Di, 11:44 Uhr
25.05.2004
nnz-Wahlkampf-Ecke: Getöse
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte mehrfach berichtet, wie Politiker der CDU in diesen Tagen mit Lotto-Geldern durch den Landkreis ziehen. Dazu hat sich nnz-Leser Sebastian Drechsler seinen Gedanken gemacht.
Liest man nnz-Artikel, dann könnte man ja denken, dass die CDU über die Lotto-Mittel allein verfügt – insbesondere Herr Dr. Zeh. Was dabei nicht vergessen werden sollte, daß Herr Dr. Zeh Sozialminister des Freistaates Thüringen ist, und somit Geld der Lottospieler (die ja nicht unbedingt alle CDU wählen) für seine Wahlkampfzwecke verwendet. Wenngleich – das ist ihm und seinen Parteikollegen Herrn Primas vorzuhalten – durch die Verfügung über Lottomittel und die Vergabe dieser man natürlich Stimmen gewinnen kann. Welche Partei wäre nicht gern in dieser sonderbaren Lage? Denn Lottomittel gehen ja nicht an Einzelpersonen, sondern meistens an Vereine.
Hinter diesen Vereinen stehen oftmals viele Menschen die sich natürlich nicht lumpen lassen und wohl eventuell (man will ja nichts unterstellen) Herrn Dr. Zeh oder Herrn Primas wählen werden. Denn wer mir Geld schenkt, der ist selbst mir sympathisch.
Denkt man weiter darüber nach scheint es so, dass die CDU nicht mehr durch politische Argumente überzeugen kann, muss sie sich doch die Stimmen erkaufen. Zwar bin ich in der PDS, denke aber, dass nicht nur mir dies gegen den Faden geht. Die PDS, andere Parteien manchmal auch, kann durch politische Argumente überzeugen. Das merkte man auf dem Theaterplatz am Montag und später im Hotel Zur Hoffnung in Werther.
Sicher denken auch Menschen anderer Parteien so, dennoch bleibt mein Wunsch – nicht nur für den Stimmenfang der PDS: Geld bleibt gegen politische Argumente nicht eintauschbar! Wichtig wäre mir als Katholik, dass CDU Politikerinnen und Politiker langsam mal das C neu definieren. Denn da schaffe ich jetzt den Bogen wieder zurück: Ein Christ überzeugt nicht durch sein Lächeln und das daraus hervorsprießende Geld, sondern durch sein ehrliches Herz und Überzeugung. Das fehlt mir insgesamt am CDU-Wahlkampf. Aber das ist ja eben auch das Schöne daran, und ich bin froh meine Entscheidung für die PDS immer wieder bestätigt zu sehen.
Sebastian Drechsler, Nordhausen
Autor: nnzLiest man nnz-Artikel, dann könnte man ja denken, dass die CDU über die Lotto-Mittel allein verfügt – insbesondere Herr Dr. Zeh. Was dabei nicht vergessen werden sollte, daß Herr Dr. Zeh Sozialminister des Freistaates Thüringen ist, und somit Geld der Lottospieler (die ja nicht unbedingt alle CDU wählen) für seine Wahlkampfzwecke verwendet. Wenngleich – das ist ihm und seinen Parteikollegen Herrn Primas vorzuhalten – durch die Verfügung über Lottomittel und die Vergabe dieser man natürlich Stimmen gewinnen kann. Welche Partei wäre nicht gern in dieser sonderbaren Lage? Denn Lottomittel gehen ja nicht an Einzelpersonen, sondern meistens an Vereine.
Hinter diesen Vereinen stehen oftmals viele Menschen die sich natürlich nicht lumpen lassen und wohl eventuell (man will ja nichts unterstellen) Herrn Dr. Zeh oder Herrn Primas wählen werden. Denn wer mir Geld schenkt, der ist selbst mir sympathisch.
Denkt man weiter darüber nach scheint es so, dass die CDU nicht mehr durch politische Argumente überzeugen kann, muss sie sich doch die Stimmen erkaufen. Zwar bin ich in der PDS, denke aber, dass nicht nur mir dies gegen den Faden geht. Die PDS, andere Parteien manchmal auch, kann durch politische Argumente überzeugen. Das merkte man auf dem Theaterplatz am Montag und später im Hotel Zur Hoffnung in Werther.
Sicher denken auch Menschen anderer Parteien so, dennoch bleibt mein Wunsch – nicht nur für den Stimmenfang der PDS: Geld bleibt gegen politische Argumente nicht eintauschbar! Wichtig wäre mir als Katholik, dass CDU Politikerinnen und Politiker langsam mal das C neu definieren. Denn da schaffe ich jetzt den Bogen wieder zurück: Ein Christ überzeugt nicht durch sein Lächeln und das daraus hervorsprießende Geld, sondern durch sein ehrliches Herz und Überzeugung. Das fehlt mir insgesamt am CDU-Wahlkampf. Aber das ist ja eben auch das Schöne daran, und ich bin froh meine Entscheidung für die PDS immer wieder bestätigt zu sehen.
Sebastian Drechsler, Nordhausen
| Anmerkung der nnz-Redaktion: Die in der nnz-Wahlkampf-Ecke dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |

