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So, 14:20 Uhr
27.09.2015
NACHTRAG ZU „LUCHS-FOTOFALLEN IN HARZER WÄLDERN“

Ein Hohelied auf Doktor H.

War doch der Autor des Beitrages „Luchs-Fotofallen in Harzer Wäldern“ dem Irrglauben aufgesessen, der Luchs-Beauftragte der Kreisjägerschaft könne, wie das zu vermuten war, auf Anhieb über Luchs-Risse hierzulande Auskunft geben oder die Zahl übermitteln lassen, wie das auch zugesagt worden war...

Nordhausen. Die Zahl, im Vergleich zu der des Vorjahres, hätte Aufschluss geben können, ob das Raubtier im Südharz wirklich so wütet, wie das manche vermuten. Dr. Klaus Hagen, schrieben Leser unter anderem, habe anderes zu tun, als über Luchs, Reh und Co. zu diskutieren. Da haben sie recht. Eine Laudatio auf den Doktor.

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Dabei hatte der Autor selbst ein Hohelied über den Mediziner, Jäger und Beauftragten für die Großkatze geschrieben. In „Nach Skalpell und Pinzette Entspannung in der Natur“, groß aufgemacht und mit Bild in einer Tageszeitung erschienen, kann man das alles nachlesen. Der Beitragt würdigte die verdienstvolle Arbeit des Mannes, auch und vor allem die als Mediziner.

Da man sich kannte, wiegte sich der Autor in dem Glauben, diesmal würde es keiner wochenlangen und intensiven Bemühungen mehr bedürfen, um mit dem Mann überhaupt einmal ins Gespräch zu kommen. Welch ein Trugschluss.

Was lassen sich eine Zeitung, Redakteure und ihre Hobbyjournalisten nicht alles einfallen auf der Suche nach Themen, von denen sie glauben, von allgemeinem Interesse zu sein.
Zum Beispiel, warum es eines Luchs-Beauftragten bedarf.

Auch ein Gespräch mit dem Iman des Internationalen Islamischen Kulturzentrums in Nordhausen wäre doch interessant. Oder ein Interview mit dem Oberbürgermeister der Kreisstadt, dem Landrat, den Kirchenoberen beider Konfessionen. Von großem Interesse könnten auch Zusammenkünfte mit Chefärzten des Krankenhauses sein, die begründen, warum es notwendig ist, es mit der Krebsvorsorge ernst zu nehmen, bevor es zu spät ist.

All das ist geschehen. In allen Fällen: Zusagen, Termine, Aussprachen. Bittsteller waren wir bei keinem dieser namhaften Leute. Das ist der Unterschied zu Dr. H. Was nicht ist, kann ja noch werden. Aber: Wer partout kein Gespräch mit einer Zeitung wünscht, sollte, mit Verlaub, den Mut haben, dies kundzutun. Wenn nicht selbst, dann durch Leute an seiner Seite. Eine „Arbeit“ von Sekunden.

Gern ist diese Zeitung mit ihren Lesern im Dialog. So soll es bleiben. Da wirft, um ein Beispiel zu nennen, Eric Cartmann (Klarname?) dem Autor vor, er habe die völlig unwissenschaftlich ermittelten falschen Zahlen ohne Recherche, ohne Nachfrage geschluckt und veröffentlicht.

Sehr geehrter Herr Cartmann, um einen brauchbaren Überblick über eine Tierart (zumal wenn sie gefährdet ist) und ihr Verbreitungsgebiet zu erhalten, ist es weltweit üblich, sich Fotofallen zu bedienen. Das Luchs-Monitoring-Projekt im Harz war ein Gemeinschaftswerk von Revierförstern, Forstbeamten und Jägern. An der Veranstaltung in Harzgerode nahmen Vertreter von Forst-und Jagdbehörden sowie der TU Dresden teil.

Das Monitoring halten Experten für eine wissenschaftlich gute Arbeit, die weltweit online abgerufen werden kann. Was, bitteschön, sollte der Autor da noch recherchieren?
Kurt Frank

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Autor: red

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Kommentare
Eric Cartman
28.09.2015, 19:51 Uhr
Nicht alles glauben.
Herr Frank, rufen Sie Herrn Dr. H. doch einfach mal auf der auf den einschlägigen Seiten der KJS veröffentlichten Mobil-Nummer an. Ich habe ihn da bei meinem letzten gefundenen Luchsriss erreicht. Ich weiß es nicht genau, aber die Schwestern einer chirurgischen Praxis sind aus mir verständlichen Gründen vermutlich die falschen Ansprechpartner für Ihre Nachfragen.

Nun zum Luchsbestand. Sie sagen, dass Fotofallen ein international anerkanntes Mittel für Wildbestandsmonitoring sind. Grundsätzlich ist das insofern richtig, dass sie ein Bestandteil eines Monitorings sein können.

Die 60 Fotofallen mit einer jeweiligen maximalen Abdeckung von ca. 100 qm², also insgesamt 6000 qm² auf 750.000. 000 qm² (in Worten Siebenhundertfünfzigmillionen Quadratmeter) decken wissenschaftlich nicht einmal einen einzigen Prozentpunkt ab! Nicht einmal ein Promille davon.

Die von den 60 Kamerapunkten auf weit unter 1% der Gesamtfläche aufgezeichneten Luchse sollen laut Studie aber 100% des Bestandes sein! Welcher Wissenschaftler soll denn das glauben? Der Bestand liegt mit absoluter Sicherheit um ein Vielfaches höher, als hier im Sinn einer weiteren subventionierten "Forschung" und Auswilderung verkauft werden soll!
Olaf Jensen
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