlangen, Recht gebrochen oder gebeugt zu haben.
Das Engagement für das Ganze, also für Staat und Gesellschaft hat einem erschreckenden Egoismus Platz gemacht. Karriere und Geld nehmen jetzt die erste Stelle ein. Die Maximierung des Einkommens ist zum höchsten Lebensziel geworden. So zwingend ist dies, weil nicht nur Lebensstandard und Wohlbefinden, sondern auch Ansehen und Einfluss am Geld gemessen werden. Ein Gefühl für gesellschaftliche Verantwortung wird scheinbar immer seltener. Daher sind wir dankbar und froh über unsere vielen Mitstreiter, die bereit sind, sich gesellschaftlich zu engagieren, gemeinsam für die Sache einzustehen und auch gegen viele Angriffe zu verteidigen und nicht münde werden im Bestreben einer Bürgerinitiative das Credo einzuhauchen, das ihnen bei den meisten Parteien abhanden gekommen zu sein scheint. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Volksvertreter dieses gezeichnete Bild durch ihre Taten korrigieren würden und sich nicht nur auf öffentlichen Veranstaltungen, in populistischen Reden ergehen. Die Realität sieht leider anders aus...
Klaus-Dieter Korb, Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue"
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht zwingend mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

