Do, 16:00 Uhr
05.11.2015
Wie gesund ist Thüringen?
Es könnte besser sein
Eine hohe Bettendichte, lediglich eine moderate Ärztedichte aber zu viele Übergewichtige – so könnte die Gesundheitsversorgung in Thüringen beschrieben werden. Neue Statistiken zeigen, wie gesund das Bundesland wirklich ist...
Grafik (Foto: healthexpress.de)
Diese Grafik wurde bereitgestellt von healthexpress.de
Im Oktober (2015) veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Sonderausgabe zum Ländervergleich in verschiedenen Sparten. Zur Untersuchung zählte auch die Lebensqualität und damit verbunden die Gesundheitsversorgung der Länder sowie der Gesundheitszustand der Bürger an sich. Deutlich wird zwischen Ost und West bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede, gerade wenn es um Themen wie Ärztedichte geht. Doch wo steht Thüringen im Vergleich?
Sowohl zwischen, wie auch innerhalb der Länder, sind bei der gesundheitlichen Infrastruktur regionale Unterschiede zu verzeichnen. So wir deutlich, dass auf Kreisebene die kreisfreien Städte häufig die umliegenden Gebiete versorgen müssen. Dies wird durch eine erhöhte Krankenhaus-Bettdichte deutlich. Hier fällt der Freistaat positiv auf und liegt mit einer durchschnittlichen Bettendichte von fünf bis zehn Betten pro 1.000 Patienten über dem Bundesdurchschnitt von 6,2. Tatsächlich kann Thüringen diesbezüglich sogar mit den Hansestädten Hamburg und Bremen mithalten. Die Versorgung ist jedoch innerhalb des Freistaats nicht flächendecken auf gleichem Niveau, so liegt die Bettendicht für die Landkreise Sömmerda und Greiz lediglich bei 2,5 bis 5 Betten.
Betrachtet man die reine Ärztedichte liegt Thüringen sowohl in ambulanter wie sonstiger Tätigkeit unter dem Bundesniveau von knapp 500 Ärzten je 100.000 Einwohner. Im Freistaat kommen lediglich knapp 400 Ärzte auf 100.000 Einwohner. Allerdings ist eine äußerst positive Entwicklung zu verzeichnen. So nahm die Ärztedichte von 1991 bis 2013 um 66 Prozent zu, damit gehört Thüringen zu den Zuwachsstärksten Bundesländern, zusammen mit Brandenburg. Allerdings ist diese Entwicklung nicht rein positiv zu betrachten, da Experten diese im Bevölkerungsrückgang Ostdeutschlands begründet sehen. Als allgemeiner Trend sei zu verzeichnen, dass Urologie und Chirurgie vorwiegend männlich besetzt sind. Zudem zeigt sich, dass ausländische Ärzte mittlerweile vorrangig im Osten Deutschland statt im Westen arbeiten.
Nach Daten des Statistikportals statista präsentiert sich Thüringen im Pflegesektor deutlich besser als andere Bundesländer. Obwohl auch hier ein gewisser Pflegekräftemangel besteht, ist dieser weitaus weniger stark ausgeprägt als im Rest Deutschlands. Demnach blieben im Jahr 2013 49,66 Stellen je eine Million Einwohner unbesetzt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 129, 31 und ist damit fast dreifach so hoch.
Die Thüringer bringen noch einige Kilos mehr auf die Waage und erreichen einen BMI von 26,3. Im Freistaat sind nahezu 40 Prozent übergewichtig und 17 Prozent adipös. Beide Werte liegen damit über dem Bundesdurchschnitt. Die Unterschiede zu den übrigen Bundesländern sind allerdings nicht gravierend. So leben die schlankesten Bürger in Hamburg und weisen dennoch einen Durchschnitts-BMI von 25 auf.
Auch hinsichtlich der Raucherquote schneidet Thüringen im Vergleich nicht gerade gut ab. Etwa ein Viertel (24,4 Prozent) der deutschen Bevölkerung ab 15 Jahren zählt zu den gelegentlichen und regelmäßigen Rauchern. Im Freistaat sind es noch etwas mehr. 26,1 Prozent der Thüringer rauchen regelmäßig, hiervon sind 31,6 Prozent Männer und 20,9 Prozent Frauen. Obwohl seit 1999 die Raucherquote gesunken ist, zählt Thüringen zu den Bundesländern mit dem geringsten Rückgang der Quote. Tatsächlich nahm die Zahl der rauchenden Frauen sogar zu.
Eine Umfrage von statista spricht den Thüringern ein ähnliches Gesundheitsbewusstsein zu. Sie ermittelten verschiedene Lebensstilfaktoren, wie Bewegung, Ernährung oder Alkoholgenuss, um einen Gesundheitsfaktor zu ermitteln. Demnach leben etwa zwölf Prozent der Thüringer rundum gesund – der Freistaat liegt damit im unteren Mittelfeld. Das Schlusslicht bilden Berlin und Nordrhein-Westfalen mit acht Prozent und die Spitze Mecklenburg-Vorpommern mit 19 Prozent. Setzt man hierzu die Pflegequote (Anzahl der Pflegebedürftigen pro 100 Einwohner) in Beziehung zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Das gesunde Mecklenburg-Vorpommern weist mit einer Quote von 4,5 sogar einen höheren Wert als der ungesunde Freistaat (4,0) auf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei einer Pflegequote von 3,3.
Autor: red
Grafik (Foto: healthexpress.de)
Diese Grafik wurde bereitgestellt von healthexpress.deIm Oktober (2015) veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Sonderausgabe zum Ländervergleich in verschiedenen Sparten. Zur Untersuchung zählte auch die Lebensqualität und damit verbunden die Gesundheitsversorgung der Länder sowie der Gesundheitszustand der Bürger an sich. Deutlich wird zwischen Ost und West bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede, gerade wenn es um Themen wie Ärztedichte geht. Doch wo steht Thüringen im Vergleich?
Sowohl zwischen, wie auch innerhalb der Länder, sind bei der gesundheitlichen Infrastruktur regionale Unterschiede zu verzeichnen. So wir deutlich, dass auf Kreisebene die kreisfreien Städte häufig die umliegenden Gebiete versorgen müssen. Dies wird durch eine erhöhte Krankenhaus-Bettdichte deutlich. Hier fällt der Freistaat positiv auf und liegt mit einer durchschnittlichen Bettendichte von fünf bis zehn Betten pro 1.000 Patienten über dem Bundesdurchschnitt von 6,2. Tatsächlich kann Thüringen diesbezüglich sogar mit den Hansestädten Hamburg und Bremen mithalten. Die Versorgung ist jedoch innerhalb des Freistaats nicht flächendecken auf gleichem Niveau, so liegt die Bettendicht für die Landkreise Sömmerda und Greiz lediglich bei 2,5 bis 5 Betten.
Betrachtet man die reine Ärztedichte liegt Thüringen sowohl in ambulanter wie sonstiger Tätigkeit unter dem Bundesniveau von knapp 500 Ärzten je 100.000 Einwohner. Im Freistaat kommen lediglich knapp 400 Ärzte auf 100.000 Einwohner. Allerdings ist eine äußerst positive Entwicklung zu verzeichnen. So nahm die Ärztedichte von 1991 bis 2013 um 66 Prozent zu, damit gehört Thüringen zu den Zuwachsstärksten Bundesländern, zusammen mit Brandenburg. Allerdings ist diese Entwicklung nicht rein positiv zu betrachten, da Experten diese im Bevölkerungsrückgang Ostdeutschlands begründet sehen. Als allgemeiner Trend sei zu verzeichnen, dass Urologie und Chirurgie vorwiegend männlich besetzt sind. Zudem zeigt sich, dass ausländische Ärzte mittlerweile vorrangig im Osten Deutschland statt im Westen arbeiten.
Nach Daten des Statistikportals statista präsentiert sich Thüringen im Pflegesektor deutlich besser als andere Bundesländer. Obwohl auch hier ein gewisser Pflegekräftemangel besteht, ist dieser weitaus weniger stark ausgeprägt als im Rest Deutschlands. Demnach blieben im Jahr 2013 49,66 Stellen je eine Million Einwohner unbesetzt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 129, 31 und ist damit fast dreifach so hoch.
Ungesunde Thüringer
Zu den größten Gesundheitsrisiken zählen in den westlichen Zivilisationen Rauchen und Übergewicht – immerhin werden jährlich 140.000 Rauchertode gezählt heißt es nach Angaben von Healthexpress. Die Untersuchung von destatis gibt anhand von BMI und Raucherquote wieder, wie gesund die Bürger der einzelnen Bundesländer sind. Generell kann festgehalten werden, dass die Deutschen zu dick sind. Etwa jeder Zweite (52,4 Prozent) der Erwachsenen ist demnach übergewichtig, wobei 15,7 Prozent sogar als adipös gelten. Ab einem BMI (Body Mass Index – Relation zwischen Gewicht und Körpergröße) von 25 gilt ein Mensch als übergewichtig und ab einem BMI von 30 wird von einer Adipositas gesprochen. Der durchschnittliche BMI der deutschen Bevölkerung liegt bei 25,9.Die Thüringer bringen noch einige Kilos mehr auf die Waage und erreichen einen BMI von 26,3. Im Freistaat sind nahezu 40 Prozent übergewichtig und 17 Prozent adipös. Beide Werte liegen damit über dem Bundesdurchschnitt. Die Unterschiede zu den übrigen Bundesländern sind allerdings nicht gravierend. So leben die schlankesten Bürger in Hamburg und weisen dennoch einen Durchschnitts-BMI von 25 auf.
Auch hinsichtlich der Raucherquote schneidet Thüringen im Vergleich nicht gerade gut ab. Etwa ein Viertel (24,4 Prozent) der deutschen Bevölkerung ab 15 Jahren zählt zu den gelegentlichen und regelmäßigen Rauchern. Im Freistaat sind es noch etwas mehr. 26,1 Prozent der Thüringer rauchen regelmäßig, hiervon sind 31,6 Prozent Männer und 20,9 Prozent Frauen. Obwohl seit 1999 die Raucherquote gesunken ist, zählt Thüringen zu den Bundesländern mit dem geringsten Rückgang der Quote. Tatsächlich nahm die Zahl der rauchenden Frauen sogar zu.
Eine Umfrage von statista spricht den Thüringern ein ähnliches Gesundheitsbewusstsein zu. Sie ermittelten verschiedene Lebensstilfaktoren, wie Bewegung, Ernährung oder Alkoholgenuss, um einen Gesundheitsfaktor zu ermitteln. Demnach leben etwa zwölf Prozent der Thüringer rundum gesund – der Freistaat liegt damit im unteren Mittelfeld. Das Schlusslicht bilden Berlin und Nordrhein-Westfalen mit acht Prozent und die Spitze Mecklenburg-Vorpommern mit 19 Prozent. Setzt man hierzu die Pflegequote (Anzahl der Pflegebedürftigen pro 100 Einwohner) in Beziehung zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Das gesunde Mecklenburg-Vorpommern weist mit einer Quote von 4,5 sogar einen höheren Wert als der ungesunde Freistaat (4,0) auf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei einer Pflegequote von 3,3.

