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Mi, 10:48 Uhr
30.12.2015
Lass uns übers Wetter reden

Ein außergewöhnliches Jahr

Das Wetter eignet sich ja bekanntermaßen exzellent dazu, behäbige Konversation zu beleben. Wer es also ganz genau wissen will, dem können die Experten vom Deutschen Wetterdienst reichlich Gesprächsstoff an die Hand geben. Zum Beispiel über den bisherigen Winter, der sämtliche Rekorde brach. November und Dezember waren seit 1881 nicht so warm...

Warm wie noch nie  - der Dezember 2015 (Foto: Angelo Glashagel) Warm wie noch nie - der Dezember 2015 (Foto: Angelo Glashagel)

Wärmster Dezember seit 1881

„Nach dem wärmsten November seit 1881 hat auch der Dezember 2015 seinen bisherigen Temperaturrekord gebrochen. Ein Plus von 5,6 Grad Celsius verglichen mit dem vieljährigen Monatsmittel ist ein bemerkenswerter Schlusspunkt eines weltweit wie auch in Deutschland klimatologisch außergewöhnlichen Jahres,“ betont Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

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Der Dezember 2015 war nicht nur deutschlandweit, sondern auch in allen Bundesländern der wärmste seit Beginn flächendeckender Messungen in Deutschland. In den vergangenen vier Wochen ergossen sich fortwährend sehr kalte Luftmassen aus dem nordkanadischen Raum auf den Nordatlantik. Sie sorgten dort unaufhörlich für Tiefdruckgebiete, die auf einer südlichen Bahn nach Osten zogen und Warmluft heran-schaufelten, die immer wieder große Teile Europas überflutete. Dies führte zu dem extrem warmen, sehr sonnigen und viel zu trockenen Dezember in Deutschland. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Mit großem Abstand wärmster Dezember

Der Dezember 2015 fiel mit 6,4 Grad Celsius (°C) um 5,6 Grad wärmer aus als das Mittel von 0,8 °C der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +5,2 Grad. Damit übertraf der Monat die bisherigen Rekordhalter der Jahre 1974 und 1934 mit jeweils 4,8 °C deutlich. In Geilenkirchen bei Aachen zeigte das Thermometer an 27 Tagen über 10 °C, Freiburg meldete neun Tage mit 15 °C und mehr. Am höchsten stieg das Quecksilber am 17. in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, mit 18,0 °C. Zahlreiche Orte wie Köln, Aachen, Düsseldorf, Münster, Bremerhaven, Kiel und Schleswig blieben im Dezember 2015 völlig frostfrei. Nirgends sank die Temperatur in diesem Monat unter 10 °C. Den tiefsten Wert registrierte der DWD in Reit im Winkl am 13. mit -8,6 °C.

Schnee nur noch auf der Zugspitze

Mit rund 37 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Dezember 2015 nur 53 Prozent seines Solls von 70 l/m². Sehr trocken blieb der Monat vor allem am Nordrand der Mittelgebirge. So fielen im Lee des Harzes zum Teil nur 4 l/m². An der Grenze zu Dänemark wurden dagegen bis zu 150 l/m² gemessen. Die Schneereste aus dem November tauten im Dezember selbst auf den Bergen fast überall ab. So lagen an Weihnachten nur noch auf der Zugspitze 90 cm - das Fest fiel in Deutschland grün aus.

Zweitsonnigster Dezember seit 1951

Mit rund 66 Sonnenstunden kam der Dezember 2015 auf 170 Prozent seines Solls von 38 Stunden. Damit war er nach 1972 der zweitsonnigste seit Beginn der Messungen 1951. Den meisten Sonnenschein erhielt der Süden mit örtlich mehr als 400 Prozent des Klimawertes; im Norden und der Mitte wurde das Soll nur lokal nicht erreicht.

Der Dezember in Thüringen

Im Ländervergleich zählte Thüringen mit 6,2 °C (0,0 °C) zu den verhältnismäßig kalten Bundesländern. Außerdem ermittelten die DWD-Experten zirka 30 Liter Niederschlag (64 l/m²) und ungefähr 50 Stunden (36 Stunden) Sonnenschein.
Autor: red

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