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Mo, 08:54 Uhr
01.08.2016
MEIN KLEINGARTEN – MEIN KLEINES PARADIES

Das Vermächtnis des Schwiegervaters

Exklusiv nur für die nnz: Unterstützt von der Vorsitzenden des Kreisverbandes der Kleingärtner, Marlis Biel, und Chefs von Kleingartensparten beginnen wir heute mit der Serie „Mein Kleingarten – mein kleines Paradies“. Den Auftakt bildet ein Besuch bei einer Familie in der Anlage „Beethovenring“...

Hübsch anzusehen: Das idyllische Gartenhäuschen, umrankt von bunter grüner Vielfalt. (Foto: Kurt Frank) Hübsch anzusehen: Das idyllische Gartenhäuschen, umrankt von bunter grüner Vielfalt. (Foto: Kurt Frank)
Hübsch anzusehen: Das idyllische Gartenhäuschen, umrankt von bunter grüner Vielfalt.

Nordhausen. „Zu 99 Prozent koche ich am heimischen Herd“, sagt Hertha Heimann. Das erspare ihr im Discounter den Blick auf den Obst -und Gemüsestand. Alles, was in den Kochtopf und in Obstgläsern komme oder zu Marmelade verarbeitet werde, habe vorher in ihren Kleingarten keine Chemiekeule gesehen. Das mache den Unterschied zum Massenangebot aus. Kartoffeln, Zwiebeln, Bohnen, Zucchini, Erbsen, Kohlrabi, verschiedene Beeren -und Obstsorten, im Gewächshaus Gurken, Tomaten, Paprika – alles natur belassen.

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„Beethovenring“ verfüge über 60 Parzellen. Zwischen 300 und 1200 Quadratmeter groß. Mit 97 Mitgliedern. Auf vier Hektar Land. Sagt Jürgen Kleinschmidt, der zehn Jahre lang der Anlage vorstand. Die der Familie Dieter und Hertha Heimann liegt in der Mitte: 540 Quadratmeter. Sie habe Land und Gartenhäuschen von ihrem Vater Walter Danisch übernommen, informiert die 67-Jährige, die Handelsökonomie studiert hatte. „Mein Schwiegervater gehörte zu den Gründungsvätern. Großartiges habe der geleistet“, blickt ihr Mann Dieter Heimann voller Anerkennung zurück und erzählt:

Vordem habe hier die Ziegelei Am Altentor Lehm abgebaut. Danach sei die Fläche zur Mülldeponie verkommen. Das wollte die Stadt ändern, eine grüne Lunge schaffen. Die städtische Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV – heute SWG) warb für das Vorhaben, suchte Pächter. Und plädierte auch für das Pflanzen von Waldbäumen. Mühe, Fleiß und Schweiß habe es gekostet, bis sich das Bild rundete. Zum Glück erhielten Gartenliebhaber von ihren Betrieben Unterstützung – mit Raupen und Baggern.

Grün ist gut für die Augen. Sitzt man in Heimanns Garten, ist man total von Grün umgeben. Der Gesang der Vögel, das Rauschen des Windes oder das Plätschern des Regens im Blätterwald und die bunte Vielfalt ringsum ist Erholung und Entspannung pur. Das Terrain „Beethovenring“ gleicht eher einer Freizeitanlage. Oder Waldsiedlung. Wo sich Fuchs, Reh und Hase gute Nacht sagen. Auch Wildschweine wühlten schon im Unterholz. Urlaub? In die Ferne schweifen? Das muss nicht unbedingt sein.

Hertha Heimann lernte als 13-jähriges Mädchen Vaters Garten kennen. Hier hätten auch ihre Kinder gern verweilt. Besonders Carsten, ihr Großer, habe es sich hier gut gehen lassen. Mit Studienfreunden so manche Gartenparty gefeiert. Aus allen Teilen Deutschlands seien die angereist, ergänzt Dieter. Freimütig erzählt der studierte Diplombetriebswirt:

Bis vor einem Jahr habe Schwiegervater Walter Danisch das Land unter den Spaten genommen. Gesät, gejätet, gehegt und gepflegt. Tipptopp hatte der Garten zu sein. Sein Vermächtnis: Das soll immer so bleiben. Er und seine Frau kamen in den Genuss seiner Arbeit, seiner Ernte. „Nach seinem Tod halten wir sein Vermächtnis in Ehren“, bekräftigt Schwiegersohn Dieter Heimann.

Leider, sagt das Ehepaar nicht ohne Wehmut, sei die Hoffnung geschwunden, eines ihrer Kinder werde das Anwesen später einmal übernehmen. Alle seien leider weit weg. Dieter und Hertha behüten als Rentner die Scholle, solange es die Gesundheit erlaubt. Da haben sie noch keinerlei nennenswerte Probleme.
Kurt Frank
Dieter Heimann vor dem Swimmingpool. Der bringt wohltuende Abkühlung an heißen Hundstagen. (Foto: Kurt Frank)
Prächtig sind die Tomaten im Gewächshaus herangewachsen. Daneben Gurken, die sich ebenfalls sehen lassen können. (Foto: Kurt Frank)
Jürgen Kleinschmidt (links), langjähriger Vorsitzender der Kleingartenanlage, bewundert das handwerkliche Geschick Dieter Heimanns. (Foto: Kurt Frank)
Autor: nnz

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