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Mi, 17:30 Uhr
06.07.2016
Arbeiten an der Kneiff'schen Villa gehen voran

Das Konzert wird stattfinden

Ende des Monats erwartet den Park Hohenrode eines der Highlights dieses Jahres - das Konzert des Deutschlandfunks mit Weltklasse-Pianistin Ragna Schirmer. Bevor man in der alten Villa aber aufspielen kann, muss noch einiges getan werden...

Im Park Hohenrode will man den Kampf gegen den Schwamm dieses Jahr beenden (Foto: Angelo Glashagel) Im Park Hohenrode will man den Kampf gegen den Schwamm dieses Jahr beenden (Foto: Angelo Glashagel)

Zur Zeit sei man dabei, die statische Sicherheit der Decken herzustellen, sagte Dr. Folke Dietzsch, vom Architekturbüro Angermann aus Ebeleben. "Das Konzert wird stattfinden", sagte der Architekt voller Zuversicht. Kommende Woche will man damit beginnen, eine temporäre, begehbare Fläche im Erdgeschoss aufzubauen. Die nötigen Gipskartonplatten, so ist das in Hohenrode, bekam man geschenkt, diesmal hieß der Unterstützer Firma Knauf.

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Bis zu 250 Gäste erwartet man zu dem Konzert der Deutschlandfunkreihe "Grundton D", die seit 25 Jahren Musik in alte Gemäuer bringt und mit den Einnahmen die Restaurierungen unterstützt. Für das Hohenrode Konzert am 23. Juli hat man eine Künstlerin gewinnen können, deren Programm bestens zum Park und seinen Gegebenheiten passt. Ragna Schirmer ist eine vielfach preisgekrönte Pianistin, die über die Landesgrenzen hinaus zu Ruhm gekommen ist. Ihre Konzerte sind nicht nur flinke Fingerübungen sondern immer auch durchdachte, persönliche, fast schon intime Arrangements, die in der Villa voll zur Geltung kommen dürften, da die Bibliothek des Hauses Künstlerin und Publikum nah zueinander bringen wird.

Auch nach dem Konzert wird man noch zu tun haben, auf Jahre hinaus. Aber zumindest den Kampf gegen den scheinbar allgegenwärtigen Schwamm will man bald gewonnen haben, meint Architekt Dietzsch. Der ist auf den ersten Blick recht unscheinbar, ähnelt optisch feinen Spinnweben, ernährt sich aber von Holz und davon gibt es in den Wänden, Decken und Böden des 1874 erbauten Hauses jede Menge. Kritisch wird es vor allem da, wo tragende Teile wie die Balkenköpfe der Deckenkonstruktion angegriffen werden.

Eine Zeit lang hat der Schwamm, der grundsätzlich in jedem Haus zu finden sei, erklärte Dietzsch, in der Villa ideale Bedingungen vorgefunden - es war warm und feucht, weil es durch das Dach hindurchregnete und dank der zugemauerten Fenster keinerlei Durchzug möglich war. Man könne dem Schwamm aber Herr werden, meinte Dietzsch, er mag keinen Zug, keine Trockenheit und keine Kälte. Angegriffene Teile müssten aber ausgetauscht werden.

Dr. Folke Dietzsch (links) und Johannes Fliegel begutachten das alte Parkett (Foto: Angelo Glashagel) Dr. Folke Dietzsch (links) und Johannes Fliegel begutachten das alte Parkett (Foto: Angelo Glashagel)

Dabei treten auch schöne Überraschungen wieder zu Tage - wie etwa das alte Parkett aus der Zeit der Erbauung, das zum Teil unter DDR-Bodenbelag verborgen lag. Auch die sind aus Holz, könnten aber vielfach wieder aufgearbeitet werden, erklärte heute Restaurator Johannes Fliegel aus Weimar. Der Spezialist soll dem Team um Dr. Dietzsch beratend zur Seite stehen, wenn es um die Rettung der alten Bausubstanz geht. Noch in diesem Jahr will man den Kampf gegen den Schwamm gewonnen haben, meinte der Architekt. Und dann warten sicherlich schon die nächsten Großaufgaben auf Hohenrode und seine vielen Helfer.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Liane Enzinger
06.07.2016, 20:59 Uhr
Frau Hartmann lässt sich von der Gipsindustrie sponsern!
Dass ich das noch miterleben darf. Der Geruch des Geldes ist doch nicht so schlimm, oder Frau Hartmann?

Das mit Petitionen gegen die Gipsindustrie und Ihrer Unterschrift drunter ist dann für mich etwas zum Schmunzeln.

Aber Frau Keller (früher SED-Kreisleitung) nimmt auch den Geruch des "faulen und parasitären Kapitalismus" nicht mehr wahr.

So ein dicker BMW Dienstwagen mit Natur Ledersitzen hat dann eben doch nicht nur einen olfaktorischen Reiz.

Ha, Ha, ha.

Liane Enzinger, M. A.
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