Do, 18:06 Uhr
13.08.2015
BÄUME, SCHATTEN, UNGEZIEFER
Pro und Kontra zum Thema Grün
Nordhausen, sagt man, sei eine grüne Stadt. Und das Grün der Bäume sei gut für die Augen und für die Natur. Die Mieter, die im Parterre der WBG –Plattenbauten in der Töpferstraße wohnen, haben es täglich unmittelbar vor Augen. Manchem ist es des Guten nun doch zu viel. nnz berichtete...
Mit Kettensäge und Hub-Gerät lichteten heute Mitarbeiter vom Sachgebiet Umwelt und Grünordnung Bäume in der Töpferstraße aus. (Foto: Kurt)
Nordhausen. Nach der Veröffentlichung von Kein Licht im Zimmer, dafür jede Menge Ungeziefer handelte das Sachgebiet Umwelt und Grünordnung der Stadtverwaltung. Heute waren Mitarbeiter mit Kettensäge und Hub-Gerät vor Ort am Werk, nachdem sie den jeweiligen zu bearbeitenden Bereich für Fußgänger abgesperrt hatten.
Sie lichteten die Bäume aus, brachten das Astwerk auf den mitgeführten Transportwagen und mit Besen und Schaufel den Gehbereich schnell wieder in Ordnung.
Wir machen nur das, was uns aufgetragen wird, war von den Kollegen zu hören. Wie das hier einmal weiter gehen soll, wisse man nicht. Das bleibe vorerst ein Geheimnis. Vor Jahren habe die Angelegenheit mit den Bäumen vor den Fenstern schon mal zu Debatte gestanden. Die Stadt habe sich aber für das Grün entschieden.
Als man vor Jahren die Hochbeete anlegte und sie mit Bäumen bepflanzte, gab das ein optisch gutes Bild ab. Das Grün neutralisierte die wuchtigen Achtgeschosser. Großartig, lobten alle. Stadt wie Wohnungsbaugenossenschaft. Dass die kleinen Bäumchen größer werden könnten, ließ die Stunde der Euphorie scheinbar vergessen.
Heute liegen der WBG Beschwerden vor. Das Blattwerk der inzwischen stattlich in Höhe und Breite gewachsenen verschiedenen Baumarten verdunkele die Zimmer und beherberge zudem Ungeziefer, weshalb man kein Fenster öffnen könne.
Die Stadt werde handeln, versichert Axel Axt vom Sachgebiet Umwelt und Grünordnung. Mehrere Varianten seien möglich, meint der Stadtförster. Man könnte einige Bäume entnehmen, die anderen stark zurückschneiden und in Kugelform bringen. Die radikalste Maßnahme wäre, alle Bäume an den Fensterfronten zu fällen.
Die Radikalkur würde allerdings die Optik völlig verändern, der grüne Korridor verschwinden, der in Hitzeperioden angenehm Schatten spendet. Kein Naturliebhaber oder Grünrock würde dieser Möglichkeit ohne weiteres zustimmen. Axt möchte daher seine Lieblingsvariante noch nicht öffentlich nennen.
Nach der Vegetationsperiode, verlautet aus dem besagten Sachgebiet, falle eine Entscheidung. Mit allen Beteiligten – WBG und Anliegern - werde man einen Kompromiss suchen. Das sieht auch WBG-Vorstand Harald Eisentraut so. Die Hochbeete, ist er allerdings der Meinung, könnte man belassen. Auch soll es grün bleiben, bevorzugt mit Büschen und Sträuchern in Manneshöhe. Das wolle die WBG finanzieren.
Pro und Kontra bleiben auch diesmal nicht aus. Die Bäume spendeten Sauerstoff, würden Staubteilchen binden und Abgase der zahlreich vorbeifahrenden Autos auffangen, argumentieren die einen – unter ihnen auch Mieter. Außerdem befänden sich nur die Schlafzimmer entlang der Baumreihen, die Wohnzimmer hingegen auf der Südseite, der prallen Sonne ausgesetzt. Dort wäre man über Schattenspender froh. Zudem gebe es Fliegengitter zum Schutz vor Ungeziefer. Außerdem, meint Pro-Grün, brauche man sich doch nur den Block der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) paar Schritte weiter ansehen. Der gleiche mit seinem stählernen verstrebten Vorbau eher einem Industrieklotz. Freie Sicht auf die Straße habe man zwar, ob das aber auch die bessere Lösung sei?
Einen Kompromiss zu finden, sei nicht einfach, sind Harald Eisentraut und Axel Axt überzeugt. Vor fünf Jahren, erinnert sich der WBG-Vorstand, habe das Problem schon einmal zur Diskussion gestanden. Leider ohne Ergebnis. Gemeinsam wolle man sich jetzt intensiv bemühen, es allen Beteiligten recht zu machen.
Wären die Gestalter und Betreuer der Hochbeete beizeiten auf die Idee gekommen und hätten die noch kleinen Bäumen beschnitten und auf Kugelform gebracht, wäre man heute aller Diskussionen ledig. Für einen radikalen Rückschnitt dürfte es zu spät sein.
Kurt Frank
Autor: red
Mit Kettensäge und Hub-Gerät lichteten heute Mitarbeiter vom Sachgebiet Umwelt und Grünordnung Bäume in der Töpferstraße aus. (Foto: Kurt)
Nordhausen. Nach der Veröffentlichung von Kein Licht im Zimmer, dafür jede Menge Ungeziefer handelte das Sachgebiet Umwelt und Grünordnung der Stadtverwaltung. Heute waren Mitarbeiter mit Kettensäge und Hub-Gerät vor Ort am Werk, nachdem sie den jeweiligen zu bearbeitenden Bereich für Fußgänger abgesperrt hatten.
Sie lichteten die Bäume aus, brachten das Astwerk auf den mitgeführten Transportwagen und mit Besen und Schaufel den Gehbereich schnell wieder in Ordnung.
Wir machen nur das, was uns aufgetragen wird, war von den Kollegen zu hören. Wie das hier einmal weiter gehen soll, wisse man nicht. Das bleibe vorerst ein Geheimnis. Vor Jahren habe die Angelegenheit mit den Bäumen vor den Fenstern schon mal zu Debatte gestanden. Die Stadt habe sich aber für das Grün entschieden.
Als man vor Jahren die Hochbeete anlegte und sie mit Bäumen bepflanzte, gab das ein optisch gutes Bild ab. Das Grün neutralisierte die wuchtigen Achtgeschosser. Großartig, lobten alle. Stadt wie Wohnungsbaugenossenschaft. Dass die kleinen Bäumchen größer werden könnten, ließ die Stunde der Euphorie scheinbar vergessen.
Heute liegen der WBG Beschwerden vor. Das Blattwerk der inzwischen stattlich in Höhe und Breite gewachsenen verschiedenen Baumarten verdunkele die Zimmer und beherberge zudem Ungeziefer, weshalb man kein Fenster öffnen könne.
Die Stadt werde handeln, versichert Axel Axt vom Sachgebiet Umwelt und Grünordnung. Mehrere Varianten seien möglich, meint der Stadtförster. Man könnte einige Bäume entnehmen, die anderen stark zurückschneiden und in Kugelform bringen. Die radikalste Maßnahme wäre, alle Bäume an den Fensterfronten zu fällen.
Die Radikalkur würde allerdings die Optik völlig verändern, der grüne Korridor verschwinden, der in Hitzeperioden angenehm Schatten spendet. Kein Naturliebhaber oder Grünrock würde dieser Möglichkeit ohne weiteres zustimmen. Axt möchte daher seine Lieblingsvariante noch nicht öffentlich nennen.
Nach der Vegetationsperiode, verlautet aus dem besagten Sachgebiet, falle eine Entscheidung. Mit allen Beteiligten – WBG und Anliegern - werde man einen Kompromiss suchen. Das sieht auch WBG-Vorstand Harald Eisentraut so. Die Hochbeete, ist er allerdings der Meinung, könnte man belassen. Auch soll es grün bleiben, bevorzugt mit Büschen und Sträuchern in Manneshöhe. Das wolle die WBG finanzieren.
Pro und Kontra bleiben auch diesmal nicht aus. Die Bäume spendeten Sauerstoff, würden Staubteilchen binden und Abgase der zahlreich vorbeifahrenden Autos auffangen, argumentieren die einen – unter ihnen auch Mieter. Außerdem befänden sich nur die Schlafzimmer entlang der Baumreihen, die Wohnzimmer hingegen auf der Südseite, der prallen Sonne ausgesetzt. Dort wäre man über Schattenspender froh. Zudem gebe es Fliegengitter zum Schutz vor Ungeziefer. Außerdem, meint Pro-Grün, brauche man sich doch nur den Block der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) paar Schritte weiter ansehen. Der gleiche mit seinem stählernen verstrebten Vorbau eher einem Industrieklotz. Freie Sicht auf die Straße habe man zwar, ob das aber auch die bessere Lösung sei?
Einen Kompromiss zu finden, sei nicht einfach, sind Harald Eisentraut und Axel Axt überzeugt. Vor fünf Jahren, erinnert sich der WBG-Vorstand, habe das Problem schon einmal zur Diskussion gestanden. Leider ohne Ergebnis. Gemeinsam wolle man sich jetzt intensiv bemühen, es allen Beteiligten recht zu machen.
Wären die Gestalter und Betreuer der Hochbeete beizeiten auf die Idee gekommen und hätten die noch kleinen Bäumen beschnitten und auf Kugelform gebracht, wäre man heute aller Diskussionen ledig. Für einen radikalen Rückschnitt dürfte es zu spät sein.
Kurt Frank





