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Mo, 10:26 Uhr
09.05.2016
EINST BELIEBTE TRADITIONSGASTSTÄTTE NOCH IMMER LEER

Auf der Suche nach einem Gastwirt

Ottos Steakhouse an der Geseniusstraße 26 war als Gaststätte gefragt und beliebt. Vereine trafen sich hier, Sänger, Landsenioren, Sportler, Kleingärtner, die Volkssolidarität, Skatfreunde. Vor zwei Jahren schlossen sich die Pforten. Für immer? Dieser Frage ist Kurt Frank nachgegangen...

Das waren Zeiten (Foto: nnz) Das waren Zeiten (Foto: nnz)
Nordhausen. Steffi Holzheuer, die Tochter des Chefs, hatte das Lokal bis zuletzt geführt. Vorbildlich. Den 21. Dezember 2009 wird sie zeitlebens nicht vergessen. Ein Wartungsfehler am Rohrsystem führte zu einem Wassereinbruch in einer oberen Etage. Das Wasser schwappte nach unten. Die Gaststätte schwamm. Schaden: 300000 Euro.

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Die Versicherung der Wirtin zahlte 159000 Euro. Acht Monate war die Gaststätte zunächst dicht. Steffi Holzheuer investierte. Möbelte die Räumlichkeiten wieder auf. Die Versicherungen anderer Nutzer des Hauses stellten sich aber quer. Die Wirtin blieb letztlich auf einem Schuldenberg von 150000 Euro sitzen. Es kam zur Insolvenz.

Dr. Dieter Bartholomäus, der nebenan die Praxis hat, kaufte das Objekt aus der Insolvenzmasse. Wegen unüberwindbaren Schwierigkeiten kam es zum Bruch zwischen der Wirtin und dem Arzt. Er, sagt Holzheuer, hätte ihr helfen können, wenn er gewollt hätte, als ihr das Wasser bis zum Halse stand. Schweren Herzens gab sie auf.

Auch sie kamen nicht zueinander (Foto: nnz-Archiv) Auch sie kamen nicht zueinander (Foto: nnz-Archiv)
Meisterkoch Ingo Cybok (links) und Dr. Bartholomäus fanden ebenfalls nicht zueinander. Cybok blieb in Walkenried

Es meldete sich ein Meisterkoch aus Niedersachsen, der Interesse hatte. Ingo Cybok ist vielen Nordhäusern nicht unbekannt. Im damaligen IFA-Klubhaus am Sportplatz fungierte er als Küchenleiter. Er traf sich mit dem Objekt-Eigentümer vor Ort. Nach einer eingehenden Besichtigung der Räumlichkeiten unterbreitete der Gastronom seine Vorstellungen und Wünsche.

Warum kam es zu keiner Einigung? Auf Nachfrage teilte uns der Arzt, der die Immobilie mittlerweile seinem Sohn überschrieben habe, mit, dass er über 30.000 Euro hätte investieren müssen, um den vielseitigen Wünschen zu entsprechen. Man müsse, wenn man die Gaststätte haben wolle, schon selbst Geld in die Hand nehmen und etwas tun, meint Bartholomäus. Der Koch sah das wohl anders. Er blieb in Walkenried.

In der Zwischenzeit war Bartholomäus nicht untätig. Er sei bei uns Gast im Grimmel 20 gewesen, sagt Sandra Geist gegenüber nnz. Sie ist die Lebensgefährtin von Thomas Hey, der dort Leckeres aus Topf und Pfannen seinen Gästen servierte. Dort habe der Doktor von unserer Absicht erfahren, dass wir uns verändern wollen. Mehrmals habe der uns auf das einstige Ottos Steakhouse aufmerksam gemacht.

Thomas Hey und Sandra Geist zogen aber die Selbstständigkeit vor, übernahmen als Eigentümer die Gaststätte „Am Schurzfell“. Dort richten sie (nnz berichtete) ein Catering ein. Wenn Dr. Bartholomäus einen Gastwirt haben möchte, müsste auch er selbst etwas für die Auffrischung der Räumlichkeiten investieren, bekräftigen die jungen Leute.

Indes schlummert die Gaststätte vor sich hin, sucht der Eigentümer weiter nach einer Möglichkeit, sie zu vermarkten. Ob sie je wieder eine Auferstehung erleben und ihren alten Ruf als beliebte Lokalität erlangen wird, wissen auch die Götter nicht.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Franz Tabak
09.05.2016, 11:01 Uhr
Ein altes Sprichwort besagt:
"Eigentum verpflichtet!"

Tja, werter Herr Doktor, das hätten Sie sich wohl eher überlegen müssen, ob Sie dieses Objekt kaufen. Denn dazu gehört auch, dass man genügend "Pulver" in der Hinterhand hat und auch bereit ist, zu investieren.

Für mich ist der Standort als Gaststätte zumindest "gestorben". "Exitus", wie der Mediziner so schön sagt.
Gehard Gösebrecht
09.05.2016, 14:20 Uhr
Wann hat man denn die Investition wieder haraus?
Diese Frage muss man doch stellen.
Ich kann den Herrn Dr. verstehen, dass man sich nicht noch wegen so einer Investition mit unsicherer Zukunft, ins Armenhaus bringen lassen will.
Vielleicht kann man als ehemaliger Gast, solch einer Einrichtung gar nicht hinter die finanziellen Kulissen schauen?
Es ist etwas anderes, ab und zu in einer Gaststätte zwei oder drei Bierchen zu konsumieren, oder den Laden zu finanzieren. Laufende Kosten, wie die Heizungs-, Strom- und Wasserrechnung sind da zu berücksichtigen.
Man will sich ja auch nicht für umsonst in die Küche oder hinter die Bar stellen.
Und zum bitteren Ende gibt es wieder vielleicht eine Havarie, die alle Träume zunichte macht.
dmfn
09.05.2016, 17:08 Uhr
Typisch Nordhäuser
Man gönnt mal wieder einen die Luft zum Atmen nicht. Was aus dem Objekt wird ist dem Eigentümer seine Sache und warum zerreissen sich alle die Mäuler darüber? Nur weil es der Dr. ist ? Wenn man ein Geschäft eröffnet .uss man auch selbst investieren glaub kaum das man sich in ein gemachtes Nest setzt. Ohne Moos ist eben nix los.
Ich frag mich nur ob andere Leute nix zu tun haben als im Privatleben anderer rum zu schnüffeln und die Leute schlecht zu machen obwohl sie nur die Geschichte von erzählen kennen bzw dieses dann auch noch ausschlachten zu ihren Gunsten.
Man soll vor seiner Tür anfangen zu kehren.
Joey
09.05.2016, 22:56 Uhr
dmfn
Wer schnüffelt denn im Privatleben anderen rum?
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