Mi, 09:10 Uhr
04.07.2001
Preisgekrönte Arbeiten ausgestellt
Nordhausen (nnz). Am Montag sind die preisgekrönten Arbeiten des internationalen Wettbewerbs für den Neubau eines Lern- und Dokumentationszentrum und zur Gestaltung des ehemaligen Lagergeländes der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu sehen. Die Ausstellung wird im Nordhäuser Landratsamt eröffnet.
Am 23. Mai 2001 hatte eine mit international bekannten Architekten und Sachverständigen besetzte Jury die Preisträger des Ideen- und Realisierungswettbewerb für den Neubau eines Lern- und Dokumentationszentrums und zur Gestaltung des ehemaligen Lagergeländes der KZ-Gedenkstätte von Mittelbau-Dora ausgewählt. Zur Diskussion standen 24 Arbeiten. Der 1. Preis wurde einstimmig dem Architekturbüro Kleineberg + Pohl (Braunschweig) zugesprochen und Anfang Juni in Weimar durch den Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Dr. Volkhard Knigge überreicht.
Der Wettbewerb war im September 2000 von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora als "offener einstufiger, zweiphasiger freiräumlicher und hochbaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb" ausgeschrieben und dessen 1. Phase als offener Ideenwettbewerb durchgeführt worden. Aus 130 eingereichten Arbeiten hatte die Jury im Dezember die Teilnehmer für die 2. Phase ausgewählt. Das Verfahren war in beiden Phasen anonym. Der Wettbewerb hatte drei Ziele:
1. Konzepte zu suchen für eine historisch angemessene und gedenkstättenpädagogisch sinnvolle Erschließung und Wiedererkennbarmachung des Geländes und der Überreste eines ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagers, das lange beschwiegen und vernachlässigt, von der Natur fast zurückerobert und von ökonomischen Interessen in seinem Kern bedroht wurde und zum Teil noch wird.
2. Gestaltungsvorschläge zu suchen für den Neubau eines Lern- und Dokumentationszentrums, dessen Gestalt Zeichencharakter haben kann und dessen wesentliche Funktion darin besteht, Gedenken mit historischem Wissen in solcher Weise miteinander zu verbinden, daß die Auseinandersetzung mit der verbrecherischen Vergangenheit zur individuellen Verantwortungsübernahme für eine humane Zukunft herausfordert.
3. Eine Raumidee für den Museumsbereich des Lern- und Dokumentationszentrum zu entwickeln, die universell nutzbar ist, keinen eigenen Code entfaltet, sondern eine im Wesentlichen auf Realien und Originaldokumente basierende Ausstellung unterstützt.
Von diesen Kriterien ausgehend, war das Preisgericht der Auffassung, daß eine möglichst einfache Lösung gesucht werden sollte, "da die Geschichte des Ortes im Vordergrund zu stehen hat und künstlerische Virtuosität der Situation nicht angemessen sein kann". Gesucht wurde also eine Idee für das Einfache, das bekanntlich so schwer zu machen ist. Gefunden wurde sie in dem Entwurf des Architekturbüros Kleineberg + Pohl aus Braunschweig. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Hinnerk Wehberg, dessen Mitarbeitern Karin Kuttner und Michael Rink, hatten sie ein Gesamtkonzept entwickelt, in dem Gebäudeplanung und Landschaftsgestaltung stimmig sind. Wie aus dem Preisrichter-Protokoll hervorgeht, würdigte die Jury es als einen "unspektakulären, überzeugenden Entwurf", der sich durch "eine klar ablesbare Zonierung der unterschiedlichen Bereiche" auszeichnet, den "zurückhaltende Mittel und ein umsichtiger Umgang mit dem Landschaftsraum sowie vorhandenen Relikten kennzeichnen". Das Lern- und Dokumentationszentrum, ein einfacher zweigeschossiger Baukörper ist in Ost-West-Richtung, parallel zur nördlichen Erschließungsstraße orientiert. Der Baubeginn wird noch in diesem Jahr sein.
Vergeben wurden darüber hinaus: zwei 2. Preise; sie gingen an das Architekturbüro Mahler-Günster-Fuchs (Stuttgart) mit dem Landschaftsarchitekten I. Stötzel (Sindelfingen) und an das Architekturbüro Beyer + Schubert (Berlin) mit dem Landschaftsarchitekten Lorenz Beyer (Berlin), der 3. Preis wurde nicht und der 4. unter Vorbehalt vergeben. Den 5. Preis erhielt das Weimarer Büro B.A.S. Kopperschmidt + Moczala mit den Landschaftshestaltern Ryffel + Ryffel aus der Schweiz. Drei weitere Entwürfe werden angekauft.
Autor: nnzAm 23. Mai 2001 hatte eine mit international bekannten Architekten und Sachverständigen besetzte Jury die Preisträger des Ideen- und Realisierungswettbewerb für den Neubau eines Lern- und Dokumentationszentrums und zur Gestaltung des ehemaligen Lagergeländes der KZ-Gedenkstätte von Mittelbau-Dora ausgewählt. Zur Diskussion standen 24 Arbeiten. Der 1. Preis wurde einstimmig dem Architekturbüro Kleineberg + Pohl (Braunschweig) zugesprochen und Anfang Juni in Weimar durch den Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Dr. Volkhard Knigge überreicht.
Der Wettbewerb war im September 2000 von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora als "offener einstufiger, zweiphasiger freiräumlicher und hochbaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb" ausgeschrieben und dessen 1. Phase als offener Ideenwettbewerb durchgeführt worden. Aus 130 eingereichten Arbeiten hatte die Jury im Dezember die Teilnehmer für die 2. Phase ausgewählt. Das Verfahren war in beiden Phasen anonym. Der Wettbewerb hatte drei Ziele:
1. Konzepte zu suchen für eine historisch angemessene und gedenkstättenpädagogisch sinnvolle Erschließung und Wiedererkennbarmachung des Geländes und der Überreste eines ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagers, das lange beschwiegen und vernachlässigt, von der Natur fast zurückerobert und von ökonomischen Interessen in seinem Kern bedroht wurde und zum Teil noch wird.
2. Gestaltungsvorschläge zu suchen für den Neubau eines Lern- und Dokumentationszentrums, dessen Gestalt Zeichencharakter haben kann und dessen wesentliche Funktion darin besteht, Gedenken mit historischem Wissen in solcher Weise miteinander zu verbinden, daß die Auseinandersetzung mit der verbrecherischen Vergangenheit zur individuellen Verantwortungsübernahme für eine humane Zukunft herausfordert.
3. Eine Raumidee für den Museumsbereich des Lern- und Dokumentationszentrum zu entwickeln, die universell nutzbar ist, keinen eigenen Code entfaltet, sondern eine im Wesentlichen auf Realien und Originaldokumente basierende Ausstellung unterstützt.
Von diesen Kriterien ausgehend, war das Preisgericht der Auffassung, daß eine möglichst einfache Lösung gesucht werden sollte, "da die Geschichte des Ortes im Vordergrund zu stehen hat und künstlerische Virtuosität der Situation nicht angemessen sein kann". Gesucht wurde also eine Idee für das Einfache, das bekanntlich so schwer zu machen ist. Gefunden wurde sie in dem Entwurf des Architekturbüros Kleineberg + Pohl aus Braunschweig. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Hinnerk Wehberg, dessen Mitarbeitern Karin Kuttner und Michael Rink, hatten sie ein Gesamtkonzept entwickelt, in dem Gebäudeplanung und Landschaftsgestaltung stimmig sind. Wie aus dem Preisrichter-Protokoll hervorgeht, würdigte die Jury es als einen "unspektakulären, überzeugenden Entwurf", der sich durch "eine klar ablesbare Zonierung der unterschiedlichen Bereiche" auszeichnet, den "zurückhaltende Mittel und ein umsichtiger Umgang mit dem Landschaftsraum sowie vorhandenen Relikten kennzeichnen". Das Lern- und Dokumentationszentrum, ein einfacher zweigeschossiger Baukörper ist in Ost-West-Richtung, parallel zur nördlichen Erschließungsstraße orientiert. Der Baubeginn wird noch in diesem Jahr sein.
Vergeben wurden darüber hinaus: zwei 2. Preise; sie gingen an das Architekturbüro Mahler-Günster-Fuchs (Stuttgart) mit dem Landschaftsarchitekten I. Stötzel (Sindelfingen) und an das Architekturbüro Beyer + Schubert (Berlin) mit dem Landschaftsarchitekten Lorenz Beyer (Berlin), der 3. Preis wurde nicht und der 4. unter Vorbehalt vergeben. Den 5. Preis erhielt das Weimarer Büro B.A.S. Kopperschmidt + Moczala mit den Landschaftshestaltern Ryffel + Ryffel aus der Schweiz. Drei weitere Entwürfe werden angekauft.

