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Sa, 08:30 Uhr
09.05.2015

Stockhausens Platt (35)

Horst-Dieter Stockhausen, unser Experte für das gereimte Nordhisser Platt, wendet sich in seinen heutigen Versen dem Museum Tabakspeicher zu, dessen 20-jähriges Bestehen demnächst gefeiert werden soll...

Dr Tobakschpeicher
(Tag der offenen Tür am 16.5.1996)

Dr Tobakschpeicher hotte de Teeren uff.
No, dochte ich mich, do gehste mol ruff.
Drim krätschte ich haen, met dr Fraue an Arm.
Ich sae uch, mich worde dos Herze warm.
Fer de Kingersch wor aen Karussell uffjebout,
met Muskelkraftantrieb, drim worsch nich so laut.
Fattbrot un Zieschen gab´s gejen dn Hunger-
Met Beer oder Bruusen spölten me ´s runger.
Dann simme rin, do drin aesses scheen,
do haen se su veel ohles Zick rimme schteh´n.
Scherben von Töppen, die se jefungen ha´n,
zesammenjeklewet, met aen Schildchen dran.
Man kann aennen ohlen Traktor siehn
un au aen Hochrad haen se schtien.
Komplette Handwerkerorbietsschtobben
sin in dr zweiten Etasche obben.
Ob Schmied oder Bäcker, ob Schnapsbrennerei,
au Schuster un Schnieder sin met darbei.
An de Tobakschpinner haet me jedocht,
me sitt, wie se frieher Priemchen jemocht.
Alles in allem, es wor sehre scheen,
daenn mie ha´n veel Ohles un Noies jeseh´n.
ich dochte, hier geh´ste öfter mol her
un nich nur zun „Tagk dr offenen Teer.“

Horst-Dieter Stockhausen
Nordhausen, Mai 1996
Autor: red

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