Do, 14:49 Uhr
13.08.2015
Licht und Schatten bei Ausbildungsverträgen
Metall ist top - Textil und Holz ist flop
Die Thüringer Metallbranche verzeichnet immer mehr Lehrlinge und führt die aktuelle Ausbildungsstatistik der Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen an. Dahinter folgen die Bereiche Handel und Büro. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt...
Grafik (Foto: IHK)
Die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle sinkt in Thüringen seit Jahren dramatisch. Dabei präsentiert sich der Ausbildungsmarkt im Freistaat so komfortabel wie noch nie: Aus einer Vielzahl von Angeboten können Jugendliche immer öfter nach ihren individuellen Wünschen wählen, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser fest.
Aufgrund geringerer Schulabgängerzahlen wäre die Zahl neuer Ausbildungsverträge seit 2005 um 44 Prozent zurückgegangen. Allerdings stabilisiere sich die Situation seit 2009 auf einem insgesamt niedrigen Niveau und lasse nun wieder Vergleiche unter den Branchen zu.
Die aktuelle Statistik zeigt deutlich, dass sich die Auszubildenden bei ihrer Berufswahl an wirtschaftlich starken Industriezweigen mit Wachstumspotential orientieren, fasst der IHK-Chef zusammen. So hätte sich die Metallindustrie bereits 2014 vom ehemals dritten auf den zweiten Platz vorgeschoben und rangiere nun sogar an der Spitze der ausbildungsstärksten Branchen. Der bisherige Primus Handel rutschte auf Platz 2 ab, die Hotel- und Gaststättenberufe vom ehemals 2. auf den nun 5. Rang.
Am schlimmsten vom Wandel betroffen wäre der Bereich Leder, Textil und Bekleidung. In dieser ehemals in Thüringen sehr präsenten Branche wurden 2014 nur vier neue Ausbildungsverträge im Bereich der IHK Erfurt abgeschlossen, in diesem Jahr noch kein einziger, gibt Grusser zu bedenken. Ähnlich erginge es der Holzindustrie: Nur zwei Ausbildungsverträge wurden hier bislang bei der IHK registriert, ein Rückgang um 96 Prozent. Auch der Baubereich habe Einbußen von 36 Prozent hinnehmen müssen. Stabilisiert hätten sich hingegen die Branchen Bergbau, Elektrotechnik, Chemie-Physik-Biologie sowie Transport und Verkehr. In allen anderen Bereichen gäbe es kaum Auffälligkeiten.
Angesichts der großen Veränderungen am Ausbildungsmarkt empfiehlt Grusser den betroffenen Firmen vor allem ein geschicktes Selbstmarketing: Die vorhandenen Angebote müssen heutzutage auf vielfältige Weise präsentiert werden. Das eigene Unternehmen bekannter zu machen und mit seinen Leistungen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist überlebenswichtig bei der Fachkräftesuche. Die IHK Erfurt biete hier mit der Lehrstellen- und Praktikumsbörse oder auch der Firmendatenbank im Internet diverse Möglichkeiten, um sich einen schnellen und kostenfreien Zugang zum Fachkräftenachwuchs zur verschaffen. Für die direkte Ansprache der Bewerber eigneten sich zudem die großen Berufsmessen Forum Berufsstart im Herbst oder Jobfinder im Frühjahr.
Autor: red
Grafik (Foto: IHK)
Die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle sinkt in Thüringen seit Jahren dramatisch. Dabei präsentiert sich der Ausbildungsmarkt im Freistaat so komfortabel wie noch nie: Aus einer Vielzahl von Angeboten können Jugendliche immer öfter nach ihren individuellen Wünschen wählen, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser fest.
Aufgrund geringerer Schulabgängerzahlen wäre die Zahl neuer Ausbildungsverträge seit 2005 um 44 Prozent zurückgegangen. Allerdings stabilisiere sich die Situation seit 2009 auf einem insgesamt niedrigen Niveau und lasse nun wieder Vergleiche unter den Branchen zu.
Die aktuelle Statistik zeigt deutlich, dass sich die Auszubildenden bei ihrer Berufswahl an wirtschaftlich starken Industriezweigen mit Wachstumspotential orientieren, fasst der IHK-Chef zusammen. So hätte sich die Metallindustrie bereits 2014 vom ehemals dritten auf den zweiten Platz vorgeschoben und rangiere nun sogar an der Spitze der ausbildungsstärksten Branchen. Der bisherige Primus Handel rutschte auf Platz 2 ab, die Hotel- und Gaststättenberufe vom ehemals 2. auf den nun 5. Rang.
Am schlimmsten vom Wandel betroffen wäre der Bereich Leder, Textil und Bekleidung. In dieser ehemals in Thüringen sehr präsenten Branche wurden 2014 nur vier neue Ausbildungsverträge im Bereich der IHK Erfurt abgeschlossen, in diesem Jahr noch kein einziger, gibt Grusser zu bedenken. Ähnlich erginge es der Holzindustrie: Nur zwei Ausbildungsverträge wurden hier bislang bei der IHK registriert, ein Rückgang um 96 Prozent. Auch der Baubereich habe Einbußen von 36 Prozent hinnehmen müssen. Stabilisiert hätten sich hingegen die Branchen Bergbau, Elektrotechnik, Chemie-Physik-Biologie sowie Transport und Verkehr. In allen anderen Bereichen gäbe es kaum Auffälligkeiten.
Angesichts der großen Veränderungen am Ausbildungsmarkt empfiehlt Grusser den betroffenen Firmen vor allem ein geschicktes Selbstmarketing: Die vorhandenen Angebote müssen heutzutage auf vielfältige Weise präsentiert werden. Das eigene Unternehmen bekannter zu machen und mit seinen Leistungen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist überlebenswichtig bei der Fachkräftesuche. Die IHK Erfurt biete hier mit der Lehrstellen- und Praktikumsbörse oder auch der Firmendatenbank im Internet diverse Möglichkeiten, um sich einen schnellen und kostenfreien Zugang zum Fachkräftenachwuchs zur verschaffen. Für die direkte Ansprache der Bewerber eigneten sich zudem die großen Berufsmessen Forum Berufsstart im Herbst oder Jobfinder im Frühjahr.

