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Mo, 07:00 Uhr
25.01.2016
FLÜCHTLINGE OHNE ENDE UND DER KREISCHEF MITTEN DRIN

Ein Lob für den Landrat?

Flüchtlinge ohne Ende. 1100 im Vorjahr. 1500 könnten es 2016 werden. Und mitten drin der Landrat. Macht er seine Sache gut, die vielen Leute unterzubringen? Das fragt Kurt Frank...


Wir erinnern uns: Geplant ist unter anderem eine Konzentration von Flüchtlingen zwischen Badehaus (ehemaliges Kali-Rechenzentrum) und dem Gebäude bei der Europakreuzung. Sie könnte, das ist nicht zu leugnen, Probleme mit sich bringen. Oberbürgermeister Zeh (CDU) kritisiert das Ansinnen. Steffen Iffland, CDU-Fraktionschef, nennt es Wahnsinn.

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Die Frage ist erlaubt: Sollen die dort seit Jahren leer stehenden Gebäude lieber weiter vor sich hingammeln? Ist es nicht besser, sie wieder zum Leben zu erwecken, um sie später eventuell als Wohnungen (Rechenzentrum) zu nutzen? Wo sind die Alternativen?

Egon Primas, CDU-Landtagsabgeordneter, urteilt über Jendricke realistisch. Wenn auch nur indirekt, findet er lobende Worte für die Bemühungen der Kreisverwaltung, die Migranten menschenwürdig unterzubringen. So bemerkte er im nnz-Interview unter anderem:

„Es ist eine schwierige Aufgabe für jeden, der jetzt Verantwortung trägt. Wenn kurzfristig ein Bus mit Flüchtlingen eintrifft, wo man nicht einmal weiß, wer sich an Bord befindet, und für sie eine geeignete Unterkunft zu finden, ist nicht leicht.“ Und auf die Frage, ob, hält der Flüchtlingsstrom unvermindert an, der Zeitpunkt kommen könnte, wo man sagen müsste: die Kapazitäten sind erschöpft, lautete die Antwort: „Ja, das wird so sein.“

Landrat Jendricke antwortete auf die gleiche Frage so: „Dann könnte unweigerlich die Schmerzgrenze kommen – trotz aller Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft der Menschen.“ Wie sieht das Oberbürgermeister Klaus Zeh, den wir auch danach fragten? „Ich meine, wir müssen es schaffen, ob wir wollen oder nicht. Wir haben hier vor Ort keine andere Wahl.“

Keine andere Wahl. Wohin mit den Flüchtlingen, die im Laufe des Jahres noch zu uns kommen werden? In Turnhallen? Da hörte man den Aufschrei der Schulen, Eltern und Kinder. Bislang blieb er aus. Würden es andere an Jendrickes Stelle so machen wie er bisher? Oder noch besser? Vielleicht Steffen Iffland?

„Der Wahnsinn kommt aus Berlin“, benennt ein Leser die Ursachen für die Flüchtlingsschwemme. Und fügt an: „Die CDU würde es nicht besser machen.“ Für einen anderen hieße richtige CDU-Empörung so: „Schluss zu machen mit dem unkontrollierten Zustrom an Asylbewerbern. Schluss mit dem Märchen, alle Flüchtlinge würden hierzulande Arbeit finden. Schluss mit dem Glauben, Integration würde bei diesen Massen an Zuwanderern gelingen.“

Die CDU sollte lieber die Glaubwürdigkeit der Kanzlerin befördern, ist der Landrat der Ansicht. Diese Meinung teilen auch zahlreiche nnz-Leser. Klartest spricht hierzulande bisher nur Manfred Grund, der Bundestagsabgeordnete. Ein offenes Wort traue ich auch Egon Primas zu. Wie und wo weitere Migranten unterbringen?

Es fällt schon auf, dass die Oberstadt von Flüchtlingsunterkünften außen vor bleibt. Dort oben wohnen die Oberen, ist die Prominenz zuhause. Außer Oberbürgermeister Klaus Zeh. Sein Domizil liegt bescheiden in der Unterstadt an der Zorge. Will die Prominenz in ihrer Idylle hoch da oben nicht gestört sein? Will sie keine Flüchtlinge vor der Haustür haben?

Im Gespräch war die ehemalige Kinder-und Jugendpsychiatrie. Das Südharz-Klinikum habe andere Pläne,verlautet offiziell. Das kann man glauben oder nicht. Hat die Politik bei dieser Entscheidung nachgeholfen? Stattdessen begegnen uns in der Grimmelallee Leute in so großer Zahl, dass man glauben könnte, in einem anderen Land zu sein.

Wohin mit den vielen Menschen? Unvermindert steht diese Frage vor Landrat Jendricke und seiner Kreisverwaltung. Macht er seine Sache gut? Wie gut und wie schlecht er die Krise managt, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wenn Jutta Krauth, die bisher an seiner Seite stand, nicht mehr die Hintergrundarbeit macht. Auf die Servicegesellschaft wird der Kreischef verstärkt setzen.

Noch wäre es verfrüht, Matthias Jendrickes Arbeit zu benoten. Bislang macht er seine Sache recht ordentlich. Im Gegensatz zur Kanzlerin? „Wir müssen!“ - „Wir wollen!“ – „Wir werden!“ sind ihre Standardsätze, die Flüchtlingsströme Richtung Deutschland wirkungsvoll zu reduzieren. Schaun wir mal.

Hierzulande helfen nur gemeinsame Lösungen – für Stadt und Landkreis gleichermaßen. Und Alternativen.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Babette Klingert
25.01.2016, 07:12 Uhr
Endlich Anerkennung für unseren Landrat!
Das tut ihm bei seiner schwierigen Aufgabe sicher sehr gut!
Leser1
25.01.2016, 07:14 Uhr
Parallelgesellschaft
Bekommen wir jetzt in Nordhausen Stadtteile, wie es sie auch schon in den alten Bundesländern gibt, wo sich auch die Polizei nicht hintraut?
Gudrun1974
25.01.2016, 07:22 Uhr
Die nächste bizarre Jendricke Diskussion
Der Landrat bekommt für seine geschätzte 8000 bis 9000 Euro. Im Monat. Dienstwagen gibts gratis dazu. Beiträge in die Sozialkassen übernimmt auch der Steuerzahler.

Jetzt will er noch in den Medien gelobt werden.

Wer lobt Kranken- und Altenpfleger, Verkäuferinnen, Reinigungspersonal, kleine selbstständige Unternehmer dafür, daß sie jeden Tag arbeiten gehen, Steuern zahlen etc.

Was um Jendricke in den Medien veranstaltet wird, ist bizarr.
Leser1
25.01.2016, 07:29 Uhr
Falsch verstanden?
@Riese87 sie haben das Fragezeichen übersehen. Ich glaube eher das es bedeutet wem wir die Situation zu verdanken haben.
Nordhäuser Freiheit
25.01.2016, 08:37 Uhr
CDU Nordhausen im Koma / Jendricke ist cleverer
Die CDU Nordhausen wacht immer nur kurz auf. Jetzt sind sie kurz aus dem Koma hochgeschreckt. Weiterschnarchen.

Jendricke ist cleverer.
elektriker
25.01.2016, 08:56 Uhr
einer ist der depp
meine meinung dazu. alles was in unseren institutionen geschieht ist vom lieben Gott gewollt.der wohnt in berlin. die meinung der bevölkerung ist schon lange nicht mehr gefragt.unsere regierenden könnten sich mal mit umsiedlern unterhalten. dann würde so manches für die zuwanderer anders aussehen. die forumschecks der untergegangenen ddr hätten zum einkaufen gereicht. integration????? wenn omchen vom dorpe nach nordhausen fährt und ein zuwanderer aufgefordet wird für omchen platz zu machen.die antwort dann lautet: heute stehe ich für deutsche auf,aber bald steht ihr für uns auf. meinungen und gerüchte. welches ist die wahrheit? wo ist die ehrlichkeit geblieben? alles zum wohle des (deutschen) volkes zu tun????gefühlt schon lange über bord gegangen.
schönen tag
Fuba
25.01.2016, 12:57 Uhr
Meinungsfreiheit
Sehr geehrter Professors Zwanziger,

zur Meinungsfreiheit sowie zu den jeweils ersten Sätzen Ihrer letzten Kommentare habe ich schon beim Artikel "Herzschrittmacher für Gesellschafter" etwas geschrieben. Daran sollten Sie vielleicht arbeiten.
Ansonsten denke ich hat Herr Frank sowie Nordhäuser Freiheit Recht: egal um welches lokalpolitische Thema es sich handelt: Herr Jendricke ist dabei. Sie brauchen nur die vielen Artikel hier bei nnz- online durchstöbern.
Dazu muss man kein Freund irgendeines Politikers sein (wie vielleicht Riese87).
Und wenn Sie etwas persönlich gegen ihn haben: haben Sie doch einfach soviel A... in der Hose und sagen es ihm selbst!
Nur kritisieren, hinten rum- und dann auch noch anonym- ist stillos. Konstruktive Kritik ist früher wie heute gefragt. Machen Sie es besser!
smily1979
25.01.2016, 20:20 Uhr
Flüchtlinge
einfach nur Wahnsinn so was,warum nicht gleich ein eigenes Viertel,wer gibt uns Sicherheit, keiner wird ja eh nur alles vertuscht was passiert, wer möchte seine Kinder dann noch in Park gehen lassen,keiner denk ich mal.Was ist mit uns und unseren Kinder ,wo bleibt da der Einsatz. Wir deutschen sind doch nur noch 2 Wahl ,Flüchtlinge bekommen alles in Rachen geschoben und unsereins muss zusehen,wie man über die Runden kommt.Wo gibts den Anträge für DSL,Strom,Unterkunft, Fahrtkosten für Bus und Bahn ?
Janko
25.01.2016, 20:49 Uhr
@smily1979
Um Ihre Frage zu beantworten: auf dem Arbeits- und/oder Sozialamt. Lassen Sie sich beraten.
Da wird auch nicht zwingend auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik geachtet. Gute Voraussetzungen für Sie.
U. Alukard
25.01.2016, 20:58 Uhr
Herr Jendrike,
nennt sich Landrat!
Soll er doch seine Asylforderer auf dem groooooßen Land unterbringen.
Finger weg weg von unserem schönen Nordhausen, das schafft schon der OB allein, es hinzuoppern.
Nordhäuser Freiheit
26.01.2016, 08:22 Uhr
Herr Jendricke braucht den Konflikt,
... daran baut er sich auf. Man denke noch an seine Feldzüge und Intrigen gegen Landrat Claus . Seit seiner verlorenen Wahl hat er Zeh vorm Lauf. Dem packt er jetzt die Stadt voll mit Geflüchteten.

Damit schadet er den Flüchtlingen und der Stadt, weil Konflikte vorprogrammiert sind. Das ist dem Landrat egal.
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