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So, 08:52 Uhr
17.04.2016
Greenpeace-Umfrage:

Breite Mehrheit will raschen Ökostrom-Ausbau

Einen beschleunigten oder zumindest konstanten Ausbau der Erneuerbaren Energien wünschen sich 86 Prozent der Menschen in Deutschland. 87 Prozent möchten weiterhin gleichbleibende oder bessere Möglichkeiten, sich an der Energiewende zu beteiligen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen TNS-Emnid Umfrage im Auftrag von Greenpeace...


Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hingegen droht mit einer geplanten Novelle des Erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG), die Energiewende abzuwürgen. „Die Bundesregierung vertritt mit ihren energiepolitischen Plänen eine Minderheitenposition“, so Tobias Austrup, Energieexperte von Greenpeace. „Der schnelle Ausbau von Wind und Sonne ist für den Klimaschutz zwingend nötig. Das haben die meisten Menschen in Deutschland erkannt und sie unterstützen es.“

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Anhänger aller Parteien sprechen sich gleichermaßen für einen ungebremsten Zubau von Windkraft und Solarenergie aus. Regional betrachtet gibt es in Bayern mit 88 Prozent den höchsten Zuspruch. TNS-Emnid fragte am 7. und 8. März bundesweit 1009 Menschen: „In welchem Tempo sollten die Erneuerbaren Energien in Deutschland in den nächsten vier Jahren ausgebaut werden?“ 55 Prozent der Befragten sprachen sich für einen schnelleren, 31 Prozent für einen konstanten Ausbau aus. Nur 12 Prozent wünschten sich weniger neue Anlagen.

Die vom Wirtschaftsministerium geplante EEG-Novelle sieht vor, die Förderung neuer Ökostrom-Anlagen ab dem Jahr 2017 auf ein Ausschreibungssystem umzustellen. Betreiber neuer Wind- oder Solaranlagen erhalten dann keine feste EEG-Vergütung mehr, sondern müssen bei Auktionen mitbieten, um eine kostendeckende Förderung zu erhalten. Das neue System benachteiligt die bisherigen Haupttreiber der Energiewende, kleinere Bürgerenergieprojekte, gegenüber großen Investoren. Bürger, Landwirte und Genossenschaften haben fast die Hälfte der bisher installierten Leistung errichtet. Die großen Energieversorger trugen lediglich zu einem Sechstel dazu bei.

In der Umfrage stimmten 65 Prozent der Befragten für bessere und 26 Prozent für gleichbleibende Möglichkeiten der Menschen, sich am Erneuerbaren-Ausbau zu beteiligen. Mit 68 Prozent sind darunter besonders viele SPD-Wähler. Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am kommenden Freitag bei ihrem Treffen im Kanzleramt über zentrale Punkte der EEG-Novelle.

Zahlreiche Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Schleswig-Holstein haben sich bereits im Vorfeld gegen die geplante Ökostrom-Bremse eingesetzt und ihren Widerstand angekündigt.
Autor: red

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Kommentare
altmeister
17.04.2016, 13:25 Uhr
Wer hat's bezahlt?
Diese Frage stelle ich immer als erstes, wen ich solche Umfragen lese. Meist stimmt das Ergebnis mit den Interessen des Auftraggebers überein, wie auch hier wieder zu erkennen ist.
Eine wirkliche ökologische Umstellung wäre es, wenn alle Faktoren zusammen passen, da fehlt die notwendige Sicherstellung der kontinuierlichen und verlässlichen Versorgung, unabhängig von Tageszeit und Wetterlagen.
Dieses ist im Moment nicht gegeben und es erfolgt ein unökologischer Ausgleich durch konventionelle Stromproduzenten zu teuren Konditionen.
Wenn über Energiewende nachgedacht wird, sollte auch über die Speicherung von Überschüssen nachgedacht werden, das beinhaltet auch den Bau von Pumpspeicherwerken und Stromtrassen. Diese Kehrseite der Medaille wird immer bei solchen "Befragungen" ausgeblendet, kommt erst dann in den Sinn, wenn die genannten Bauwerke vor der eigenen Haustür gebaut werden sollen, um dann dagegen zu protestieren. Wie soll da eine ökonomisch zumutbare Energiewende zustande kommen?
Indem in Deutschland alles auf Biegen und Brechen "ökologisch" gemacht wird und der Spitzenstrom aus den AKW der Nachbarländer bezogen wird?
Indem der Strom für den Endverbraucher ständig verteuert wird, obwohl bei sinnvoller und ökonomisch durchdachter Umstellung der Preis sogar sinken könnte?
Aber, da wird der deutsche Michel lange warten können, dass mal etwas auf der Grundlage der Vernunft geändert wird!
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