Fr, 09:00 Uhr
11.03.2016
Wacker und Theater
Hoffnung und Sorgen
In Nordhausen werden derzeit mehrere politische Baustellen bearbeitet. Albert-Kuntz-Sportpark, Theater und Feuerwache. Wir haben versucht, einen Zwischenstand zu ermitteln...
Platzübergebe (Foto: Martin Höfer)
Der Vorschlag der Nordhäuser Stadtverwaltung, den Albert-Kuntz-Sportpark in die Hände des Vereins zu geben, wird in den Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates vorwiegend positiv bewertet. Die Stimmung ließe sich wie folgt zusammenfassen: "Keiner will Wacker hängen lassen".
Den AKS zu einem symbolischen Preis zu übergeben und trotzdem weiter einen jährlichen Zuschuss zahlen, ist kommunalrechtlich zwar nicht so einfach, ließe sich allerdings bei einem als vorhanden unterstellten Willen realisieren. Komplizierter wird es bei der Beantragung von Fördermitteln des Landes, aber auch hier - das zeigte sich bei einer Beratung in dieser Woche erneut - könnte es Lösungen geben. Gleichzeitig könnte sich für den Verein oder für die FNK-Service Dienstleistungs GmbH die Kreditwürdigkeit als künftiger Grundstückseigentümer verbessern.
Zum Theater: Hier wird es für die Gesellschafter der GmbH richtig hart. Das Land Thüringen soll nach Informationen der nnz bereit sein, seinen Zuschuss zur Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH um mindestens eine Million Euro pro Jahr zu erhöhen. Sehr schön - allerdings nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten bedeutet das für die Gesellschafter den gleichen Brocken draufzulegen.
Und so kursieren im politischen Geflecht in Nordhausen die Zahlen zwischen 400.000 und 500.000 Euro pro Jahr, die die Stadt drauflegen müsste. Das wären dann rund 3,2 Millionen Euro. Jedes Jahr. Schon jetzt gibt es die Lager im Stadtrat. Die Grünen zum Beispiel wollen dieses Spiel mitmachen, vermutlich koste es was es wolle. Theater als Mittelpunkt des Nordhäuser Gemeinwesens.
Skeptiker gibt es aber auch, die da meinen, man könne dieses Geld in dieser Höhe einfach nicht aufbringen. Einerseits verfallen zusehends Brücken oder Straßen, wird kaum noch instandgesetzt, dafür gesperrt. Andererseits sollen eine halbe Million Euro zusätzlich für das Theater aufgewandt werden. An die Sanierung des Hauses ist dabei noch nicht einmal gedacht.
Es wird spannende Diskussionen geben in diesem Nordhausen. Die gab es eigentlich schon immer, nur: die jetzige Qualität ist eine andere, denn es geht an das finanziell Eingemachte. Und: Alles wäre nicht so kompliziert, gebe es da nicht die Notwendigkeit einer neuen Feuerwache. Und die geht direkt oder indirekt jeden Nordhäuser etwas an - egal ob Fan von Wacker oder des Theaters.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Platzübergebe (Foto: Martin Höfer)
Der Vorschlag der Nordhäuser Stadtverwaltung, den Albert-Kuntz-Sportpark in die Hände des Vereins zu geben, wird in den Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates vorwiegend positiv bewertet. Die Stimmung ließe sich wie folgt zusammenfassen: "Keiner will Wacker hängen lassen".
Den AKS zu einem symbolischen Preis zu übergeben und trotzdem weiter einen jährlichen Zuschuss zahlen, ist kommunalrechtlich zwar nicht so einfach, ließe sich allerdings bei einem als vorhanden unterstellten Willen realisieren. Komplizierter wird es bei der Beantragung von Fördermitteln des Landes, aber auch hier - das zeigte sich bei einer Beratung in dieser Woche erneut - könnte es Lösungen geben. Gleichzeitig könnte sich für den Verein oder für die FNK-Service Dienstleistungs GmbH die Kreditwürdigkeit als künftiger Grundstückseigentümer verbessern.
Zum Theater: Hier wird es für die Gesellschafter der GmbH richtig hart. Das Land Thüringen soll nach Informationen der nnz bereit sein, seinen Zuschuss zur Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH um mindestens eine Million Euro pro Jahr zu erhöhen. Sehr schön - allerdings nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten bedeutet das für die Gesellschafter den gleichen Brocken draufzulegen.
Und so kursieren im politischen Geflecht in Nordhausen die Zahlen zwischen 400.000 und 500.000 Euro pro Jahr, die die Stadt drauflegen müsste. Das wären dann rund 3,2 Millionen Euro. Jedes Jahr. Schon jetzt gibt es die Lager im Stadtrat. Die Grünen zum Beispiel wollen dieses Spiel mitmachen, vermutlich koste es was es wolle. Theater als Mittelpunkt des Nordhäuser Gemeinwesens.
Skeptiker gibt es aber auch, die da meinen, man könne dieses Geld in dieser Höhe einfach nicht aufbringen. Einerseits verfallen zusehends Brücken oder Straßen, wird kaum noch instandgesetzt, dafür gesperrt. Andererseits sollen eine halbe Million Euro zusätzlich für das Theater aufgewandt werden. An die Sanierung des Hauses ist dabei noch nicht einmal gedacht.
Es wird spannende Diskussionen geben in diesem Nordhausen. Die gab es eigentlich schon immer, nur: die jetzige Qualität ist eine andere, denn es geht an das finanziell Eingemachte. Und: Alles wäre nicht so kompliziert, gebe es da nicht die Notwendigkeit einer neuen Feuerwache. Und die geht direkt oder indirekt jeden Nordhäuser etwas an - egal ob Fan von Wacker oder des Theaters.
Peter-Stefan Greiner


