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Fr, 10:26 Uhr
29.06.2001

Tarifbetrug mit Euro-Einführung?

Nordhausen (nnz). Die nnz erhielt vor einigen Tagen eine Mail von der Nordhäuser FDP. Dabei geht es um Tarife des ÖPNV und den Euro. Unterstellt wird eine nicht korrekte Umrechnung. nnz ging dem vermeintlichen Betrug nach.

„So wird es gemacht! So schafft man Vertrauen in den Euro und leistet seinen Beitrag zur Akzeptanz der neuen Währung! Nicht genug damit, daß der ÖPNV in und um Nordhausen immer Preis-unattraktiver wird, nun greift man, gedeckt durch die Währungsumstellung, den Bürgern auch gleich noch ein zweites Mal in die Taschen. Da in den Kontrollgremien der Stadtwerke die Vertreter der Politik unserer Stadt sitzen, kann man vermuten, daß dieses Bubenstück gewollt ist. 2 Mark = 1 € entspricht eben nicht 1,95583 Mark = 1€.“ Soweit die Mail von FDP-Schatzmeister Andreas Klaschka.

nnz hat natürlich bei den Stadtwerken nachgefragt. Dazu Geschäftsführer Arndt Forberger: „Ab dem 1. Juli kostet zum Beispiel der Einzelfahrschein für die Straßenbahn 1,60 Mark, gleiches gilt für die Tarifzone 1 bei Bussen. Ab Januar 2002 wird dann in Euro umgerechnet. Die Fahrgäste müssten umgerechnet 0,82 Euro für diesen Fahrschein bezahlen. Tatsächlich sehen die Euro-Tarife für den Einzelfahrschein ab dem kommenden Jahr aber 0,80 Euro vor.“ Genau genommen sparen die Fahrgäste dann pro Fahrt und Fahrschein zwei Cent ein.

Die Abrundung hat für die Stadtwerke auch einen praktischen Hintergrund. Kein Fahrscheinautomat würde 82 Cent „akzeptieren“. Also wurde nicht auf 85 Cent aufgerundet, sondern im Interesse der Fahrgäste abgerundet. Übrigens sind dazu Unternehmen wie die Stadtwerke durch den Gesetzgeber aufgefordert worden. Die „Ersparnisse“ durch Rundungen setzen sich übrigens bei allen ÖPNV-Tarifen der Stadtwerke fort. Zum Beispiel kostet eine Jahreskarte in der Tarifzone 1 ab 2002 224 Euro, „straff“ umgerechnet wären es jedoch 224,46 Euro.

Der FDP-Schatzmeister irrte da vermutlich mit seine Annahme. „Vielleicht sollte man den Spruch 'Die Masse macht's!' doch mal neu überdenken“, teilt die FDP in ihrer Mail abschließend mit. Vielleicht sollten die Liberalen gerade diesen Spruch wirklich mal überdenken.
Autor: nnz

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