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Di, 17:01 Uhr
05.01.2016
Arbeitsmarkt-Reaktionen (2)

Freude bei der SPD

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Diana Lehmann, zeigt sich erfreut über das erneut gute Abschneiden Thüringens bei den Arbeitsmarktzahlen...


„Der Thüringer Arbeitsmarkt bietet gute strukturelle Voraussetzungen für eine hohe Beschäftigungsquote. Nicht ohne Grund bewegte sich die Arbeitslosigkeit in Thüringen 2015 auf dem niedrigsten Stand seit 1991.

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Im Durchschnitt sprechen wir von etwa 85.200 Männern und Frauen in Thüringen ohne Job. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent liegen wir in Thüringen nahe am bundesdeutschen Durchschnitt von 6,1 Prozent und zugleich deutlich unter dem ostdeutschen Schnitt von 8,8 Prozent“, erläutert die SPD-Abgeordnete. Dass das schon etwas Besonderes sei, zeige auch der Vergleich mit westdeutschen Bundesländern. So liege beispielsweise die Arbeitslosenquote von Nordrhein-Westfalen bei 7,7 Prozent oder die des Saarlandes bei 7,0 Prozent.

Erfreulich sei insbesondere, so Lehmann, dass die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen mit 5,9 Prozent sogar noch niedriger liege und die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gestiegen sei. Dass auch in Zukunft in Thüringen ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, zeigt eine Studie des Thüringer Wirtschaftsministeriums, die bis 2025 mit einem Bedarf von bis zu 280.000 Fach- und Arbeitskräften ausgeht.

Die Arbeitsmarktexpertin verweist zugleich auf die nach wie vor fast 30.000 Langzeitarbeitslosen in Thüringen. „Bei all den positiven Entwicklungen dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass mehr als ein Drittel der Erwerbslosen Langzeitarbeitslose sind. Zudem verzeichnet Thüringen eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote bei älteren Erwerbslosen (8,7 Prozent).

Das sind fast 28 Prozent der Erwerbslosen. Und hier liegen wir weit höher als in den anderen ostdeutschen Ländern (23,3 Prozent) und auch im Bund insgesamt (20,9 Prozent). Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geht also ganz eindeutig an einigen vorbei. Und diejenigen, die langfristig arbeitslos bleiben, haben offensichtlich einen besonderen Unterstützungsbedarf“, konstatiert Diana Lehmann.

Hier und an anderen Stellen des Thüringer Arbeitsmarktes bestünde weiterhin großer Handlungsbedarf. Diana Lehmann strebt in diesem Zusammenhang eine Mobilisierungsstrategie für die Menschen ab 55 Jahre in Thüringen an. Dadurch sollen diejenigen Unterstützung erfahren, denen Integration in den Arbeitsmarkt bislang nicht geglückt ist. Zudem sollte an die Erfolge des Landesarbeitsmarktprogramms angeknüpft und die gezielte Förderung von Langzeitarbeitslosen fortgesetzt werden.

In der in Thüringen im vergangenen Jahr eingeführten öffentlich geförderten Beschäftigung sieht die SPD-Politikerin ein Pilotprojekt, das sich auch als bundespolitische Maßnahme eignen würde. Es zeige, dass es nicht nur sinnvoll und richtig ist, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren, sondern sich auch haushälterisch rechne. Damit könne eine Brücke bis in die Rente gebaut werden. Nur über Maßnahmen wie diese könne es der Politik gelingen, Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Aber auch auf andere Missstände auf dem Thüringer Arbeitsmarkt verweist die Arbeitsmarktpolitikerin und mahnt Handlungsbedarf an. „Die Beschäftigten in Thüringen verzichten gezwungenermaßen auf einen Teil ihres Lohnes. Noch immer verdienen Thüringerinnen und Thüringer durchschnittlich nur etwa 2057 Euro im Gegensatz zu Arbeitnehmern in Westdeutschland mit einem durchschnittlichen Lohn von 2530 Euro. Das sind immerhin 20 Prozent weniger, die man bei uns durchschnittlich gegenüber den westdeutschen Ländern verdient.“

Als Grund für die geringere Entlohnung nennt Lehmann die geringe Tarifbindung im Osten Deutschlands. Umso bedeutender sei der gesetzlich geregelte Mindestlohn für unsere Region, betont die Arbeitsmarktpolitikerin. „Der Mindestlohn war ein erster Schritt weg vom Niedriglohnland Thüringen. Auch wenn die vielen Ausnahmen davon die positive Wirkung des Instrumentes bereits dämpfen.“ Die SPD-Abgeordnete halte deshalb auch nichts von weiteren Ausnahmen, wie etwa für Flüchtlinge. Vielmehr müsse man über eine Erhöhung des Mindestlohnes nachdenken.

Lehmann unterstützt an dieser Stelle die Bundesarbeitsministerin in der Argumentation, dass es Deutschland ökonomisch gut gehe, die Löhne steigen würden und damit auch die Menschen, die den Mindestlohn erhalten, von dieser positiven Entwicklung profitieren sollten.
Autor: red

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Kommentare
Leser X
06.01.2016, 07:15 Uhr
Des einen Freud ist des anderen Leid...
... was die SPD so hocherfreut, sind Kennzahlen, die die Situation im Land verschleiern. Sie feiern die Tatsache, dass Dumpinglöhne den Bedarf an Jobs erhöhen.

Millionen Menschen müssen sich für einen Frohn verdingen, der Mindestlohn wird ebenfalls systematisch unterlaufen. Aber die SPD ist in Feierlaune.

Normale tarifbezahlte Jobs werden mehr und mehr verdrängt und die Devise heißt immer öfter arm trotz Arbeit und später eine Rente, die nicht mal mehr zum Sterben reicht.

Das habt auch IHR, liebe SPD, mit geschaffen. Also - feiert nur, so lange ihr noch dürft...
Schneesturm
06.01.2016, 10:48 Uhr
Lachhaft
Ob der Mindestlohn nun 8,50 oder 9 Euro beträgt ist doch trotzdem viel zu wenig.
Ein normaler Arbeiter bei ca.160 h im Monat kommt da auf gerade mal 1000 Euro Netto.
Lächerlich
Günther Hetzer
06.01.2016, 11:15 Uhr
Rauf und Runter!
@ Schneesturm,

ich gebe Ihnen völlig recht, jedoch ist das noch nicht das Schlimmste. Für jemanden der In Vollzeit bleibt, bringt es u.U. schon eine Verbesserung, jedoch wurden in vielen Bereichen mit Einführung des Mindestlohns, die Stunden reduziert. Das heißt viele müssen die gleiche Arbeit wie vorher in kürzerer Zeit aber bei gleichem Lohn leisten! Worin da der Vorteil besteht, ich weiß es nicht. Die Einführung des Mindestlohn, hätte auch noch einige Bedingungen für die Arbeitgeber gebraucht. Jedoch war der Mindestlohn nie eine ernsthafte politische Handlung für die Arbeitnehmer. Durch den Mindestlohn wurde ein Versprechen der Politik eingelöst, welches auf dem ersten Blick schön klingt, aber selten etwas bringt. Aber so sind alle zufrieden: die Politik kann behaupten man hätte etwas bewegt, die Wirtschaft hat genügend Spielräume um nicht das Nachsehen zu haben. So können doch alle glücklich sein... oder halt...habe ich wen vergessen?
Gehard Gösebrecht
06.01.2016, 11:19 Uhr
Und die,
welche hier ständig Niedriglöhne predigen, haben selbst tausende Euronen im Monat auf ihrem Gehaltskonto. Alle drei Jahre ein neues Auto, weil die Garantie oder der Leasingvertrag endet.
Die Villa ist nach kurzer Zeit bezahlt.
Der kleine Mann dagegen, muss sein Auto fahren, bis dass der TÜV ihn von seinen geliebten Untersatz befreit.
Ein Leben lang fürs geliebte Eigenheim zu zahlen.
Sich wie ein kleines Kind zu freuen, wenn der Chef ihm seinen zustehenden Urlaub gewährt.
Um zehnmal am Tag gesagt zu bekommen, dass er noch froh sein muss, Arbeit zu haben, denn draußen vor der Türe stehen hundert andere, welche mit Kusshand seinen Job übernehmen würden.
murmeltier
06.01.2016, 11:22 Uhr
Realitätsfrern
Da sieht man Mal wieder , wie realitätsfern Politiker sind. Sie können sich doch nicht in die Lage versetzten, mit 1000 Euro Netto im Monat über die Runden kommen zu müssen. Der Mindestlohn wir durch die Reduzierung von Stunden teilweise umgangen. So viel in Arbeit, wer alles aus der Statistik herausgerechnet wurde, will ich gar nicht Wissen. Das "Schönrechnen" und "Schönreden" ist heute nicht anders, als früher.
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