Do, 16:59 Uhr
14.07.2016
EINE EXKURSION IN DAS LEIPZIGER NEUSEENLAND
Von der Mondlandschaft zum Paradies
Eine Mondlandschaft. Soweit das Auge reicht. Natur und Land grauenhaft zerstört. Das ist die eine Seite. Markant die andere: Renaturierte Tagebaulöcher, blühende Landschaft, Natur pur. Urlaub, Erholung. Wassersport, Camping, Ferienhäuser. Das alles ist Leipzigs Neuseenland. Von dort berichten Kurt Frank (Text) und Otfried Pabst (Fotos)...
Neuseenland (Foto: Otfried Pabst)
Nordhausen/Leipzig. Man sollte es erkunden, vielleicht dort urlauben. Die Nordhäuser Landsenioren waren gestern vor Ort. 50 Personen an Bord. Vereinsvorsitzender Herbert Weschcke und Busfahrer Jochen Keitel freuten sich gleichermaßen. Der eine über das rege Interesse der Vereinsmitglieder, der andere über die volle Ladung. Jedes Reiseunternehmen riebe sich die Hände.
Um ein vollständiges Gesamtbild über das zu bekommen, was Neuseenland verkörpert, brauchte man Tage. Aber schon die wenigen Stunden reichten den Senioren. Sie erhielten einen Einblick in Europas größten Landschaftswandel. Bereichert an Wissen und Eindrücken kehrten sie heim.
Leipzigs Neuseenland ist eine teilweise noch entstehende und zum Mitteldeutschen Seenland zählende Landschaft. Dank Rekultivierung und Renaturierung der Tagebaurestlöcher, die Braunkohlegewinnung und deren Anlagen hinterließen, entstandenen und entstehen zahlreiche Gewässer. Weitere kommen hinzu. Teilweise will man sie mit Kanälen verbinden.
Ferienhäuser und -wohnungen an Ufern der Seen, Kanupark, Hotels und Pensionen, Privatzimmer, Kulturerlebnisse, Angebote Aktiv & fit für Familien. Liegewiesen, Sandstrände – wer sich erholen und entspannen will oder die Abgeschiedenheit der Wälder sucht, der braucht nicht in die Ferne schweifen. Das Schöne liegt so nah. Der Seenverbund soll einmal eine Wasserfläche von etwa 70 Quadratkilometer einnehmen und sowohl touristisch genutzt als auch dem Hochwasserschutz dienen.
Eine Busfahrt mitten im Bergbau. Entlang der Bandanlagen. Hindurch unter dem Massenverteiler. Vorbei am Kohle-, Misch- und Stapelplatz. Der Weg der Rohbraunkohle bis zum Kraftwerk war anschaulich erlebbar. Riesige Abraumgeräte. Doch kein Mensch weit und breit.
Das alles werde von einem Pult in der Schaltzentrale aus von nur zwei/drei Leuten gesteuert, erläuterte Reiseleiter Fischer. Der Mann ist sein Geld wert. Keine abgehoben Worte, nicht sich selbst klug darstellend. Fischer sprach kurz und bündig. Markige Sätze. Jeder verstand, was und wie er es sagte. Applaus für ihn im Bus. Und zum Abschied.
Die Braunkohle war für die DDR lebenswichtig. Man presste aus ihr heraus, was nur denkbar und möglich war. Der kleinste Sand im Getriebe konnte schon die Wirtschaft des Landes empfindlich stören. Alle Hebel setzte man deshalb in Bewegung, um den Förderungsablauf aufrechtzuerhalten. Bei Wind und Wetter, Sturm, Kälte, Hitze. Tierarzt Dr. Kurt Glatz schilderte einen Einsatz als Student. In eine Gummiklamotte gehüllt, standen die Studenten bis zu den Knien im Schlamm. Jeder Schritt eine Belastung. Es war nicht möglich, nach vorn oder hinten abzukippen. Eine Arbeit unter teilweise unsagbar erschwerten Bedingungen, erinnert er sich.
Die Mitglieder der Vereinigung der Landsenioren freuen sich schon auf weitere Tagestouren. Die lassen nicht lange auf sich warten. Am 27. des Monats können sie Kassel mit dem Herkulesdenkmal erkunden, am 10. August das Steinhuder Meer mit der Insel Wilhelmstein bei Hannover.
Autor: nnz
Neuseenland (Foto: Otfried Pabst)
Nordhausen/Leipzig. Man sollte es erkunden, vielleicht dort urlauben. Die Nordhäuser Landsenioren waren gestern vor Ort. 50 Personen an Bord. Vereinsvorsitzender Herbert Weschcke und Busfahrer Jochen Keitel freuten sich gleichermaßen. Der eine über das rege Interesse der Vereinsmitglieder, der andere über die volle Ladung. Jedes Reiseunternehmen riebe sich die Hände.
Um ein vollständiges Gesamtbild über das zu bekommen, was Neuseenland verkörpert, brauchte man Tage. Aber schon die wenigen Stunden reichten den Senioren. Sie erhielten einen Einblick in Europas größten Landschaftswandel. Bereichert an Wissen und Eindrücken kehrten sie heim.
Leipzigs Neuseenland ist eine teilweise noch entstehende und zum Mitteldeutschen Seenland zählende Landschaft. Dank Rekultivierung und Renaturierung der Tagebaurestlöcher, die Braunkohlegewinnung und deren Anlagen hinterließen, entstandenen und entstehen zahlreiche Gewässer. Weitere kommen hinzu. Teilweise will man sie mit Kanälen verbinden.
Ferienhäuser und -wohnungen an Ufern der Seen, Kanupark, Hotels und Pensionen, Privatzimmer, Kulturerlebnisse, Angebote Aktiv & fit für Familien. Liegewiesen, Sandstrände – wer sich erholen und entspannen will oder die Abgeschiedenheit der Wälder sucht, der braucht nicht in die Ferne schweifen. Das Schöne liegt so nah. Der Seenverbund soll einmal eine Wasserfläche von etwa 70 Quadratkilometer einnehmen und sowohl touristisch genutzt als auch dem Hochwasserschutz dienen.
Eine Busfahrt mitten im Bergbau. Entlang der Bandanlagen. Hindurch unter dem Massenverteiler. Vorbei am Kohle-, Misch- und Stapelplatz. Der Weg der Rohbraunkohle bis zum Kraftwerk war anschaulich erlebbar. Riesige Abraumgeräte. Doch kein Mensch weit und breit.
Das alles werde von einem Pult in der Schaltzentrale aus von nur zwei/drei Leuten gesteuert, erläuterte Reiseleiter Fischer. Der Mann ist sein Geld wert. Keine abgehoben Worte, nicht sich selbst klug darstellend. Fischer sprach kurz und bündig. Markige Sätze. Jeder verstand, was und wie er es sagte. Applaus für ihn im Bus. Und zum Abschied.
Die Braunkohle war für die DDR lebenswichtig. Man presste aus ihr heraus, was nur denkbar und möglich war. Der kleinste Sand im Getriebe konnte schon die Wirtschaft des Landes empfindlich stören. Alle Hebel setzte man deshalb in Bewegung, um den Förderungsablauf aufrechtzuerhalten. Bei Wind und Wetter, Sturm, Kälte, Hitze. Tierarzt Dr. Kurt Glatz schilderte einen Einsatz als Student. In eine Gummiklamotte gehüllt, standen die Studenten bis zu den Knien im Schlamm. Jeder Schritt eine Belastung. Es war nicht möglich, nach vorn oder hinten abzukippen. Eine Arbeit unter teilweise unsagbar erschwerten Bedingungen, erinnert er sich.
Die Mitglieder der Vereinigung der Landsenioren freuen sich schon auf weitere Tagestouren. Die lassen nicht lange auf sich warten. Am 27. des Monats können sie Kassel mit dem Herkulesdenkmal erkunden, am 10. August das Steinhuder Meer mit der Insel Wilhelmstein bei Hannover.






