Mi, 11:43 Uhr
16.06.2004
Zelte am Wasser
Zelte am Wasser (Foto: nnz)
Nordhausen (nnz). Tourismus ohne Zeltplätze ist selbst heutzutage undenkbar. Auf diesen Umstand hat jetzt die Stadt Nordhausen reagiert. Die Verwaltung verspricht, daß noch in diesem Sommer in Nordhausen die ersten Zelte aufgeschlagen werden können.Noch in diesem Sommer wird das Zelten am Nordhäuser Kiesschacht möglich sein. Die Einrichtung von Zeltmöglichkeiten sei ein erster Schritt hin zur Etablierung eines Campingplatzes an den Kies-Seen und der stufenweisen Entwicklung des gesamten Gebietes der Seen-Landschaft, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Details und offene Fragen würden in der kommenden Woche bei einem Treffen mit allen Beteiligten im Nordhäuser Rathaus geklärt.
Die OB hatte das Gelände am Bielener Kies-See mit dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes, Ralf Harms, besichtigt; der bestätigte, dass hier auf städtischem Grund und Boden Zelten möglich ist: "Die entsprechende Zeltgenehmigung können wir sofort erteilen", sagte Harms. Mit der Einrichtung von Zeltmöglichkeiten am westlichen Uferbereich des Bielener Kies-Sees werde man vor allem den Jugendlichen unkompliziert eine legale Alternative zum bisherigen "Schwarz-Campen" schaffen.
"Die herrliche Anlage am Kiesschacht bietet sich geradezu zum Zelten an", sagte die Oberbürgermeisterin. Die Ansprüche seien - vor allem bei den Jugendlichen - nicht sehr hoch, im übrigen müsse man auch in unmittelbarerer Nähe zum Wohnhort Freizeitmöglichkeiten für die diejenigen schaffen, die "im Urlaub oder am Wochenende nicht sonst wohin fahren möchten oder können."
Zugleich werde man endlich die vielen Anfragen auswärtiger Besucher nach Zeltmöglichkeiten befriedigen können, die vor allem in den letzten Wochen von den auswärtigen Gästen der Landesgartenschau gestellt worden seien. "Wir schließen damit für Nordhausen die sprichwörtliche `Marktlücke´", so die Oberbürgermeisterin. Das Gelände für die Zeltmöglichkeiten werde sich durch seine Naturbelassenheit auszeichnen: "Wir werden für die Standplätze der Zelte unter den herrlich hohen Bäumen lediglich einige Wiesenbereiche mähen", sagte Barbara Rinke der nnz.
Die Zelter könnten sich auf einem insgesamt zwei Hektar großen Areal ausbreiten, das mit einem neuen Zaun umgeben werden müsse und auch Platz für ein kleines Lagerfeuer biete. Für die weitere Entwicklung hin zu einem Campingplatz lägen schon die Planungsunterlagen fix und fertig vor, die Abstimmung mit den sogenannten "Träger der öffentlichen Belange" sei ebenfalls abgeschlossen: "Der Stadtrat hat allerdings über den entsprechenden Bebauungsplan zu entscheiden." In den kommenden Tage werden auch die Fragen hinsichtlich der sanitären Anlagen geklärt werden, erfuhr die nnz aus dem Rathaus.
In der früheren Gemeinde Bielen seien bereits in den frühen 1990er Jahren die Weichen für die Entwicklung der Kiesgewässer gestellt. Seither engagierten sich neben der Stadt Nordhausen und einem Förderverein auch Angler, Taucher, Wassersportler und Naturfreunde für den Erhalt und die Entwicklung dieser Seenlandschaft.

