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Mo, 13:31 Uhr
08.08.2016
Haltungsschäden bei Kindern durch Überlastung

Zu schwerer Schulranzen belastet Wirbelsäule

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Selbst Kinder klagen über Rückenleiden. Sind die Ursachen muskulärer Natur, können Eltern einige Tricks beachten, um Haltungsschäden vorzubeugen...


Am Donnerstag geht für die Thüringer Kinder und Jugendliche der Schulalltag wieder los. Um Bücher, Hefter, Pausenbrot & Co ordentlich transportieren zu können, gehört ein Schulranzen oder Rucksack zum wichtigsten Begleiter auf dem Weg zur Schule.

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Doch oft birgt dieser Gefahren für die junge Muskulatur. Fast die Hälfte aller Schulkinder hat eine Haltungsschwäche. Die Ursachen: falsche Schulranzen oder Schulmöbel, aber auch zu wenig Bewegung oder eine schwache Bauch- und Rumpfmuskulatur.

„Der Knochen ist ein dynamisches Organ, zur Geburt sind erst wenige Teile angelegt und diese werden aus Knorpel oder Bindegewebe zu festem Knochen umgebaut wird. Dieser Prozess ist bis zur Pubertät abgeschlossen“, sagt Anke Graß, Oberärztin für Orthopädie und Osteologin in der HELIOS Klinik Bleicherode. Die Knochen von Kindern sind aufgrund des Wachstums anfälliger für Überlastung. Laut der DIN-Norm soll daher die Belastung auf einen Kinderrücken nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichtes betragen.

Ab einer höheren Belastung treten Haltungsschäden auf, die im Erwachsenenalter zu Rückenschmerzen führen können. Für den täglichen Weg in die Schule sollten Kinder nicht mehr Bücher und Schulbedarf mitnehmen, als wirklich notwendig. Außerdem sollte der Schwerpunkt des Ranzens möglichst nah am Körper liegen und mit beiden Schulterriemen auf dem Rücken getragen werden, um eine einseitige Belastung zu vermeiden.

„Problematisch sind aber auch Konstitution und Trainingszustand der Kinder, die oftmals unter Bewegungsmangel und Übergewicht leiden. Dies führt zu einer Schwäche der Rumpfmuskulatur und mangelhafter Koordination“, erklärt Sandra Holberg-Busch, Leiterin der Physiotherapie der Bleicheröder Fachklinik für Orthopädie. Bewegung sei für die Stärkung der Wirbelsäule, aber auch als Ausgleich zum stundenlangen Sitzen in der Schule enorm wichtig. „Die Muskulatur lässt sich durch Sport trainieren. Dabei ist es egal, mit welcher Intensität dies ausgeführt wird. Klettern, springen, toben oder auch einfach mit den Eltern oder dem Hund spazieren gehen - jede Art von Bewegung ist gut und kann helfen, Haltungsschäden vorzubeugen“, sagt Holberg-Busch. So kann es auch helfen, den Schulweg lieber zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen, als mit dem Auto gefahren zu werden. Zusätzlich helfen gezielte Übungen, wie Rumpfbeugen oder Bauchmuskeltraining, um den Rücken zu stärken.

Anhaltende Rückenschmerzen im Kindesalter sind ein Warnsignal und ernst zu nehmen. Die Ursachen sollten immer von einem Orthopäden abgeklärt werden.

Tipps für den richtigen Schulranzen:
  • Achten Sie beim Ranzen auf Größe und Gewicht.
  • Der Schulranzen sollte eng am Körper anliegen, nicht über die Schultern des Kindes hinausragen und mit seiner Oberkante am Nackenansatz abschließen.
  • Achten Sie darauf, dass der Schulranzen komplett auf dem Rücken getragen wird.
  • Die Trägerriemen sollen ausreichend breit (mindestens fünf Zentimeter), gut gepolstert und immer konstant eingestellt sein.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur die Schulsachen mitnimmt, die es an dem Tag wirklich braucht.
Autor: nnz

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Kommentare
Aus die Maus
08.08.2016, 18:48 Uhr
Schließfächer
in der Schule und unsere Kinder hätten ein Problem weniger.
U. Alukard
08.08.2016, 19:14 Uhr
Um die Bücher in der Schule lassen zu können,
müsste sich der Lehrkörper auch dazu durchringen können, den Kindern das Wissen in der Schule beizubringen und nicht ihre Arbeit durch die Eltern zu Hause, mittels Hausaufgaben, machen zu lassen!
Leider ist es auch so, dass zu den meisten Fächern, ein Lehrbuch, ein Arbeitsheft und ein Hefter für Aufzeichnungen benötigt wird. Aber das Arbeitsheft nur zur Hälfte gebraucht wird!
Die Sporttasche nicht zu vergessen!
Liebe Verantwortliche mal nicht nur ans Geld denken sondern auch an die Kinder!
Schulbildung ist nicht Ländersache, sondern Chefsache!
Was soll z. B. ein Ranking zwischen den Bundesländern, einheitlicher Lehrplan würde diesen Blödsinn beenden!
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