Mi, 07:00 Uhr
09.09.2015
Ausstellung eröffnet
"Ort ohne Ort" in der KSK-Galerie
Am Abend eröffnete Vera Angelstein in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen eine neue Kunstausstellung (nnz berichtete bereits kurz). Die ausgestellten Werke stammen aus der Hand der jetzt in Halle wohnenden Installationskünstlerin Andrea Flemming. Hans-Georg Backhaus war bei der Vernissage dabei...
Spiegel als Mittel der Kunst (Foto: nnz)
"Ort ohne Ort" – so betitelt sich ihre aktuelle Ausstellung. Darin präsentiert Flemming Fotografien und mixed Media. Kunstwissenschaftlerin Sigrun Dittmann beschrieb denn auch in ihrer Laudatio das künstlerische Schaffen von Andrea Flemming.
Und zitierte eingangs den französischen Philosophen Michel Foucault aus dem Jahre 1967 mit den Worten: Im Spiegel sehe ich mich dort, wo ich nicht bin, in einem irrealen Raum, der virtuell hinter der Oberfläche des Spiegels liegt... Der Titel dieser Ausstellung folge den Worten des Philosophen, so die Laudatorin. Die Künstlerin sei auf der Suche nach vielen Dingen im Leben, vor allem auf der Suche nach sich selbst. Denn ein großer Teil von Flemmings Arbeiten dreht sich um diesen Titel.
Andrea Flemming nutzt unter anderem Spiegel als Kunstgegenstand und thematisiert so die Kraft des imaginären und irrealen Abbildes, wie es viele Künstler auch schon getan haben und tun. Sie unterbreitet mit ihren Werken ein Angebot: Einen Blick in den Spiegel werfen, innehalten, nach der eigenen Rolle und der eigenen Befindlichkeit fragen! Zurecht verwies die Laudatorin jedoch darauf, dass es der Künstlerin auch auf das Zusammenspiel zwischen den Menschen und seiner Umgebung ankommt. Blicke in den Spiegel seien vergängliche Augenblicke. Die aber bleiben erhalten, weil die Künstlerin sie fotografisch festhält.
Eine besondere Rolle im künstlerischen Schaffen Andrea Flemmings spielt der uns umgebende Raum. Und Philosophen wie beispielsweise Foucault oder Bachelard (Poetik des Raumes) nutzt sie dabei als literarische Quellen.
Da Flemming an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Glaskunst / Glasgestaltung studiert hat, ist es nicht verwunderlich, dass Glas zu ihren wichtigsten Materialien gehört. So entstehen unter ihren Händen überdimensionale Glasobjekte, Linsen. Sie finden wie ein Gemälde oder ein Spiegel ihren Platz an der Wand. Die konvexe Spiegelfläche dieses Objektes wirft das Bild anders als die konkave Form des Löffels zurück. Auch hier entstehen Verzerrungen, Verfremdungen. Der Mensch und der Raum, der von ihr abgebildet wird, werden ganz anders wahrgenommen als in Wirklichkeit. Auch hier in diesem Ausstellungsraum geht einem das so: Wer bin ich? Wie nehme ich mich hier wahr? Und wie bin ich wirklich?, beschreibt Sigrun Dittmann eines der ausgestellten Kunstwerke. Andrea Flemming gehe es in ihrer Arbeit sowohl um die Vermittlung von Inhalten als auch um gestalterische Lösungen, um künstlerisches Experiment mit Materialien, Formen und Farben.
Andrea Flemming wurde 1976 in Sangerhausen geboren. Nach der Schule absolvierte sie in der Zeit von 2001 bis 2008 ein Studium der Bildenden Künste an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle. Es folgte eine weiteres Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Alsbald gab es erste Auszeichnungen. So zum Beispiel 2010 den Förderpreis der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale und 2011 das Ehrendiplom der Jutta Cuny-Franz Foundation. Es folgten Einzel- und Ausstellungsbeteiligungen u.a. in der Villa Kobe, in der Galerie im Volkspark Halle, im Halleschen Kunstverein sowie in der St. Marienkirche von Sangerhausen. Andrea Flemming lebt heute in Halle als freischaffende Künstlerin.
Die musikalische Einstimmung auf die neue Ausstellung übernahm diesmal Annemarie Pohl, Schülerin der Kreismusikschule Nordhausen.
Die Ausstellung ist bis zum 16. Oktober 2015 zu den Öffnungszeiten der Kreisparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9, (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) zu sehen.
Hans-Georg Backhaus
Autor: red
Spiegel als Mittel der Kunst (Foto: nnz)
"Ort ohne Ort" – so betitelt sich ihre aktuelle Ausstellung. Darin präsentiert Flemming Fotografien und mixed Media. Kunstwissenschaftlerin Sigrun Dittmann beschrieb denn auch in ihrer Laudatio das künstlerische Schaffen von Andrea Flemming.
Und zitierte eingangs den französischen Philosophen Michel Foucault aus dem Jahre 1967 mit den Worten: Im Spiegel sehe ich mich dort, wo ich nicht bin, in einem irrealen Raum, der virtuell hinter der Oberfläche des Spiegels liegt... Der Titel dieser Ausstellung folge den Worten des Philosophen, so die Laudatorin. Die Künstlerin sei auf der Suche nach vielen Dingen im Leben, vor allem auf der Suche nach sich selbst. Denn ein großer Teil von Flemmings Arbeiten dreht sich um diesen Titel.
Andrea Flemming nutzt unter anderem Spiegel als Kunstgegenstand und thematisiert so die Kraft des imaginären und irrealen Abbildes, wie es viele Künstler auch schon getan haben und tun. Sie unterbreitet mit ihren Werken ein Angebot: Einen Blick in den Spiegel werfen, innehalten, nach der eigenen Rolle und der eigenen Befindlichkeit fragen! Zurecht verwies die Laudatorin jedoch darauf, dass es der Künstlerin auch auf das Zusammenspiel zwischen den Menschen und seiner Umgebung ankommt. Blicke in den Spiegel seien vergängliche Augenblicke. Die aber bleiben erhalten, weil die Künstlerin sie fotografisch festhält.
Eine besondere Rolle im künstlerischen Schaffen Andrea Flemmings spielt der uns umgebende Raum. Und Philosophen wie beispielsweise Foucault oder Bachelard (Poetik des Raumes) nutzt sie dabei als literarische Quellen.
Da Flemming an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Glaskunst / Glasgestaltung studiert hat, ist es nicht verwunderlich, dass Glas zu ihren wichtigsten Materialien gehört. So entstehen unter ihren Händen überdimensionale Glasobjekte, Linsen. Sie finden wie ein Gemälde oder ein Spiegel ihren Platz an der Wand. Die konvexe Spiegelfläche dieses Objektes wirft das Bild anders als die konkave Form des Löffels zurück. Auch hier entstehen Verzerrungen, Verfremdungen. Der Mensch und der Raum, der von ihr abgebildet wird, werden ganz anders wahrgenommen als in Wirklichkeit. Auch hier in diesem Ausstellungsraum geht einem das so: Wer bin ich? Wie nehme ich mich hier wahr? Und wie bin ich wirklich?, beschreibt Sigrun Dittmann eines der ausgestellten Kunstwerke. Andrea Flemming gehe es in ihrer Arbeit sowohl um die Vermittlung von Inhalten als auch um gestalterische Lösungen, um künstlerisches Experiment mit Materialien, Formen und Farben.
Andrea Flemming wurde 1976 in Sangerhausen geboren. Nach der Schule absolvierte sie in der Zeit von 2001 bis 2008 ein Studium der Bildenden Künste an der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle. Es folgte eine weiteres Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. Alsbald gab es erste Auszeichnungen. So zum Beispiel 2010 den Förderpreis der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale und 2011 das Ehrendiplom der Jutta Cuny-Franz Foundation. Es folgten Einzel- und Ausstellungsbeteiligungen u.a. in der Villa Kobe, in der Galerie im Volkspark Halle, im Halleschen Kunstverein sowie in der St. Marienkirche von Sangerhausen. Andrea Flemming lebt heute in Halle als freischaffende Künstlerin.
Die musikalische Einstimmung auf die neue Ausstellung übernahm diesmal Annemarie Pohl, Schülerin der Kreismusikschule Nordhausen.
Die Ausstellung ist bis zum 16. Oktober 2015 zu den Öffnungszeiten der Kreisparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9, (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) zu sehen.
Hans-Georg Backhaus














