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Fr, 11:33 Uhr
25.06.2004

nnz-Wahlkampf-Ecke: Themen ändern

Nordhausen (nnz). Wahlkämpfe sind vor allem für Journalisten interessant. Da kann kommentiert oder berichtet werden. Und vor allem melden sich Menschen zu Wort, die in den Jahren zuvor nicht viel zu sagen wussten. Kurz vor der Wahl flatterte jetzt eine Postille in viele Nordhäuser Briefkästen, die es „in sich hat“...


Gemeint ist die zweite Ausgabe des Kurier der Nordhäuser FDP. Und wie sich das für einen Wahlkampf gehört, wird da angeprangert, was die anderen Parteien in den zurückliegenden Jahren gemacht haben oder auch, was sie versäumt haben. Besonders leicht lässt es sich kritisieren, wenn man als Partei seit 1994 keine politische Verantwortung hatte, weil es eben der Wähler so wollte.

Eine komplette Seite im liberalen Kurier ist dem Südharz-Krankenhaus vorbehalten. Und da wird die Frage „Woran krankt unser Krankenhaus?“ auch gleich beantwortet. Doch erst einmal, so sieht es die Chefetages des Hauses, werden Halbwahrheiten gestreut. So zum Beispiel mit der Abwanderung von Ärzten. Vergessen wird da zum Beispiel, dass dieses Südharz-Krankenhaus nur eines von vielen Häusern in dieser Republik ist. Vergessen wird, dass auch Mediziner sich beruflich oder territorial verändern wollen und das auch dürfen. Ärzte gehen an andere Häuser, Ärzte kommen nach Nordhausen, zum Beispiel aus Aachen, weil sie am Südharzrand eine neue Aufgabe reizt.

Da wird in dem Kurier kritisiert, dass Aufträge ohne Ausschreibung vergeben werden. Manche Aufträge müssen nicht ausgeschrieben werden, so einfach ist das nach geltendem Recht, erläutert Geschäftsführer Antonius Pille und verweist darauf, dass sowohl die Abschlüsse des Jahres 2002 und des vergangenen Jahres von den Aufsichtsgremien „abgesegnet“ wurden. Anderes Beispiel: Als Vorschlag zur Gesundung des Krankenhauses machen zwei Liberale den Vorschlag, dass sich das Management sowie die Gesellschafter (Stadt und Landkreis) in benachbarten Krankenhäusern umsehen. Genannt wurden Heiligenstadt, Sondershausen, Bad Frankenhausen, Sömmerda, Erfurt, Weimar, Suhl, Gera und andere. All diese Häuser sind in den vergangenen Jahren privatisiert worden. Vielleicht hätten sich die Herausgeber des FDP-Kuriers mal in Sondershausen, Bad Frankenhausen, Erfurt oder Gera erkundigen sollen, welche Probleme diese Häuser vor und nach der Privatisierung hatten und haben. Eine gute Recherche hätte da manche Erleuchtung gebracht.

Die Seite 3 des Kuriers ist nach Meinung der Krankenhausleitung nicht dazu angetan, Menschen hinsichtlich einer Wahlentscheidung zu mobilisieren. Wer genauer liest, der werde am kommenden Sonntag seine Entscheidung treffen. Aber die Herausgeber der Postille wollen sich ja nicht nur um das Krankenhaus kümmern, sie kümmern sich auch um die Rentenkasse als Selbstbedienungsladen, um Mitarbeiter, die ihre Löhne selbst festlegen können, um Spenden fürs Ausland...

All das sind Themen, die geändert werden sollten, steht da geschireben. In diesem Sinne: Schaffen wir uns unsere eigenen Themen! Man kann gespannt sein auf das Wahlergebnis und auf den gesunden Verstand der Wähler.

P.S. Auch Journalisten sind heilfroh, wenn Wahlkämpfe vorbei sind!
Autor: nnz

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