Di, 12:06 Uhr
27.07.2004
Neue Wahl – neue Kandidaten
Nordhausen (nnz). Die Wahlen sind vorbei, auch in Nordhausen. Da und dort werden zwar noch einige Wunden geleckt, doch der Blick geht schon nach vorn. Und das Personalkarussell wird langsam aber sicher angeschoben.
Doch zuvor sei eine kleine Rückblende erlaubt. Und die hängt mit Prof. Juckenack, dem Rektor a.D und jetzigen Staatssekretär zusammen. An Juckenack als Person waren im Vorfeld der Kommunalwahlen mindestens zwei Parteien mehr oder weniger dran. So zum Beispiel die Sozialdemokraten. Wie der nnz unter anderem von Andreas Wieninger bestätigt wurde, gab es mit der Öffnung der SPD-Stadtratsliste auch Überlegungen, den Namen Juckenack in die engere Wahl zu ziehen. Doch selbst in der SPD war man sich nicht sicher, in welches Lager der Fachhochschul-Rektor einzuordnen war. Während man in Nordhausen eher von einer sozialdemokratisch-nahe Ausrichtung überzeugt war, gab es in Erfurt und auch im Unstrut-Hainich-Kreis andere Meinungen. Zu sehr hatte sich Juckenack in den zurückliegenden Jahren im Rahmen der Rektorenkonferenz schwarz verhalten.
Das alles war natürlich auch den Christdemokraten nicht verborgen geblieben. Die gingen aber etwas offensiver an die Personalie Juckenack heran, und das mit Unterstützung aus Erfurt und Berlin. Und schließlich hatten sie Erfolg. Mitte des Jahres trat Christian Juckenack in die CDU ein. Natürlich wird immer wieder gesagt, daß damals noch nicht seine politische Karriere zu ahnen war. Politiker sagen so etwas immer.
Nun ist das Schubalden-Problem Juckenack abgehakt. Der Blick von CDU und SPD richtet sich nach vorn. Im Jahr 2006 müssen die Menschen im Landkreis Nordhausen nicht nur einige hauptamtliche Bürgermeister, sondern auch einen Landrat wählen. Auch da wird schon wieder gesucht, selbst in der CDU. Das ist so überraschend auch wieder nicht. Es ist kaum vorstellbar, daß Amtsinhaber Joachim Claus noch einmal von seiner Partei aufgestellt werden wird. Immer offener gibt es Kritik an seinem Arbeitsstil. Er sei amtsmüde, heißt es aus viele politischen Ecken.
Vielleicht sind es auch die viele Verwaltungsprobleme, die Claus zu schaffen machen und die zudem einen gewaltigen Druck von außen verursachen. So zum Beispiel aus dem Innenministerium und dem Landesverwaltungsamt in Weimar. Erinnern wir uns: Im Zusammenhang mit den Vorgängen um Beamten-Beförderungen und Ernennungen im Landratsamt (siehe nnz-Archiv) soll auch ein Schreiben aus Weimar aufgetaucht sein, in dem mitgeteilt worden sein soll, daß eine Beförderung einer Fachbereichsleiterin für falsch gehalten wurde. Mehr noch: Die Frau sei für diesen Posten überhaupt nicht qualifiziert. Im Amtsdeutsch heißt dieser Vorgang aus Sicht der Weimarer Anordnung auf Ablösung. Dieser Anordnung aber ist Dienstherr Joachim Claus nicht nachgekommen. Und so könnte der Fall H. dem Landrat noch schwer auf die Füße fallen. Schwer aufgestoßen ist er einigen Christdemokraten mittlerweile.
Und fleißig wird nun nach personellen Alternativen für 2006 gesucht. Namen sind im Gespräch, vor allem von der Bleicheröder Front.
Und mit diesen Namen tauchen auch für die Sozialdemkraten gänzlich neue Perspektiven auf. Jetzt können sie vermutlich auf ein Pferd setzen, das eigentlich noch einige Jahre auf der kommunalpolitischen Koppel das Laufen lernen sollte. Matthias Jendricke. Eine Kandidatur Jendrickes gegen Claus im Jahr 2006 wären nicht nur dem politisch interessierten Menschen im Landkreis Nordhausen nicht zu vermitteln gewesen. Schließlich sitzen beide bei ja seit einigen Jahren zusammen am Verwaltungssteuer in der Behringstraße. Und so verknüpft sich plötzlich das politische Schicksal des einen mit dem des anderen.
Und es gibt zwischen CDU und SPD noch weitere Gemeinsamkeiten: aus einem vollen Kandidatenpool können bei Volksparteien kaum schöpfen. Vielleicht erhalten sie aber bis 2006 noch Gegenwind? Die politischen und sozialen Veränderungen, die den Menschen bis dahin ins Haus stehen und die sie verkraften müssen, die könnten zu neuen Parteien oder Bürgervereinigungen führen, von denen in vielen Landkreisen Thüringens bei den Kommunalwahlen nur ein kleiner Hauch zu spüren war...
Autor: nnzDoch zuvor sei eine kleine Rückblende erlaubt. Und die hängt mit Prof. Juckenack, dem Rektor a.D und jetzigen Staatssekretär zusammen. An Juckenack als Person waren im Vorfeld der Kommunalwahlen mindestens zwei Parteien mehr oder weniger dran. So zum Beispiel die Sozialdemokraten. Wie der nnz unter anderem von Andreas Wieninger bestätigt wurde, gab es mit der Öffnung der SPD-Stadtratsliste auch Überlegungen, den Namen Juckenack in die engere Wahl zu ziehen. Doch selbst in der SPD war man sich nicht sicher, in welches Lager der Fachhochschul-Rektor einzuordnen war. Während man in Nordhausen eher von einer sozialdemokratisch-nahe Ausrichtung überzeugt war, gab es in Erfurt und auch im Unstrut-Hainich-Kreis andere Meinungen. Zu sehr hatte sich Juckenack in den zurückliegenden Jahren im Rahmen der Rektorenkonferenz schwarz verhalten.
Das alles war natürlich auch den Christdemokraten nicht verborgen geblieben. Die gingen aber etwas offensiver an die Personalie Juckenack heran, und das mit Unterstützung aus Erfurt und Berlin. Und schließlich hatten sie Erfolg. Mitte des Jahres trat Christian Juckenack in die CDU ein. Natürlich wird immer wieder gesagt, daß damals noch nicht seine politische Karriere zu ahnen war. Politiker sagen so etwas immer.
Nun ist das Schubalden-Problem Juckenack abgehakt. Der Blick von CDU und SPD richtet sich nach vorn. Im Jahr 2006 müssen die Menschen im Landkreis Nordhausen nicht nur einige hauptamtliche Bürgermeister, sondern auch einen Landrat wählen. Auch da wird schon wieder gesucht, selbst in der CDU. Das ist so überraschend auch wieder nicht. Es ist kaum vorstellbar, daß Amtsinhaber Joachim Claus noch einmal von seiner Partei aufgestellt werden wird. Immer offener gibt es Kritik an seinem Arbeitsstil. Er sei amtsmüde, heißt es aus viele politischen Ecken.
Vielleicht sind es auch die viele Verwaltungsprobleme, die Claus zu schaffen machen und die zudem einen gewaltigen Druck von außen verursachen. So zum Beispiel aus dem Innenministerium und dem Landesverwaltungsamt in Weimar. Erinnern wir uns: Im Zusammenhang mit den Vorgängen um Beamten-Beförderungen und Ernennungen im Landratsamt (siehe nnz-Archiv) soll auch ein Schreiben aus Weimar aufgetaucht sein, in dem mitgeteilt worden sein soll, daß eine Beförderung einer Fachbereichsleiterin für falsch gehalten wurde. Mehr noch: Die Frau sei für diesen Posten überhaupt nicht qualifiziert. Im Amtsdeutsch heißt dieser Vorgang aus Sicht der Weimarer Anordnung auf Ablösung. Dieser Anordnung aber ist Dienstherr Joachim Claus nicht nachgekommen. Und so könnte der Fall H. dem Landrat noch schwer auf die Füße fallen. Schwer aufgestoßen ist er einigen Christdemokraten mittlerweile.
Und fleißig wird nun nach personellen Alternativen für 2006 gesucht. Namen sind im Gespräch, vor allem von der Bleicheröder Front.
Und mit diesen Namen tauchen auch für die Sozialdemkraten gänzlich neue Perspektiven auf. Jetzt können sie vermutlich auf ein Pferd setzen, das eigentlich noch einige Jahre auf der kommunalpolitischen Koppel das Laufen lernen sollte. Matthias Jendricke. Eine Kandidatur Jendrickes gegen Claus im Jahr 2006 wären nicht nur dem politisch interessierten Menschen im Landkreis Nordhausen nicht zu vermitteln gewesen. Schließlich sitzen beide bei ja seit einigen Jahren zusammen am Verwaltungssteuer in der Behringstraße. Und so verknüpft sich plötzlich das politische Schicksal des einen mit dem des anderen.
Und es gibt zwischen CDU und SPD noch weitere Gemeinsamkeiten: aus einem vollen Kandidatenpool können bei Volksparteien kaum schöpfen. Vielleicht erhalten sie aber bis 2006 noch Gegenwind? Die politischen und sozialen Veränderungen, die den Menschen bis dahin ins Haus stehen und die sie verkraften müssen, die könnten zu neuen Parteien oder Bürgervereinigungen führen, von denen in vielen Landkreisen Thüringens bei den Kommunalwahlen nur ein kleiner Hauch zu spüren war...


