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Di, 14:06 Uhr
08.06.2004

nnz-Forum: Biosphärenreservat

Nordhausen (nnz). Über die Schaffung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats Südharz zur Förderung des Tourismus wurde schon viel diskutiert. Im nnz-Forum sagt Egon Primas seine Meinung.

Die Forderung zur Ausweisung der Südharzregion als Biosphärenreservat wurde bereits 1999 in einem gemeinsamen Beschluss der Umweltminister von Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erörtert. Ohne Bezugnahme auf diese Vereinbarung, wird jetzt im Vorfeld der Landtagswahl die kurzfristige Antragstellung von Bündnis 90/Grünen thematisiert.

Der Versuch, in der Öffentlichkeit die Vorstellung zu verbreiten, die Wirtschaft oder einzelne Parteien seien erklärte Gegner eines solchen Biosphärenreservates, ist falsch, unseriös und reines Wahlkampfgetöse.

In einer gemeinsamen Beratung von mehreren Betroffenen (Tourismusverband, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Handwerk und Gewerbe etc.) wurde übereinstimmend festgestellt, dass diese nachhaltige Entscheidung für unsere Region nicht in Wahlkampfzeiten herbeigeführt werden soll.

Vielmehr ist es jetzt wichtig hier in Nordthüringen, eine zielgerichtete Wirtschaftspolitik fortzuführen und den notwendigen Konsens zwischen Naturschutz, wirtschaftlichen Interessen sowie den Menschen (die sollten die Wichtigsten sein) in der Region herbeizuführen. Natur- und Landschaftsschutz soll sich aus der Region entwickeln und von den dortigen Bürgern, Gemeinden und Verbänden getragen werden.

Da der Tourismus nachweislich nicht annährend so viele ständige Arbeitsplätze in der Region bereitstellen kann, wie dringend nötig wären, sollte bei allen Vorschlägen der Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen im bestehenden Handwerk und Gewerbe unsere Hauptaufgabe darstellen.

Nur wenn die Menschen Geld verdienen, können sie es auch für touristische Angebote hier in der Südharzregion ausgeben und somit auch diesen Wirtschaftszweig weiter stärken.
Für eine wirtschaftliche Entwicklung ist eine ausgebaute Infrastruktur Grundvoraussetzung.

Die Blockadehaltung von Bündnis 90/Grüne bzgl. des Baus der Südharzautobahn oder der Ausweisung des Industriegebietes „Goldene Aue“ fördert diese Entwicklung nicht.
Schon heute sind ca. 35 Prozent der Fläche des Landkreises mit Schutzgebieten belegt.

Wir müssen darauf achten, dass der notwendige Handlungsspielraum für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet ist, wozu z. B. der Bau der geplanten Umgehungsstraßen Niedersachswerfen und Ilfeld gehört.

Weiterhin ist es wichtig, die betroffenen Interessengruppen (Tourismusverband, Landwirtschaft, Kommunen etc.) im Reservatsgebiet sowie den dort lebenden Bürger in die sachliche Diskussion mit einzubeziehen und wirklich ehrlich die Vor- und Nachteile bei der Ausweisung zum Biosphärenreservat gemeinsam zu besprechen.

Die meisten Bürger wissen nicht, dass in der Kernzone eines Biosphärenreservates keine Imbissbude, kein Hotel bzw. keine herkömmliche Land- und Forstwirtschaft betrieben werden kann.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der gegenwärtige Kenntnisstand zu den Auswirkungen eines Biosphärenreservates noch nicht geeignet ist, die notwendige Übereinstimmung zwischen Naturschutz, Wirtschaft und dem Menschen herbeizuführen. Dieser Standpunkt wurde auch kürzlich in einer gemeinsamen Erklärung der Wirtschaftsverbände zum Ausdruck gebracht.

Egon Primas, MdL
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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