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Di, 14:25 Uhr
27.07.2004

Exkursion für Polizistennachwuchs

Nordhausen (nnz). Spuren suchen und Verbrecher festnehmen, den Verkehr regeln oder mit dem Hubschrauber unterwegs sein, der Beruf des Polizisten ist für viele Kinder ein Traumjob mit viel Action. Nach dem Besuch am Darrweg immer noch?

Exkursion für Polizistennachwuchs (Foto: nnz) Exkursion für Polizistennachwuchs (Foto: nnz) Nicht mal deutsch sprechen müssen die Kinder, um der Faszination des Polizeiberufs zu erliegen. Diese kleinen Fans kommen nämlich aus der Sahara. Seit drei Wochen sind die 8 bis 12 jährigen im Südharz.

Natürlich sehen hier auch die Ordnungshüter ganz anders aus als in ihrer Heimat. Von den historischen Uniformen im Polizeimuseum sind die Besucher ganz begeistert. Mützen und Westen durften sie selbst anprobieren. Ganz paßt es noch nicht, aber die Kinder sind sehr stolz darauf so fotografiert zu werden. Gemeinsam mit ihren Betreuern vom Verein "Salma" aus Bleicherode untersuchten sie Einsatzfahrzeuge und durften am Nachmittag den Fahrradparcours benutzen. Einige Jungs sind sich nun ganz sicher, daß sie Polizisten werden wollen, wie ihr Dolmetscher versicherte.

Flüchtlingskinder aus der Sahara sind in diesem Jahr zum ersten Mal hier im Kreis Nordhausen. Da der Verein so gute Erfahrungen machte, sollen auch im nächsten Jahr Mädchen und Jungen vier Wochen zur Erholung kommen. Dafür wird schon jetzt nach Spenden und Sponsoren gesucht.

Die Kinder kommen höchstens mit einem kleinen Campingbeutel nach Deutschland. Hier erhielten sie gespendete Kleidung und auch kleine Geschenke, die sie für ihre meistens etwa 10 Geschwister mitnehmen wollen. Ärzte und Zahnärzte untersuchten die Kinder kostenlos. Eines der Mädchen hat eine Krankheit, die in ihrer Heimat nicht behandelt werden kann, deshalb kam sie nach Deutschland.

Ausgewählt werden die jungen Reisenden von einem eigenen Ministerium in ihrem Lager. Dort leben rund 120.000 Menschen zusammen. Jüngere fahren als Gruppe in Ländern wie Deutschland oder Österreich, da sie die Sprache nicht können. Höchstens ein paar Worte haben sie inzwischen aufgeschnappt. Die größeren machen Ferien in Spanien bei Gastfamilien. 8.000 Kinder holt das Land jedes Jahr zu einem Aufenthalt, wie Herbert Siemon vom Verein berichtet. Allerdings wird die Aktion dort vom Staat unterstützt.

In Bleicherode ist man froh, daß es so viele freiwillige Helfer gibt. Mädchen aus Mühlhausen und Bleicherode unterstützen die Kinderbetreuung. Viele Geschäfte und Privatleute gaben Kleidung und Schuhe. Fast alle Aktivitäten für die Kinder werden von Sponsoren ermöglicht. In Mühlhausen und Sondershausen waren die Kinder. Sie besuchten den Affenpark, die Sommerrodelbahn und gingen ins Freibad.

Ob die Kinder keinen Schock bekämen, wenn sie in ihre heiße, trockene Heimat zurückkommen, wollte nnz wissen. Diese Frage beschäftigte auch die Vereinsmitglieder um die ehemalige Europaabgeordnete Margot Keßler. Während eines Besuchs in der Sahara im Februar diesem Jahres wurden sie von der Lagerregierung beruhigt. Die Kinder sähen die Aufenthalte im Ausland wie unsere Jungs und Mädchen ihre Ferienlager. Sie wüßten genau, daß sie wieder nach hause kommen und haben zum Teil auch Heimweh nach Eltern und Geschwistern.

Eine Woche werden die Kinder noch im Schullandheim "Schneckenhengst" verbringen und sich bei Sport, Spiel und gesunder Ernährung erholen. Den Sponsoren und Helfern sagt der
Verein "Salma" schon jetzt ein großes Dankeschön.
Autor: wf

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