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Sa, 10:00 Uhr
05.12.2015
Nabu Thüringen gibt Tipps

Vögel im Winter richtig füttern

Haferflocken, gehackte Nüsse, Äpfel und Sonnenblumenkerne – dies alles klingt nach einem leckeren Backrezept für einen Kuchen – doch es sind auch jene Zutaten, die in der kalten Jahreszeit unseren kleinen gefiederten Freunden, den Vögeln schmecken...

Zwei Grünfinken am Futtersilo (Foto: Ingo Ludwichowski) Zwei Grünfinken am Futtersilo (Foto: Ingo Ludwichowski)
Nach den Schneefällen vom letzten Wochenende, rät der NABU Thüringen, jetzt mit der Winterfütterung von Vögeln zu beginnen.

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„Grundsätzlich ist das Füttern von Vögeln aus biologischer Sicht nicht zwingend notwendig. Die Winterfütterung unterstützt aber einige Vogelarten, die in unserer ausgeräumten Agrarlandschaft, bei Frost und Schnee, kaum Nahrung finden“, erklärt Klaus Lieder der Sprecher der Landesfachausschusses für Ornithologie des NABU Thüringen. Wichtig ist es das richtige Futter zu verwenden, auf ausreichende Hygiene zu achten und den Futterspender an den richtigen Platz zu hängen. Auf keinen Fall sollten gewürzte und gesalzene Speisen gefüttert werden. Auch Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt. In ihrer Ernährungsweise unterscheidet man bei Vögeln zwischen Weichfutterfressern und Körnerfressern.

Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Reine Weichfutterfresser sind Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie fressen tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien. Ihnen ist mit grobem Körnerfutter nicht geholfen. Neben Haferflocken können Obststücke, Rosinen oder getrocknete Wildbeeren, gefüttert werden.

„Bei Obst oder anderem frischen Futter muss darauf geachtet werden, dass es nicht verdirbt“, rät der Vogelexperte. Die flexibleren unter den Weichfressern, die „Allesfresser“ wie Meisen, Spechte und Kleiber stellen sich im Winter auf Körner um und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn an. „Für diese Vogelarten eigenen sich auch Meisenknödel oder Meisenringe mit einer Mischung aus Fett und Körnern“, so Klaus Lieder. Wer Meisenknödel und ähnlichen Produkten kauft, sollte darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.

Grünfink, Dompfaff und Spatz lassen sich mit Körnerfutter anlocken. Sonnenblumenkerne werden dagegen von fast allen Arten gefressen. In Freilandfuttermischungen sind außerdem Samen unterschiedlicher Größe enthalten, sodass verschiedene Arten ihre bevorzugte Nahrung finden. „Wer es allerdings allen recht machen möchte, der bietet sowohl Weichfutter, Körnermischungen als auch Fettfutter an. Damit ist für fast alle Wintervögel ein brauchbares Futter vorhanden“, erklärt Klaus Lieder. Er selbst nutzt zum Beispiel kleingehackte Haselnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken und hängt zusätzlich noch Meisenknödel auf.

Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen. Als Futterspender eignen sich Futtersilos am besten, denn mit ihnen kann man eine Verunreinigung durch Vogelkot weitestgehend vermeiden. Zudem ist das Futter vor Nässe und Witterungseinflüssen geschützt. Die Ausbreitung und Übertragung von Krankheiten kann somit eingedämmt werden.

„Wer sich für ein offenes Vogelhäuschen entschließt, sollte dieses regemäßig mit heißem Wasser reinigen. Außerdem ist es empfehlenswert täglich nur kleine Mengen Futter einzustreuen“, sagt Klaus Lieder. Damit die Vögel keiner Katze zum Opfer fallen, empfiehlt der NABU die Futterstellen so zu platzieren, dass die Umgebung gut überblickt werden kann. Des Weiteren sollten die Futterspender einen Mindestabstand von etwa zwei Metern zur nächsten Glasscheibe haben oder die Fenster mit geeigneten Aufklebern oder Ähnlichem versehen werden.

Die Winterfütterung darf aber nur als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des Gartens angesehen werden, denn bei entsprechender Anlage und Pflege ist der Garten eine reiche Futterquelle. Hecken und Gebüsche aus Sträuchern, wie zum Beispiel Weißdorn, Mehlbeere und schwarzer Holunder bieten Singvögeln Nahrung, Unterschlupf und Schutz vor Räubern. Der NABU empfiehlt, das Füttern von Vögeln vor allem auch als Naturerlebnis zu genießen. Insbesondere Kinder sind regelrecht begeistert, wenn sich die verschiedensten Vogelarten an der Futterstelle einfinden.

Schon jetzt möchte der NABU auf die bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 08. bis 10. Januar 2016 hinweisen. Währen dieser Aktion können alle Vogelbeobachtungen an die Naturschützer gemeldet werden. Mit den Daten will der NABU herausfinden, wo die einzelnen Arten vorkommen, wie häufig sie sind und wie sich der Klimawandel auf die Wintervögel auswirkt. In den letzten Jahren war festzustellen, dass einige Vogelarten, bedingt durch mildere Winter, zunehmend in Deutschland überwintern.

Nähere Infos unter www.NABU-Thueringen.de
Autor: red

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