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So, 07:34 Uhr
26.04.2015

Umweltbewusstsein: Zuerst bei Unternehmen

um 45. World Earth Day veröffentlicht GfK internationale Umfrageergebnisse, die zeigen, wie wichtig Menschen umweltbewusstes Verhalten ist. Rund 73 Prozent der deutschen Befragten sind beispielsweise der Meinung, dass Unternehmen und Marken umweltbewusst handeln müssen...


Über alle Länder hinweg betrachtet, liegt der Wert bei 76 Prozent. GfK befragte für die Studie mehr als 28.000 Menschen ab 15 Jahren in 23 Ländern.

Die internationale GfK Umfrage zeigt, dass knapp Zweidrittel aller Befragten bekunden, sie kaufen nur Produkte und Dienstleistungen, die ihren Überzeugungen oder ihren Werten und Idealen entsprechen. Ebenfalls knapp zwei Drittel fühlen sich schuldig, wenn sie nicht umweltfreundlich handeln.

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Diese Ergebnisse sind speziell für Marken wichtig. Je mehr eine Marke bei Verbrauchern ein gutes Kaufgefühl hinterlässt, desto mehr kann sie sich von der Konkurrenz absetzen und die Kunden an sich binden.

Rund 73 Prozent der in Deutschland Befragten stimmen der Aussage zu, dass Unternehmen und Marken umweltbewusst handeln müssen. Ein Fünftel der Befragten stimmt sogar stark zu. Nur 9 Prozent sind nicht dieser Meinung. Der Vergleich zwischen Männern und Frauen zeigt bei beiden Geschlechtern eine ähnlich hohe Akzeptanz (Frauen: 74 Prozent, Männer: 71 Prozent). Die geringsten Zustimmungswerte geben jüngere Personen im Alter von 15 bis 19 Jahren mit 65 Prozent. Immerhin 15 Prozent in dieser Altersgruppe lehnen die Aussage ab. Mit zunehmendem Alter steigt die Akzeptanz an und erreicht bei Personen über 50 Jahren 76 Prozent.

Über alle Länder hinweg betrachtet, sind 78 Prozent der befragten Frauen und 75 Prozent der befragten Männer für ein umweltbewusstes Handeln von Unternehmen und Marken. Im internationalen Ländervergleich liegen Inder und Indonesier mit einer Zustimmungsrate von über 90 Prozent vorne. Selbst in Japan und Schweden, die am unteren Ende der Skala rangieren, legen weit über der Hälfte der Befragten Wert auf ein umweltbewusstes Verhalten von Unternehmen.

Wenn es um das eigene umweltbewusste Verhalten geht, geben 46 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie sich schuldig fühlen, wenn sie nicht umweltbewusst handeln. Insgesamt 7 Prozent stimmen dieser Aussage stark zu. Frauen und Männer sehen das ähnlich. Rund 45 Prozent der weiblichen Befragten fühlen sich schuldig, wenn sie Dinge tun, die der Umwelt schaden. Der Anteil der männlichen Befragten liegt bei 46 Prozent. Die 20 bis 29-Jährigen nehmen sich hier besonders in die Verantwortung. Etwas über die Hälfte fühlt sich schuldig, wenn sie nicht umweltfreundlich handeln. Auch die Altersgruppen der 30 bis 49-Jährigen nehmen dieses Thema ernst: Jeweils 47 Prozent geben an, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sie der Umwelt schaden.

Damit liegt Deutschland im Ländervergleich allerdings auf dem viertletzten Platz. Nur die Werte in Südkorea (41 Prozent), Polen (38 Prozent) und Schweden (37 Prozent) sind noch geringer. Befragte in Indien und Indonesien hingegen führen auch bei dieser Frage die Liste an. Rund 85 Prozent der Inder und 83 Prozent der Indonesier fühlen sich am häufigsten schuldig, wenn sie nicht umweltbewusst handeln.

Was spielt beim Einkauf eine Rolle?

Insgesamt 58 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass sie nur Produkte oder Dienstleistungen kaufen, die ihren Überzeugungen, ihren Werten oder Idealen entsprechen. Starke Zustimmung erfährt diese Aussage von immerhin 10 Prozent. Wenig Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern mit einer Gesamtzustimmung von 59 Prozent bei Frauen und 57 Prozent bei Männern.

Auch über die verschiedenen Altersgruppen hinweg haben Werte und Ideale nach eigenem Bekunden eine hohe Bedeutung beim Einkauf. Vor allem die 15 bis 19-Jährigen sowie die 30 bis 39-Jährigen liegen mit 61 Prozent vorne. Gefolgt von den Befragten im Alter von 50 bis 59 Jahren (58 Prozent) sowie den 40 bis 49-Jährigen und Befragten ab 60 Jahren (jeweils 57 Prozent).

International betrachtet zeigt die GfK Umfrage, dass 63 Prozent aller Befragten angaben, nur Produkte und Dienstleistungen zu kaufen, die ihren Überzeugungen, ihren Werten oder Idealen entsprechen. Starke Zustimmung erfährt die Aussage bei 17 Prozent der Befragten. Im Ländervergleich führt auch bei dieser Frage Indien (94 Prozent) die Liste an. Platz zwei belegen Indonesien und die Ukraine mit jeweils 78 Prozent. Deutschland reiht sich mit 58 Prozent im Mittelfeld ein. Argentinien und Belgien (jeweils 43 Prozent) bilden mit Schweden (35 Prozent) das Ende der Skala.

Zur Studie: In der GfK-Umfrage wurden mehr als 28.000 Verbraucher ab 15 Jahren in 23 Ländern befragt. Die Befragung fand entweder online oder persönlich (Face-to-Face) im Sommer 2014 in folgenden Ländern statt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Polen, Russland, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei, Großbritannien, Ukraine und USA. In Deutschland wurde die Umfrage unter 1.500 Personen online durchgeführt.
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
26.04.2015, 11:00 Uhr
Umwelt: Verlogenheit überall
Das ist wieder eine typische Umfrage in der Marktwirtschaft, in der die eigentlichen Wurzeln der existenziellen Gefahren für die Menschheit ignoriert werden. Weggelassen wird zum Beispiel, dass die meisten Produkte, die wir kaufen, genau und bis in die letzte Konsequenz betrachtet nicht zu einer Verbesserung unseres Lebens beitragen sondern im Gegenteil, unserer Psyche (Stress auf Arbeit für noch mehr Wohlstand, burn out e.t.c.), unserem Zeitfonds und der Umwelt Schaden zufügen.

Es wird ignoriert, wie sehr der Bürger permanent von der Wirtschaft belogen und betrogen wird, nur um für deren Profit zu sorgen. Hierzu gibt es in jedem Supermarkt unzählige Beispiele. Nicht zuletzt: Auch das schlechte Gewissen, dass viele Menschen beim Einkauf angeblich haben, ist oft folgenlos. In einem Lehrbuch für Biologie-Didaktik las ich jüngst, dass die noch formbaren Kinder und Jugendlichen oft sehr erschüttert über die Auswirkungen der menschlichen Naturzerstörung sind, dass sie aber unter dem massiven Einfluss von Gruppenzwang, Elitedenken und einem werbewirtschaftlich gesteuerten Selbstwertgefühl schon bald alle guten Vorsätze über Bord werfen.

Es gehört heute zum Lifestyle (dieses Wort trifft den Kern), Bio zu denken und Bio zu kaufen. Zu hinterfragen, ob das eigene Leben dadurch wirklich und in vielen Dingen konsequent umweltverträglich ist, wird aus Bequemlichkeit und Unwissenheit ausgeblendet. Diese Unwissenheit aber wird von der Wirtschaft gezielt geschürt: Sie suggeriert dem Bürger ein schlechtes Gewissen, dass er nur bekämpfen könne, wenn er ein bestimmtes (Bio)Produkt kauft. Ökotest und Stiftung Warentest weisen den Unternehmen aber permanent Mogelpackungen nach. Entscheidend ist der gesamte ökologische Fußabdruck des Menschen und nicht das eine "Bio"- Produkt. Die hierfür notwendige, ganzheitliche Denkweise aber würde, im Alltag umgesetzt, der Wirtschaft schwerste Schäden zufügen.

Daher ist es aus deren Sicht tausendmal besser, durch grüne Mäntelchen einen umweltbewussten Kauf zu suggerieren, mit dem der Bürger glaubt, etwas Umweltfreundliches getan zu haben. Diese Verlogenheit und Ignoranz auf allen Seiten aber führt in Abgrund. Seit 1990 ist der CO2-Ausstoß statt laut Kyoto-Protokoll zu sinken, um 60% gestiegen in der Welt. So weit zur Wirksamkeit des schlechten Gewissens aus der GFK-Umfrage. Unsere Gesellschaft ist schlimmer, als die Vorhergehende, weil sie noch nichtmal Konzepte hat, um die Menschheit vor sich selbst zu bewahren. Indem sie den Bürgern, gefördert von der machtkorrupten Politik, keinen reinen Wein einschenkt, macht sie sich an Millionen Opfern schuldig. Gerade sehen wir in den alten Bundesländern, dass einige Demonstranten gegen die Fortführung der alten Kohlemeiler zu begreifen scheinen: Voll Erstaunen kann man von ihnen hören, dass die Wirtschaft die Menschheit in Gefahr bringt, wenn man ihr keinen keinen Riegel vorschiebt und das Arbeitsplätze kein Argument gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen sind. Eine flexible Wirtschaft erfindet neue Arbeitsplätze. Vielleicht ein winziger Lichtblick. Im Osten dagegen denken die Leute leider noch etwas antiquiert.
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