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Fr, 14:22 Uhr
30.10.2015
Hubertusmesse in Bleicherode

PETA kritisiert kirchlichen Segen für Jäger

Töten mit kirchlichem Segen: Am kommenden Montag findet in der evangelischen Kirche St. Marien eine Hubertusmesse statt. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland übt scharfe Kritik an den Verantwortlichen der Kirchengemeinde für die Ausrichtung des Gottesdienstes...


Hubertusmessen stellen nicht nur den heiligen Hubertus von Lüttich fälschlicherweise als Schutzpatron der Jagd dar – sie bilden häufig auch den Auftakt zu qualvollen Jagden, bei denen Hobbyjäger durch die Wälder ziehen und etliche Tiere hetzen und töten.

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Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd in deutschen Wäldern, denn sie ist nicht dazu geeignet, Wildtierpopulationen dauerhaft zu regulieren. PETA fordert ein Verbot der Hobbyjagd und appelliert an die Kirchenvertreter, künftig keine Messe zur Segnung von Jägern zu veranstalten.

„Menschen für ein blutiges Hobby wie die Jagd den kirchlichen Segen zu geben ist Heuchelei, weil dies der Ehrfurcht vor dem Leben widerspricht. Den Jägern geht es hauptsächlich um die Lust am Töten und den Trophäenkult – das geben sie sogar offen zu“, kritisiert Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland. „Die Hubertusmesse verfremdet zudem die wahren Begebenheiten, denn der heilige Hubertus wurde vom Jäger zum leidenschaftlichen Jagdgegner und Schutzpatron der Waldtiere.“

Den Überlieferungen zufolge soll dem im Jahr 655 in Toulouse geborenen Hubertus bei einer Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih erschienen sein. Hubertus wandelte sich daraufhin vom begeisterten Jäger zum entschiedenen Jagdgegner. Er wurde in Rom zum Bischof geweiht und starb 727 als Heiliger Hubertus von Lüttich.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass sich in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere erhöht.

Auch der renommierte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.
Autor: red

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Kommentare
altmeister
31.10.2015, 04:56 Uhr
Ist ja prima!
So gesehen habe ich das bisher ja noch gar nicht, das reguliert sich also alles von selbst!
Da werde ich in Zukunft auf das Unkraut zupfen auch verzichten, irgendwann erledigt sich das auch von alleine. Oder vielleicht doch nicht?
Ich meine, dass diesen Jagdgegnern nicht klar ist, welchen Schaden Überpopulationen in der Landwirtschaft anrichten und das Warten auf eine vielleicht mögliche natürliche Regulierung so wie bei meinem Unkraut auf den heimischen Beeten ausgehen könnte.
So ganz nebenbei möchte ich auch noch anmerken, dass so ein Wildschwein-, Reh- oder Hasenbraten nicht zu verachten ist. Einfach lecker!
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