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Fr, 10:46 Uhr
25.06.2004

Blick übern Tellerrand

Nordhausen (nnz). Während die Verantwortlichen in Nordhausen hoffen, dass noch viele Karten für das anstehende noise garden Festival am nächsten Samstag abgesetzt werden, wurde im ostthüringischen Rudolstadt der Vorverkauf für das 14. Tanz & Folk Fest bereits vor Tagen eingestellt.


„Roots Folk World Music“ steht jetzt stolz über dem langen Wochenende vom 1. ­ 4. Juli in der Saalestadt mit der beeindruckenden Heidecksburg, deren Reithalle und Schlossgarten dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten in neuem Glanze erstrahlen. Dort werden auch wieder die Schwerpunkte gesetzt, zwei große Bühnen im Burghof und auf der Burgterrasse locken das folkige Volk schon am Donnerstagabend, wenn die Popsirene Heather Nova um 21 Uhr zum Sonderkonzert antritt. Drei weitere Bühnen bzw. Konzertzelte stehen im Heinepark, der sich durch seine Weitläufigkeit immer wieder als genialer Schauplatz ebenso hochklassiger Konzerte bewährt. Es ist sehr schwer für das Rudolstädter Musikfest Superlative zu finden, die dem tatsächlichen Geschehen dort gerecht werden, aber unsere Zeit schreit nun einmal nach Gigantismus. Sagen wir also einfach: Samstag, 3. Juli, 01 Uhr, The Hooters.

Der Zeitpunkt für die Show der hitbeladenen US-Folkrocker ist geschickt gewählt, denn um sich partyträchtig vor der Bühne zu positionieren, empfiehlt es sich, bereits am Freitagabend in der Stadt aufzuschlagen. Mehrere Zeltplätze stehen den Gästen traditionell zur Verfügung. Um dort einen ordentlichen Stellplatz zu ergattern empfiehlt es sich, Freitag in den frühen Abendstunden anzureisen. Dieser Entschluss wird belohnt mit dem großen Eröffnungsprogramm auf dem Marktplatz ab 18 Uhr und einem fulminanten ersten Abend auf allen Bühnen. Da spielt der alte Kumpel von Al Wilson Mr. David Evans, die ersten griechischen Gruppen präsentieren den Länderschwerpunkt des Jahres, Rokia Traore aus Mali beschallt den Heinepark, auf der Burgterrasse heizt das Boban Markovic Orkestra ein, ehe der italienische Tom Waits kommt, der auf den klangvollen Namen Vinicio Capossella hört. Die Aboriginies der „White Cockatoo Performing Group zeigen ihre Tänze zu Didgeridoo-Musik, erste zarte Zitherklänge erschallen (Instrument des Jahres) und Clotaire K chillen schließlich ab 02 Uhr im Konzertzelt im Park den ersten Tag aus.

Lange Ruhe gibt es nicht, denn Samstag erwacht die Stadt gegen zehn und ab 11 Uhr gibt es Musik satt und endlos bis in den frühen Sonntag. Der deutsche Folkpreis Ruth 2004 wird abends verliehen und die fünf Preisträger konzertieren dankbar. Unter den Glücklichen befindet sich auch die Speedpolka-Band HISS, die im August das 1. poeTon Musikfestival in Nordhausen bereichern wird. Wie jedes Jahr ist es unmöglich im Vorfeld die Highlights des Festivals ansagen zu können. Für geübte Rudolstadt-Besucher ist es gerade der prickelnde Kitzel am Fest, eigene neue Favoriten zu entdecken.

Allein die Straßenmusiker stellen über dreißig Bands. Besonders schräg werden wohl die Tschechen, die sich „Traband“ nennen, was durchaus mit dem alten Auto „made in DDR“ zu tun haben soll. Oder das „Kollegium Kalksburg“ aus Wien oder „La sega del Canto“, zwei verrückte Finnen, die eine Baumsäge malträtieren. Oder ­ mein persönlicher Geheimtipp ­ die elf Mexikaner „Panteon Rococo“, deren knalliger Latino-Ska leicht zu Massenhysterien im hüpfenden Publikum führen kann.

Der Sonntag setzt das hervorragende Programm gnadenlos fort. A pro pos „gnadenlos hervorragend“: Es gibt wieder ein Programmheft zum tff, das den Pulitzerpreis verdient hat. Darin erfahren Sie alles, und dich meine „alles“, was Sie wissen müssen zu diesem Kultwochenende. Und eine CD liegt auch noch bei.

Ach, übrigens :­ Karten gibt es an der Tageskasse in vielen Varianten.
Autor: osch

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